Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 25 (16.12.1845)
- Date
- 1845-12-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Des Abends bei mattem Lichtschimmer brachte der Senior der Gemeinde, welcher früher 40 Jahre als Vorsteher und Aeltester der Gemeinde fungirte, zwei große, schön gearbeitete silb. Leuchter, welche auf der .-I2ü an r>2w und x" stehen sollen. Dieser äußerte sich dahin, daß er diese Gabe 12V u.212 yrr'-o dem lieben Gott als Ti-NTi darbringe für die große Gnade, daß er es in seinem vorgerückten Alter erlebe, in diesem herrlichen Gotteshause seine Andacht zu verrichten. Er freue sich, diese Gabe seinen würdigen Nachfolgern im Amte, die er wie seine Söhne liebe, zu überreichen; auch sie mögen so lange wie er für das Wohl der Gemeinde wirken. Es waren nur die nächsten Verwandten des Gebers bei dieser Handlung zugegen. Das "u senkte nur schwach in den großen menschenleeren Raum seine Strahlen herunter auf den Geber, als Symbol des Alters, wo das Lebenslicht nur noch schwach ist. Eine Todesstille herrschte, die nur durch Schluchzen unterbrochen wurde. Alle Anwesenden dankten in tiefster Stille Gott, es war keiner vermögend, ein Wort des Dankes zu erwiedern, nur mit schwacher Stimme wünschten die Vorsteher, daß der auf seinem Stuhl geschrieben stehende Spruch in Erfüllung gehen möge, nämlich: O'w 1 Wie beim Stiftzelte, kamen auch hier die Vorsteher zuletzt, indem sie einen schönen silb. dreiarmigen Leuchter brachten, welcher an x"'i ^2^ vor demstehen soll. 3 messingene Kronleuchter schenkte die p'n. Am 12. November, als am Einweihungstage, sah man schon früh Morgens alle Israeliten festlich gekleidet, in ihren Wohnungen war es wie an; das Haus festlich, der Tisch gedeckt, um die ankommenden Fremden zu bewirthen. Um 10^ Uhr fuhren die Vorsteher mit dem Senior der Gemeinde nach dem Bahnhofe; es folgten mehre leere Kutschen, um Se. Hochwürden den Herrn Oberrabbiner Ettlinger und sonstige geehrte Gäste würdig zu empfangen. Mehrere Gemeinde-Mitglieder hatten sich zu diesem Behuf freiwillig am Bahnhofe eingefunden. Um 11 Uhr kam der Zug auch im Bahnhofe an. Nachdem der Herr Oberrabbiner, die Repräsentanten der Altonaer israelitischen Gemeinde und sonstige damit angelangte Fremde kurz aber herzlich begrüßt wurden, fuhren die zu diesem Behufe gekommenen Gäste zur Stadt, und stiegen bei dem ältesten Vorsteher, wo der Herr Oberrabbiner logirte, ab; vor der Thüre wurde dieser von 2 Mitgliedern der momentanen Baukommission empfangen, und in die für ihn bestimmte Wohnung geführt. Beim Hereintreten wurde derselbe durch eine ausgesuchte ausgestellte hebräische Bibliothek überrascht. Bald nach der Ankunft wurden demselben die verschiedenen Corporationen der Gemeinde vorgestellt, auch die Vorsteher der Friedrichstädter und Elmshorner Gemeinde wurden präsentirt, endlich auch machten mehrere hiesige und auswärtige Israeliten ihre Aufwartung. Da noch nie ein Oberrabbiner hier war, so strömte Jung und Alt zusammen, um denselben zu bewillkommen. Um iz Uhr fuhr der Herr Oberrabbiner in Begleitung der Vorsteher, durch die mit Zuschauern angefüllten Straßen nach dem israelitischen Schulhause, ihnen folgten die sonstigen jüdischen Honoratioren. Da angelangt, wurde derselbe durch 4 Commissäre empfangen, und durch die Mitglieder des Sängerchors, welche en 8ps1ier auf der Hausflur aufgestellt waren, nach der Interims-Synagoge geführt. In den übrigen Zimmern waren die eingeladenen Honoratioren der Stadt, so weit der Raum faßte, versammelt. Die christlichen Nachbaren haben ihre Häuser freiwillig hierzu so wie zum Logiren für Fremde angeboren. (Die Feierlichkeit des Zuges und der Einweihung ist bereits im Rendöb. Wochenbl. vom 15. Nov. und im Zions-Wächter vom 18. Nov. mitgetheilt.) Nur verdient noch bemerkt zu werden, daß, als die Träger der '120 ea krönte vor dem Eingang des Gotteshauses standen, und nachdem die Verse u. s. w.: gesungen waren, die Vorsteher, in deren Mitte der Träger des Schlüssels, die Fronte vorbei passirten und sich zum Ober-Prästdenten der Stadt, welcher nebst dem Commandanten gleich nach den »-v 2 folgte, begaben, welchem der Träger des Schlüssels diesen überreichte, indem er ihn folgendermaßen anredete: „Von den Herren Vorstehern dieser israelitischen Gemeinde sei ihm der ehrenwerthe Auftrag geworden, an ihn (den Präsidenten), als Oberhaupt der Stadt,