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Der treue Zionswächter · 1845-12-16 · 25 (16.12.1845) · page 10

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
25 (16.12.1845)
Date
1845-12-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sehr treffend sei die Gabe gewählt, ein Leuchter; sie erbitten sich dazu Licht von den Vorstehern, von den älteren Mitgliedern der Gemeinde, damit sie den rechten Weg nicht verfehlen. Mit Vergnügen ist man erbötig, ihnen das Licht zu geben, damit sie nicht im Finstern wandeln; sie mögen nur den Vorleuchtern, ihren Vorfahren, folgen. Auf die Jugend setze die Gemeinde sowohl als ihre Eltern, ihre Hoffnung, von ihnen soll das Heil ausgehen. Sie, die Jugend, hätten am längsten Nutzen von dem neuen Gotteshause, indem sie noch jung seien; sie sollen daher mit beitragen zur Erhaltung des Gotteshauses und selbiges vor Entweihung durch Unordnung beim Gottesdienst behüten, sie sollen daher den Anordnungen ihrer Vorgesetzten Folge leisten u. s. w. Hierauf folgte die Generalprobe des Männer- Gesanges mit der Musikbegleitung, welche am Einweihungstage beim Gottesdienst Mitwirken sollten. Nach deren Beendigung kamen die Frauen, welche das angefertigt hatten, in Prozession ins Gotteshaus. Die Vorsteherinder n'v:" brachte dieses Prachtwerk als Opfer auf Händen getragen, andere Frauen trugen die Decke des;ri^2' das welches ebenfalls von Sammet ist. Die Vorsteherin redete die Gemeinde-Vorsteher etwa folgendermaßen an: „Auch sie, die Frauen, wollten nicht zurück stehen bei der Gelegenheit, wo so viel zu Gott geopfert wird, auch sie wollen nicht leer erscheinen vor Gott, sie bringen daher ihr Opfer dar, und überliefern diese heiligen Gewänder den Gemeinde - Vorstehern mit dem Wunsche, daß diese am Einwcihungstage sowhl als in der folgenden Woche das Heiligthum schmücken mögen, auch daß sie an gewissen Festtagen, welche näher bezeichnet werden, ebenfalls zum heiligen Gebrauche benutzt werden möchten. Die Gemeinde - Vorsteher mögen es aufbewahren zu ewigen Zeiten, damit ihre, der Geberinnen, Kinder und Kindes-Kinder es wissen sollen, daß ihre Mütter nicht müßige Zuschauer waren, sondern auch ihr Scherflein beigetragen haben zur Verherrlichung des schönen neuen Gotteshauses, damit sie im spätsten Alter sich des Segens ihrer Kinder zu erfreuen haben. Die Gemeinde-Vorsteher nahmen das dargebrachte Opfer von der Hand der Geberinnen auf ihre Hände und erwiderten: sie finden sich zwar nicht berufen, für das Opfer für sich, oder Namens der Gemeinde zu danken, indem das Opfer Gott dargebracht sei. Da aber der liebe Gott seit mehreren tausend Jahren sich nicht mehr in Worten, wie ehedem zu den Propheten, Männern kund gegeben hat, geschweige denn den Frauen; so glauben sie ohne Sünde den edlen Frauen im Namen Gottes danken zu dürfen. Gern werden sie, die Vorsteher, den geäußerten Wünschen der geehrten Damen entsprechen, so weit ihr Befugniß es erlaubt, gern werden sie die die heiligen Kleinode für die Ewigkeit aufzubewahren suchen, in so fern der Zahn der Zeit, welcher alles Irdische aufiöst, nicht daran nagt. Es gereicht ihnen zur Freude, daß derselbe religiöse Geist, welchen die Frauen zur Zeit der Erbauung des Stiftszeltes inne hatten, auch bei den heutigen Frauen der hiesigen israelitischen Gemeinde sich kund gicbt. Möge dieser Geist forrgepflanzt werden von den Müttern aus ihre Töchter und Söhne bis zur Ewigkeit. Die Vorsteher übergaben sodann die dargebrachten Opfer den Bringern, daß diese dieselben an Ort und Stelle befestigten, was denn auch in feierlicher Ceremonie geschah. Der ganze Akt war herzerhebend, die Reden wurden vielfältig durch Weinen und Schluchzen unterbrochen. Eine Jungfrau brachte einen prächtigen Teppich, welcher vor dem Allerheiligsten ausgelegt wurde. Diese junge Dame redete die Vorsteher in passenden Versen an. (Diese wieder zu geben, erlaubt der Raum dieser Blätter nicht.) Eine edle bemittelte Frau brachte zwei Sammtdccken, welche vor dem "io.,' und der Stelle^ wo der Herr Oberrabbiner stehen sollte, ausgelegt werden sollen, sie bemerkte, daß diese Gabe von ihren beiden Töchtern sei. Zwei Gemeinde- Mitglieder ließen die geschmackvolle für ihre Rechnung anfertigen. Zwei hiesige, jetzt auswärtige junge Leute verherrlichten den Eingang zum Gotteshaus dnrch zwei wobei zwei - Büchsen sehr sinnreich angebracht sind,

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