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Der treue Zionswächter · 1845-12-02 · 23 (2.12.1845) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
23 (2.12.1845)
Date
1845-12-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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187 Indem ich nun die Schilderung der übrigen Gemeinden fürs nächste Mal verspare, so will ich hier nur noch Herrn Abr. Neuda, Rabbinen zu Loschwitz nennen, der in letzter Zeit einige Predigten, unter dem Titel '«1 "Qi 8122, herausgegeben hat die alle von der Tüchtigkeit ihres Verfassers zeugten. G. W. Don der Murg. Meine Voraussagung über da« Resultat der zu Bühl gepflogenen Berarhungen der Anhänger des Reform- Vereins hat sich glänzend bewährt. Damals schloß ich meinen Bericht damit, daß „jene Versammlung nicht sowohl durch die, die sie besucht, als vielmehr durch jene, die sie nicht besucht, erst wahrhaft ausgezeichnet werden würde. Und so war es in der Thar. Trotz der eifrigsten Bemühungen, einen Aufstand er« müsse zu bewirken, fanden sich inclusive der dortigen Gemeinde- Mitglieder von 20,000 jüdisae Seelen, die unser Grvßhcrzegrhmn zählt, in Bühl zwischen 90 bis 100 ein, der sicherste Beweis, wie allgemeinen Anklang sie gefunden. Von den cingeladeneu Rabbinen war nur Ende gegen die gefaßten Beschlüsse, die Synagogen- Näthe, die eigentlichen Vertreter der Gemeinde, fehlten fast ganz. Nichts war indes; possirlicher, als die Art, wie man» und sogar in öffentlichen Blättern, dielen Mangel an aller und jeder Theilnahme zu der schönigen wußte. Im Seeblacc wurde mirgecheiir, daß O"."lN die Oberländer, diese Märtyrer der Orrodoxie, von der Theilnahme abgchalren; im Mannheimer Abendblatt sogar die Schuld auf den Vruchsaler „Hopfen- Markt" geworfen. (Nun sage Einer noch, an unsern Reformern sei Hopfen und Malz verloren') Die Beschlüsse anbelanqcnd, so wurde von einem Mannheimer ObergerichrssAdvocaten ein DerlckrvorqelesenzurDildung eines Central-Vcreins, der es als sein Streben anerkennt, die Regulirung der inneren und äußeren jüdischen Verhältnisse durch Reformen im religiösen Gebiete herbeizuführen u. drgl. m. Wie bereits erwähnt unterschrieben circa hundert Anwesende die gefaßten Beschlüsse, worunren einundzwanzig aus Bühl selbst, nur siebzehn aus Carlsruhe, und die Andern, wie man zu sagen pflegt, von den vier Enden der Welt. Das war der Ausgang jener prahlerisch ausposaumen Manifestation; ein Beleg mehr, für die stets vom Neuen bewahrte Thatsache, daß - der gesunde Sinn deS Volks jenem Treiben gänzlich fremd bleibt, es nie in sich aufmmmr, es verwirft und verabscheut. Ungarn. Papa, im November. Ich habe irgendwo die Bemerkung gelesen, es gebe kein Buck, aus welchem nicht etwas zu lernen sei. Mir demselben Rechte glaube ich behaupten zu können, es gebe kein Orc. in welchem sich nichts Beachrenswerrhcs finde, besonders zu einer Zeit, wo jeder Tag neue Spuren der fortschreitenden Entwickelung trägt. Ich will es daher versuchen, unfern Orr, oder vielmehr unsere Gemeinde in einem Cyclus von Bildern in diesem Blatte vorzuführen. Aber ich muß im Voraus bitten, der geehrte Leser möge mit meiner Schwachheit Geduld haben, wenn ich jedem einzelnen Bilde einige Randglossen beifüge. ES steht ja Jedem frei dieselben weg zu radiren, um das B,td rem zu erhalten, oder die seinigen nach Belieben anzuhängen. — Die hiesige Gemeinde übersteigt schon die Zahl von 500 Familien, und wächst von Tag zu Tag. Wir haben hier Juden aus den verschiedensten Gegenden, und bei Allen zeigt sich reges Geschäftsleben, insonders ist der größte Theil unter ihnen für den Handel mit allen Produkten eingenommen; sie sind ungemein thacig, daher es sehr Reiche, sehr viele Bemittelte und nur wenig Arme giebt, und diese auch nur von der Mildrhätigkeit der besser Bemittelten leben, und nicht der Hülfe Fernwohnender bedürfen. In religiöser Hinsicht sind sie hier, obgleich mit dem Geiste der Zeit bekannt und verwandt, dennoch streng orthodox, erlauben sich keine Neuerungen, und wissen trotz der ihnen innewohnenden streng orthodoxen Prinzipien durch ihre humane Toleranz so manche religiöse Differenzen der Gegenwart schonend auszugleichen. An jüdischen Handwerkern trifft man hier: Schneider, Schuhmacher, Gärber, Seifensieder, Goldarbetter, Petschaftstecher, Buchbinder. Glaser, Blechner, Tabackschneider, Bäcker, Kappenmacher, Schlachter, Bierbrauer, Cigarren- und Papier-Fabrikant u. s. w. Es darf also der israelitischen Gemeinde zu Papa mir gerechtem Lobe nachgerühmt werden, daß ihre Mitglieder äußerst thgtig und ehrenvoll zu Werke gehn-. Nun gehe ich über zu dem. was sie im

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