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Der treue Zionswächter · 1845-12-02 · 23 (2.12.1845) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
23 (2.12.1845)
Date
1845-12-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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182 Charakterschilderung der Versammlung. Das Weitere sehe man Lirerarurbl. d. Or, 19. Febr. 1815, ibi8. 550. Resumirett wir die Resultate. Was waren die Motive der Vers, im Allgemeinen? Religion nicht, denn sie haben die Gegenstände nicht religiös genug behandelt, nicht mit der gebührenden Gewissenhaftigkeit ausgenommen. Es frommt uns nicht vom humanen Standpunkte auS kn 11 Sitzungen, wovon die letzte noch zu interessanten Persönlichkeiten führte, über die Jahrtausende bewährte Gesetzgebung zu urrheilen, sondern aus derselben heraus sich über dieselbe zu verständigen', aber gewissenhaft und ernst! Es war also nicht ein Anpassen des Lebens an die Lehre, sondern ein Herabziehen der Lehre zum Leben, und dies bricht den Stab über das ganze Institut. Daher die bekannten Consequenzen, Unaufrichtigkeit (K.-N. M. S. 50), gegliedertes Kastensystem (nur Rabbiner und Prediger Knickt also gelehrte Privatleute^ sind zuzuziehen), subjektives Prinzip der Herrschaft (S. 14 f.). Wir verlassen dieses Institut nun einstweilen, um zu seinen weltlichen Analogen überzugehen, dem Berliner Refvrmverrine. Inzwischen ist der Protest der 118 erschienen, welcher nur kurz, aber sehr bezeichnend, den Charakter scharf angiebt.*) Schulbildung und Universitatsstudien geben durchaus keine Befähigung, zum Bau des Judenthums beizutragen. Wer über eine Sache urrheilen will, muß derselben vor Allem gewachsen sein. Dies ist zwar sehr einfach, es mögen es sich aber doch manche Rabbiner und Prediger merken, wenn sie es sich überhaupt merken wollen, wenn sie sich nicht nur einen würdigen Heiligenschein geben wollen, wenn sie nicht als Jesuiten gebrandmarkr sein wollen. Für heute Dein Zmvnuel. Elfter Brief. Das Jahr 1845. 1U. Der Berliner Reform-Verein gehört auch zu unserm Thema, weil er sich auch mit theol. Fragen, dem Verhältnisse der Lehre zum Leben beschäftigt. Daß er dies soll, zeigt seine Wiege, die Vorlesungen des Or. Stern; ferner außer seinem bekannten „Aufruf an die deutschen Glaubcnsbrüder" auch seine Addresse an die diesjährige R.-V, wo es unter Andern heißt: „Wir wollen uns das Zudenrhum erhalten.... damit cs unser Leben wieder mir der Kraft seines göttlichen Wesens durchdringe" rc. rc. Kennen aber diese Herren das Zudenrhum, oder wollen sie es kennen? Haben sie sich eine positive Kennrniß des wahren Judenrhums Wenn der beleidigte Egoismus in Letzterm unbekannte Grösi^aufstcllt (Z. d. I ^81^No. 24.^dat.^ 20lö) ^so^niöch^ ten, erlangt haben, dagegen spricht für dicunbcrühmtcn Nabbinen der 1l6 ihre Tüchtigkeit im Talmudischen. erworben, oder plaudern sie nicht vielmehr aus dem neunzehnten Jahrhundert heraus in das Zudenrhum hinein. Was soll maaßgebend sein, die Lehre oder das Leben? Offenbar das Leben, ja es war bei den meisten Theilnehmcrn praktisch schon maaßgebend. und die ganze Demonstration kömmt post l'estum. Wie kann ein Begründer eines jüdisch-religiösen Vereins sich Glauben verschaffen wollen, indem er den Wunsch ausspricht, daß das Zudenrhum durch die Kraft des göttlichen Wesens ihn durchdringc, wenn er in seinen Vorlesungen die Göttlichkeit der Bibel leugnet, in seinen Lehren die Vernunft zur Görrinn erhebt (und zwar seine Vernunft die Vernunft eines Einzelnen'', und sie zum absoluten Richter und Gesetzgeber der Religion macht? Das ist ein jüdischer Verein! Das Prinrip, so wie der ganze „Aufruf" ist schon genugsam gewürdigt*), wir wollen hier nur eine kleine Charakteristik hinzufügen. Daß derselbe zu den Auswüchsen wahrer Religisirär gehört, sieht Zeder ein, der denselben wahrhaft ergriffen hat. Ich füge hier nur historisch hinzu, daß die Vertreter dieser Gesellschaft m die Manier der Missionsgesellschaften verfielen, und die Proselytenmacherei recht eifrig betrieben. Umtriebe, die die Orthodoxie von jeher mir stolzem Sclbstbewußrsem verachtet hat. Sie wollen das Zudenrhum welches sie schon lange nicht mehr kennen, welches sie nie gekannt , oder dem sie sich lange schon entwöhnt haben, reformiren. wollen für diese Vernichtung des Bundesgenossen (A. Z. d. Zud. Zahrg. 9, S. 451). Beide sind dadurch für Eins erklärt, und sind in der That eins**). Es gilt demnach das aus der Eoüarion der Data unter No. 2 erhaltene Resultat auch von diesem Vereine, natürlich in seiner Art und mir seinen specifischen Nüancen. sie gehören überhaupt zusammen wie das Weltliche und Göttliche dem Jesuirismus an. Wie mit der Rabb.-Vers., so hängt auch der Berl. Reform- Verein mit dem Franks. Verein aufs Genaueste zusammen. Beiden liegt die Ungöttlichkeit der Bibel zu Grunde, ersterer ist eine Reorganisation des letzrern durch das Medium der ersten Rabb.-Vers., und seine kurze bisherige Geschichte verspricht mir Bestimmtheit ein analoges Schicksal. So ergeht es jedem Bestreben, welches sich füv jüdisch ausgiebt, ohne es zu sein. Sein Prinzip ist Subjektivität und Negation des Judenrhums, seine Glaubensartikel Unabhängigkeit von einer göttlichen Welrordnung und Befugniß zur eigenen religiösen Gesetzgebung. So ist das zweite und dritte Znstitur nur *) Man vergs. die Brochüre: »Wohin und Woher?-- v. vr. Cassel, und einen Aufsatz über diesen Verein von Präger. Daher beziehen sie sich ebendaselbst auf die erste R.-D.

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