Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 22 (25.11.1845)
- Date
- 1845-11-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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179 breiten, um dadurch Verwirrung in die frommen Schaaren der Gläubigen zu bringen. In der Derrübniß unserer Herzen ob dieser traurigen Erscheinung, schauten wir nach allen Seiten hm, von woher Hülfe kommen, wo der Wahrheit zSvnne leuchten, und die Jeebel des Trugverscheuchen würde? Da wäret Zhr eS, Hochverehrte! welche Mir Eur§r Erklärung Labung unserem Herzen, S'ärkung unserer Seele, Erhebung unserm Geiste brachtet, indem wir dadurch die Ucbezeugung erhielten, Laß noch nicht verwaist ist Israel, daß eS noch ehrenhafte Lehrer in seiner Dritte besitzt, welche pflichrgetreu unser heiliges Gesetz in Schutz nehmend, uns und unsere Kinder vor Verführung warnen, und mit dem Schiide.des Glaubens gegen die Pfeile Zrrev uns waffnen, welche mir wahrem Glaubenemuche sich als beharrliche Wächter der Thora zusammen schaaren,. um böswilligem Aufstreben entgegen zu treten, und so weit möglich, lchon gerührtem Herzen darbringcn, denn Zhr habt durch Eure Erklärung unser» Kummer gemildert, und unserm Herzen Ruhe verschafft- Zhr habr unsere Seele gelabt, .und die Sorgenwolken, die unsere Stirne bedeckt, durch Eure strahlenden, eindringlichen Worte vertrieben. Möge Euch der Allvater im Himmel dafür seinen uns erfreut und erhoben, so mögen Euch stets die schönsten Freuden blühen, wie Zhr unser Inneres beruhigt und befriedigt, so möge Euch stets Ruhe und Friede umgeben. Nehmer aber. Verehrte' mir diesem unsern herzlichen Dank zugleich auch die Versicherung hin, daß wir Euer begonnenes Werk nach Kräften mir allen »nS zu Gebote stehenden Mitteln stets auf's eifrigste zn unterstützen uns bestreben werden. Mir der Hand «uf dem Herzen geloben wir Euch, daß wir Alles aufbieren wolle», um mir Euch dahin zu wirken, daß unsere heilige Religion stets unenistellc in ihrer Ganzheit und in ihrer Reinheit wie bisher erhalten werde, damit bi« Treulosigkeit nicht über sie rriumphire, sie zu verunstalten und zu verkümmern. Möge eS Euch aber nicht betrüben, wenn fort mib fort aus dem kleinen Häufchen Euerer Gegner d,e Pfeile der Bosheit und giftigen Verleumdung gegen Euch und Euere Erklärung abgeschossen werden. Euch zu enrmurhigen und zu entkräften, wohl wissend, daß, wer haS Helligthum berauben will, vor Allem dessen Wächter entfernen muß; Halter Euch vielmehr davon überzeugt, daß. jeder Gebildete mit Verachtung über solches Treiben hinwegfiehr, und nur Eurem redlichen Streben zur Bcschü.tzung unseres heiligen Glaubens Ehrerbietung und Ächtung zollt! Steher daher fest und unverzagt auf Eurer heiligen Warre und lebet der sichern Ueberzeugung. daß die große Mehrheit der Israeliten Deutschlands und anderer Länder .Eurem frommen Bestreben Beifall zollt, und zu Eurem .Schutze bereit ist. Göttliche Hülfe wird stets Euch zur Srite stehen, und hoch erheben in Eurer Hand das Siegespanftr der heiligen Lehre Israels. O e K e r e i ch. Wien. Meinem Versprechen gemäß, rhetle ich Ihnen hiedurch über Mähren Folgendes mir. Ich beginne mit Brünn, dem Sitze des mährisch-schlesischen Guberniums. Br. zählt, wie ich glaube, etliche nur 20 Familien, die bei Weitem weniger Rechte haben, als die Israeliten zu Wien, sie bilden keine Gemeinde, und haben nicht einmal einen eigenen Gottesacker, sondern von wo Einer her ist, da werden auch seine letzten Reste hingegebeN, und so sieht wvl der Vater die Wiege seines Kindes, aber daS Kind nicht das Grab seines Vaters. D»S Gemeindeleben ist da noch ganz in der Kindheit, da ist von einer Einigung der Kräfte gar keine Rede, Einer weiß vom Andern Nickt-, der Eine kennt den Andern nicht, wenn nickt gerade durch commerziellen Verkehr. DaS Gotteshaus siehe öde und leer, und eine Schule ist bis jetzt noch nickt da. In letzrer Zeit hat Hr. Gomperz ^OVO Fl. E. M. zur Errichtung einer Schule gegeben, möge sich der Plan recht bald realisiren! Von Brünn aus könnte die Sonne des Heils für die mährische Iudenhetr aufgehen, wenn sich da die gerheilten Kräfte einigen, und sich der Aufgabe bewußt werden, die sie zu lösen haben, da so viele Brunner Israeliten einen großen Einfluß auf das mährische Gubernmm üb-n, und daher in ihrer Einigung viel dazu beitragen könnten, den Druck ihrer Glaubensbrüder zu mildern, besondererfolgreich könnte es jetzt sein, da der neue Gouverneur, Herr Graf Stadion, ein so mcnfch.ntleuttdt cher und humayer Mann ist. *