Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 22 (25.11.1845)
- Date
- 1845-11-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2625941-2626064-2626086--0203-2627706- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
180 Nicolsburg, die erste Gemeinde in Beziehung ibrcr Familienanzaht, und der gewöhnliche Sitz deS LandrabbiüerS, bierher für jetzr einen eigenen Anblick dar. ES liegt da, wie ein Znstrumenc, mit allen Mitteln versehen, aber die Hand fehlt, die den Dogen führen soll, und die gottbegeistcrten Melodien hervorlocken, und wiewohl die provisorische Leitung des OrksrabbtnatS aufs ausgezeichnetste vertreten durch Herrn Hirsch Teltscher, einen ebenso talmudisch gelehrten, als auch nach dem strengsten Sinne des WorreS gerechten und praktischen Mann, aber immerhin. der echte Nimbus geht ab, und da ist es denn auch nicht zu bewundern, wenn hin und wieder Verkehrtheiten entstanden sind oder entstehen, bekanntlich: yusnä 1e eliat est lrors äe 1a marson, les souris äsnsent sur 1a tadle. Die jüdische Schule gedeihet; aber man spürt eS dennoch, daß ihr ein Dirigent abgehr, der sie mit verständiger Hand hält und leitet. Unter den Privatiers ist vorzüglich Herr Hirsch Keltisch zu nennen, ein Mann, der nicht nur stets mit seinen Geldmitteln zu Gebote steht, sondern selbst thätig und energisch für das Wohl seiner Glaubensgenossen wirkt. NächstNicolSburg istProßnitz die eine Hauptrolle spielt, und da sind in Mähren die Jünger, die der Zeit huldigen, zu finden, die Folge einer im Allgemeinen superficiellen Bildung. Freilich sind deren sehr wenige. Das Rabbinar wird von einem Manne gehandhabt, der in neuerer Zeit mannigfach von sich reden gemacht hat, nämlich Herr H. D. Fasset. Die Schule stchr nicht mehr in der Glorie, als sie es unter der Leitung des Herrn Weisse gethan, der jetzt Rabbiner zu Gaja ist, und wünschen ihm, daß feine Laufbahn als Rabbiner eben so ruhmvoll, wie die als Lehrer sein möge. Noch ist vorzüglich zu erwähnen, daß in Proßnitz Herr Gideon Brecher berühmt durch hebräisch-literarische Arbeiten, als praktischer Arzt lebt. (Beschluß folgt.) Vermischtes. Französische Blätter erwähnen, daß nach den letzten Festtagen daS Tagesgespräch, der ungeheure Preis der r^lLO in der großen Synagoge zu Paris gewesen sei. Durch die Gegenwart des Barons v. Rothschild veranlaßt, waren am 2*' allein 3000 Frs. ausgegeben worden. Schulwesen. Zn Wien ist in jüngster Zeit eine Schule für die türkisch-jüdischen Unrerthanen von Herrn Zs. Precio Elias errichtet worden, an deren Spitze Hr. Rosenrhal, ein tüchtiger und wissenschaftlicher Mann, als Direktor und Oberlehrer steht, und die nach den Grundsätzen streng religiöser Elemente geleitet wird. Dasselbe läßt sich von der allgemeinen Religionsschule sagen. Dahingegen ist es zu bedauern, daß Dr. Wessely in Prag nickt die Bibel in der Ursprache, laut diktatorischem Befehl, vorrragen darf, mehr aber noch, das Rappoporr solches stillschweigend mit anschen kann. Literarische Notiz. Wir machen aufmerksam auf ein kürzlich erschienenes Israelitisches Gebetbuch, hebräisch und deutsch. Verbessert und mit vielen Übersetzungen vermehrt von L. H. Löwenstein. Zweite vollständige Auflage. Mit eurem Anhang, einige erbauliche Gebete in deutscher Sprache für israelitische Frauen enthaltend. Frankfurt a. M., in Commission bei Lazarus I. Posen 5606 (1845.) betrifft, in jeder Beziehung bereichert und verbessert »vordem Die Redaction. Briefwechsel Rabbiner — l in — e. Wir bitten sehr die versprochene Arbeit nicht zu ausgedehnt ge a:hcn;u lassen. Mehrlerrrg ist uns der Wunsch ausgesprochen worden, die verehrten Herrn Mitarbeiter zu bewegen, sich einer größcrn Kürze in ihren arbeiten zu b^eißigen. — I in B. Wir haben bereits öffentlich angezeigt, daß die Fürstliche Thnrn- und Tarische General - Post - Duecrron vom t. Zanuar 1846 an den Besorg dieser Blätter ün Bereiche ihres ganzen Post-Bezirks übernimmt, und zwar zum Prelle von 2 Thlr. " Berichtigung. In No. 17, Seite 140, Spalte 2, Zeile 35 von oben, lies statt den 116, die 116. G