Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 22 (25.11.1845)
- Date
- 1845-11-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Seiten ciper Negierung zum Koitus der Mcnstruirenden gar nicht denkbar. Und wer weiß, wie viele unserer frommen Urahnen deswegen lieber alle erdenklichen Leiden über sich ergehen ließen, bevor sie dieses heilige, göttliche Gebot übertreten wollten. Freilich, wäre jene Zeit so glücklich gewesen, eine solche R -V. zu besitzen, deren Mitglieder sich mit der größten Leichtigkeit über Bibel und Talmud hinaussetzen, und ohne die geringste Skrupel zu empfinden, mit den heiligsten Geboten, wie mit den etwaigen Gemeinde-Statuten irgend einer Dorfgemeinde umgehen, um sie nach Willkühr und eigenem Belieben zu modificiren oder gar abzuschaffcn,*) wahrlich, die damaligen Gelehrten hätten sich diese Mühe und weite Reise von Pallüstina nach Nom füglich ersparen können, und unsere Nationalgeschichte hätte überhaupt seit jener Zeit viele tausende Glaubenshelden und Märtyrer weniger aufzuweisen. Endlich erklärt 12. welcher ungefähr vor 1600 Jahren lebte, (^.->1 75 d) die Worte 4. B. M. Kp. 31, V. 23"22 "x mit den Worten: L'2, ein Wassermaaß, worin die Menstruirende sich gesetzlich untertauchen darf, '1.1 ->2^. das ist nämlich 40 Maaß. Ich könnte noch viele andere Stellen der Mischna und des Talmuds anführen, um das hohe Alter dieser, jedem Bibelkundigen schon von selbst einleuchtenden Eregese zu bewähren, und zu beweisen, daß selbst nach biblischem Standpunkte die Reinigung der nur nach gesetzlich erfolgtem Tauchbade bewerkstelligt werden, der frühere Koitus aber mit der »^-Strafe verpönt sei, nur erachte ich es für die noch im gläubigen Judenthume Stehenden für unnöthig, und für jene, welche bereits außerhalb derselben stehen, für unnütz und überflüssig. Ich überlasse es vielmehr jedem Unbefangenen, selbst zu urtheilen, ob nach dem bisher Angeführten Hr. Stein in jener Versamml. berechtigt war, zu behaupten: «daß biblisch gar kein Gesetz vorläge, das für eine das Baden vorschreibt, der Talmud selbst konnte für das als eine mosaische Vorschrift angenommene Gesetz des Badens keinen sichern Nachweis geben, und alle Stellen, die hiezu allegirt werden, seien kritisch unheilbar" (Orient No. 38)? und muß nicht jeder vielmehr einsehen, mit welcher wissenschaftlichen Oberflächlichkeit man hier zu Werke *) SlchedieReformvorskl< >cinderA.Z.d.J.No. 18—30. ging, um nicht nur ein traditionelles, heiliges Gebot, dessen strenge Beobachtung in Israel wir oben geschichtlich seitbeinahe2000Jahrennachgewiesen haben, sondern ein,, von jedem, mit den Regeln der biblischen Exegese nur einigermaßen Vertrauten als ein biblisch anerkanntes, und selbst von Samaritern und Karaiten. streng beobachtetes göttliches Gebot gleichsam mit einem Federzuge zu abrogiren, und nur als rabbinische Anordnung und beizubehaltcnde Sitte vor den Augen aller Welt darznstellen, deren Uebertretung demnach höchstens nur als unsittlich betrachtet werden, aber keine göttliche Strafe nach sich ziehen kann, welches alles die üble Folge haben wird, daß jo mancher Unsittliche, deren es viele leider schon in unserer Mitte giebt, gestützt auf dieser Irrlehre, gewiß mit Leichtigkeit dieses Gesetz übertreten wird- Heißtdies das Judenthum neu beleben, wenn man der Unsittlichkeit durch solche Lehren Thür und Thor öffnet? heißt dies vom historisch-positiven Standpunkte aus rcformiren, wenn man solche heilige Gebote, die seit der göttlichen Offenbarung von unfern Vätern streng beobachtet, und bereits vor 1700 Jahren mit dem Blute vieler Märtyrer besiegelt wurden, auf einmal als nicht gesetzlich vorgeschrieben erklärt? Daß übrigens die Beobachtung dieses heiligen, göttlichen Gebotes bis nun in Israel nicht nur zur Beförderung der Sittlichkeit, Keuschheit und der Gesundheit der Eheleute sowol, als ihrer Nachkommenschaft, sondern selbst zur Begründung der gegenseitigen ehelichen Liebe und in deren Folge auch zum ehelichen Glücke, sehr viel beigetragen hat, mußte selbst der gewiß nicht vom Standpunkte des orthodoxen Judenthums ausgehende Gelehrte Salomon Maimon eingestehen.*) (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin. Zehr, wo der Schleier gelüftet, der bis dahin mit magnetischem Halbdunkel jene eleUsischen Mysterien deckte, jetzt, wo die Predigten des Berliner Groß-Kophla, wie sie-ihn nennen, gehalten beim *) Siehe seine selbst geschriebene Biographie.