Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 21 (18.11.1845)
- Date
- 1845-11-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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166 zu viel aufgeLürdet werden, damit.es bei vorgerücktem A ltor^ Nicht Allbs zugleich von sich abwcrfe, wenn wir argwöhnisch dieses „Zü-Viel" überall hervorblicken sehen, wo vorunheilsfreics Unheil, wo religiöses Gesetz nur Nöthwendiges. aber auch Erträgliches ausspricht^ wenn wir endlich durch das eigene B.eissiirt den Eindruck bei unser« Kindern Hervorrufen, und stets mehr bestärken, Erleichterungen, und zumal eigenmächtige seien nicht nur erlaubt, sondern vielmehr durch die Dringlichkeit der Umstände und Verhältnisse geboten; wen hätten wir alsdann anzuklagen, wenn jene auf der einen Seite bethört und gelockt, durch, dje verführerische Syrenenstimme des GenuFes und Egoismus, begrüßt von der zujauchzenden Schaar unheiliger Alltagsgeschöpfe, während sie auf der andern Seite nicht das Gewicht ernster unverletzbarer Grundsätze, nicht die Macht der Überzeugung, nicht die Kraft und den Muth des Opferns und Entsageüs in die Wagschaale zu legen haben, nach und nach jene kindlich heiligen Eindrücke immer mehr; aus dem Gemüthe entfernen, die ganze Stufenleiter hindurch bis zum gänzlichen Jndifferentlsmuä herabsinken? Wahrlich Niemanden anders, als nüs selbst, die wir aus mißverstandener Vorsorge, oder viel häufiger noch aus eigener Bequemlichkeit, Lauheit und Unentschiedenheit den ersten Keim zu )enem allmähligen Absterben gelegt haben. Das orthodoxe Iudenthum fordert nie das „Zu-Vicl" von uns, im Gegentheil verwahrt sich sehr nachdrücklich gegen solche Maxime, pp?-?.-! aber ebensowenig erlaubt es eigenmächtige Dispensationen, weil das Eine oder das Andere uns zu schwer, scheint, weil es unserer Bequemlichkeit nicht zusagt. Vor Allem aber verbannt es den Zwiespalt zwischen Lehre und Leben, Theorie und Praxis; fordert vielmehr von uns, was wir im Prinzipe für Recht erkannt, durch die That zu bewähren , was wir von Andern fordern, zuvor als eigenes Beispiel als heilig und unverletzlich darzustellen. Das orthodoxe Iudenthum hat keine Praktiken, die unerträglich, unausführbar, zu schwer sind; dem reinen Willen hem religiösen Ernste ist auch das Schwerste möglich. Durch sogenannte Erleichterungen werden die ungestümen Anforderungen selten beschwichtigt, einmal vachgegcben, sind die Grenzen des Widerstandes überhaupt gebrochen. Die Schuld des theilweisen Abfalls der jüngeren Generation von dem göttlichen Vätergcsetze ist ebensowol den Fehlern und Schwächen der Eltern zuzuscssreiben; halten sie unerschütterlich fest am Gesetze, lassen sie den Kindern Unterricht, Erziehung und Beispiel angedeihen, wie religiöse Pflicht, und das eigene Wohl von ihnen erheischt; dann werde« jeneHMe stets seltener werden, werden in der Gotlesfurchtdcr Kinder die Eltern vom Neuen sich verjüngen, wird, da sie einmal ängcfangen, ferner sie. nie weichen die Lehre aus deiner und der Deinigen Mitte, wird ein ewiger sein der Bund, den Er mit dir geschlossen, die Worte, die ich in deinen Mund gelegt, nickst Weichen werden sie von dir, von deinen Kindern, von deinen Nachkommen, von jetzt an, bis in ewige Zeiten, so spricht der Herr! Der ZefnLtLsrrtrrs Lm Zudenthume. (Fortsetzung.) Neunter Brief. Blicke in das Leben der Ncologen. 2) Der Charakter dieser Schule war aber urwar der folgenden Generation aufgehoben^ Cs ist erfreulich. daß diese in dem Princ'pe schlummernde religiöse Spaltung hervonrar, wie es überhaupt erfreu, lich ist, wenn die Lüge sich als Lüge zeigt. Durch die Gnade des Allgütigen sollte dieser Widerspruch im Iudenrhume durch seine eigene Dialektik sich in sein-r heir zum Dewuß sein bringen. Man blieb bei den literarischen Aphorismen (wenn ich die zerstreuten Arbeiten der Mcaephlm über die verschiedensten Gebiete der Wissenschaft so nennen darf) nicht stehen . der Geist, der durch das Gänze hindurchwehre, mußte sich zum System heranbildey, und wurde sich so erst seiner selbst bewußt. Denn nur LaS har Kennrniß seiner selbst; zerstreute Gedanken bleiben innner, sozu sagen, nur unmittelbares Wissen. Die Cvnstrüktion eines Systems aber nimmt die ganze Thaligkeir eines Menschen in Anspruch, und duldet keine andere Beschäftigung neben sich.. So entstanden im neuesten Zudenrhume die Wissenschaftlichen vom Fache. Es zeigte sich bald daS Dcdürfniß jedes sich mit den Gebieten des Geistes beschäftigenden Israeliten Deutschlands, sich mit diesen Ideen bekannt zu macken. Dies traf allerdings auch mit den Anforderungen des Staates und der Zeit überhaupt zusammen, und führte die Jünger der jüdi, schen.Wissenschaft auf die Hochschulen. Daß sich un, scre Glaubensbrüder hier mit bewunderungswürdiger Energie geistig eniancipirmi, und die Anerkennung