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Der treue Zionswächter · 1845-11-11 · 20 (11.11.1845) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
20 (11.11.1845)
Date
1845-11-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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163 Wer nicht durch seine Worte, wer vielmehr durch sein ganzes Thun und Lassen, durch sein Leben eine Meinung beurkundet, der sollte den Much haben, dieselbe Meinung zu vertreten, ihre Verantwortlichkeit zu übernehmen. Sehen wir da eine ganze Gesellschaft sogen. Rabbiner und Vorsteher, deren ganzes Leben eine ununterbrochene Kette religiöser Gesetzesübertretungen ist, denen kein 'Gebot zu heilig, als daß eö nicht antiquirk werden könne, deren höchster Stolz eS ist, den Namen „Jude" durch die Thal zu widerlegen; sehen wir diese Helden, sobald sie einmal ihrer ausgesprochenen Grundsätze, ihrer bechätigten Meinungen wegen in Anspruch genommen werden alsbald daS Hasenpanier ergreifend, ein reumüthiges xnter xeoeuvi anstimmen. Der Eine will nicht den Gottesdienst reformirr, der Andere nicht antiquirt haben, und haben sie denn etwa den wie es das Gesetz vorschreibt, gehalten? Kaum ein Einziger unter ihnen, der diesen Tag gefastet, sie Alle entweihen den durch jegliche verbotene Werkchätigkeit, sie Alle verletzten aufs Gröblichste die Speisegesetze, sie Alle Verleugnen die Grundgesetze des Judenthums, sie Alle können nur schwatzenmit Injurien- Klagen drohen. Armseliges Gezücht bas! Ich beneide die Neologie nicht um solchen Beistand! Nur sterS solche Siege, und ein schmähliches Ende ist dir gewiß! Großberzoglhum Baden. Liest man seit einiger Zeit die angeblich von hieraus gemachten Mittheilungen über diesogenannre „Badische Rabb. - Vers.", so sollte man nichts Anders glauben, als das gesammte Grvßherzvgrhum, sammk allen seinen Rabbinen haben dem Talmud Baler gesagt, seien entschieden zu den Tendenzen der Nabb.-Vers. und des Ref.-Vereins übergetreren. Einmal sollen durch di« Zeitverhältnisse' bedeutungslos gewordenen Ceremonien abgeschaffr worden sein, dann sei der Gottesdienst fast ganz deutsch eingerichtet, seien die auf n'L'O und die Opfer bezüglichen Stellen ans den Gebeten gestrichen u. dgl. m. In welcher Absicht diese und ähnliche Nachrichten verbreitet werden, liegt klar und deutlich vor. Bei der allgemein sich aussprechenden Desavouirung der von der Rabb.-Versamml. sanctionirten Grundsätze hascht man von einer gewissen Seite mit einer wahrhaften Gier, nach dem geringsten Zeichen nur, das als Zustimmung zu jenen Tendenzen augesehen werden könnte. Und nun gar eine Rabbiner - Versammlung? Der Name schon ist in ganz Deutschland, und weit über dasselbe hinaus so verpönt, daß die, die ihn anzunehme» sich entschließen, von freien Stücken auf die Achtung und Anerkennung der großen Majorität jüdischer Glaubensbrüder verzichtend, ev ixsv sich zu den bekannten gottesläugnerischen Grundsätzen bekennest müßten. So schließt man. Lassen Sie unS indeß di« Thatsache von der wahren Seite auffassen. Nicht nur um nicht das leiseste Zeichen der Anerkennung und Zustimmung zu geben, nein, einzig und allein pm jene Prinzipien feierlichst zu desavouiren, war der nächst ausgesprochene Zweck jener gemeinschaftlichen Berathung. Wer die anerkannt streng religiöse Frömmigkeit des Majorität jener Versammelten kennt, wer ihr offenes Bekennen zu den Grundsätzen der Orthodoxie, dem wird eS nicht einfallen, hier ein R.-V. en mininturv erstehen sehen zu wollen. Die Beschlüsse? Für di« Praxis sind, abgesehen von einigen in Bezug auf staatliche Verhältnisse, gar. keine gefaßt worden, man vereinigte sich nur über einzelne Vorschläge, die wünschenswerth, die der zuständigen Behörde Vorgelege werden sollten. Aber auch gegen diese Vorschläge erklärte sich entschieden ein Theit der Versammelten, sobald sie nur im Entferntesten einer falschen Deurung zulässig, sobald sie nach dem Ausspruche von O'j)212 und v'V nicht unbedingt und völlig erlaubt waren. So verhält sich der wahre Hergang dieser Versammlung, und vechnee man dazu mehrere anerkannt gelehrte uud würdige Rabbinen Badens, die gar nicht hingegangen waren, .so sieht man, daß «S ein wohlberechneres Manöver ist, jener Versammlung mit Gewalt Absichten zu unterlegen, woran sie am Wenigsten gedacht, die zu realisiren ihr nicht im Entferntesten eingefallen ist. i Bayern. Burgpreppach. Unsere Rabbinats - Wahl ist vollbracht. An die Stelle unsers würdigen Rabbinen Adler, der jetzt bereits in Aschaffeuburg weilt, ist dessen Bruder, bisher Nabb.-Candidac und Lehrer in Rhein-Bayern zum hiesigen Districktö-Nabbinen erwählt worden. Wie sein Bruder, ist unser jetziger Hr. Rabb. bei vorzüglicher Wissenschaftlichkeit und Beredtheir Anhänger streng konservativer Grundsätze; wir haben durch diese Wahl bewiesen, daß wir ebenfalls Juden bleiben wollen. Frankreich. Paris. Die hiesigen Consistorial - Wahlen sind beendigt, tzremie.ux ist wieder zum Mitglieds des »

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