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Der treue Zionswächter · 1845-11-11 · 20 (11.11.1845) · page 8

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
20 (11.11.1845)
Date
1845-11-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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164 Zentral - ConsistoriumS erwählt worden. Aber unter welchen Umständen? Zuvörderst erklärte Cremieux, daß er die auf ihn etwa fallende Wahl nicht anvehmen werde. Die erste Wahl am 1. Septbr. konnte gar nicht starkfinden, da die gesetzlich erforderliche Anzahl der Wähler nicht zugegen war, (die Zahl der Berechtigten ist im Ganzen 233, wenigstens hätten 117 anwesend sein müssen, während Ln der Thar eS nur 83 waren). Bei der zweiten Wahl am 16. Septbr. waren 107 Vvtirende zugegen; absolute Majorität 54. Cremieux erhielt die meisten Stimmen, 46, allein da dienoch nicht die absolute Majorität war, mußte zur dritten Wahl geschritten werden. Die Anzahl der Wähler verringerte sich abermals, nur 82 waren zugigen, absolute Mehrheit 42, mit 44 Stimmen, also nur mir L Stimmen Majorität wurde Cremieux ins Consistvrium gewählt. Der Grund dieser auffallenden Erscheinung liegt indeß klar und deutlich vor uns, sobald »vir alle Umstande näher ins Auge fassen. So ausgezeichnet aiS Mensch, als Staatsbürger C. basteht. so wie er in seiner Stellung als Deputirrer und Advokat zur Zierde derer, denen er durch Geburt angehört, gereicht, so wenig ist C. im Consistorium an seinem Platze. Hier gilt nicht sowol der gewandte, unerschrockene Redner, der muthvolle Vertbeidiger gekrankter Unschuld, gewaltsamer Unterdrückung, hier gilt vorzüglich und zuerst der Zude. Aber alles Andere ist C. mehr, als eben Jude. DaS sahen die Wähler ein, fühlte»», daß einer Persönlichkeit, und sei sie auch sonst die ausgezeichnetste, der Eesammrheir zur Zierde gereichend». Alles, nur nicht die Religion geopfert werden durste. Die Französischen Zuden sind stolz darauf, sich treue Anhänger ihrer Religion nennen zu dürfen; wer die Zudenschaft der Metropole in der höchsten jüdischen Zemral-Behörde vertreten wollte, müsse zuerst zu denselben religiösen Grundsätzen sich bekennen. Die aus der Geschichte dieser Wahl zu entnehmende Lehre wird für Herrn C. nicht verloren sein; Dank den Pariser Wählern, die bei so hochstehenden, allgemeinzu verehrenden Eigenschaften, dennoch ihre Pflichten als Zuden nicht vergaßen, sie höher noch stellten. Von der russischen Gränze. Vom 17. Ocotber. vr. Lilienrhal, jener jüdische Gelehrte (aus Bayern), welcher vor einigen Zähren von der russischen Regierung nach St. Petersburg be- Vriefwechsel. G L. in B. Wie Sie sehen, ist das ei rufen worden, um in den israelitischen Gemeinden deS ganzen Reichs Schul-Anstalten zu vrganisiren — von deren Erfolgen dann die Emancipation sämmrlicher russischer Zuden abhangen sollte — hat nunmehr Rußland für irnmer verlassen, um mit seiner Familie nach Amerika auszuwandern, nachdem er, wie er sagt, all» Hoffnung aufgegebrnseinen unglücklichen Glaubensgenossen durch längeres Verweilen in Rußland irgend nützlich werden zu können. Dieses Ergebniß vieljähriger unausgesetzter Anstrengungen Lilienthals muß um so mehr auffallen, als nicht allein der Minister Uwarow selbst sich seiner Zeit die fragliche Errichtung israelitischer Schulen sehr angelegen sein und deshalb an einig» jüdische Gelehrte Briefe ergehen ließ, sondern auch noch ganz neulich die zur Deckung der Kosten dieses Civilisations - ProjecrS für erforderlich erachteten Geldmittel durch eine besondere finanzielle Maaßregel (die neue Licht und Korb-Steuer) herbeigeschaffr worden sind. Welche Verwendung die mittelst dieser Auflage eingetriebenen Gelder erhalten werden, falls der Plan hinsichtlich der UnterrichtS-Anstalten nicht realisirt werden sollte, ist zur Zeit noch unbekannt. (O.-P.-A.-Z.) Diejenigen unserer Leser, die eS noch entsinnen, welches Znbelgeschrei der Zeit im Lager der Neologie ausbrach, als man mit wahrhaft dämonischer Freude verkündet, die Orthodoxie sei in ihrer Urstält» angegriffen, und bald werden die tausende M'222 '512 und O'VIIQ '5Q in dem ungeheueren Umfang« Rußlands und Polendurch die Reform-Wuth deutschneologer Prediger und Lehrer in eben so viele modernisirte Tempel verwandelt sein, diese werden sich jetzt nicht enthalten können, ihr innigstes Dankgefühl gegen bi» gütige Vorsehung auszusprechen, die abermals da- Werk der Zerstörer zu Schanden gemacht hat. Einen Augenblick Vielleicht konnte man die hohen Staatsbehörden über die eigentlichen Motive jener sogenannten Emancipations - Projekte täuschen, doch sobald di» Wahrheit sich siegreich Bahn gebrochen, war es nicht anders zu erwarten, als daß man den ganzen Plan, und somit die Personen, die in ihrem eigenen Znteresse denselben gefördert, fallen ließ. Ganz besonders verdient eS noch bemerkt zu »verden, welche unendliche Mük» man sich damals gab, die einflußreichsten und bekanntesten Häupter der Orthodoxie für diesen Plan zu gewinnen, wie diese indeß vorsichtig genug waren, nicht in die Falle zu gehen, vielmehr offen und unumwunden das Falsche und Hinterlistige deS ganzen Unternehmenausgesprochen. So unter Andern in Briefen an Sir Mos. Monrefiore, der. sich dadurch wirklich bestimmen ließ, seinen Einfluß^, zu Gunsten jener systematischen NeligionSzerstörung nicht geltend zu machen. Dem sei indeß wie ihm wolle, die Gefahr ist beseitigt, Millionen treuer Zuden danken dem Herrn, daß sie nach wie vor, Zuden bleiben dürfen. Thema bereits bearbeitet; die Wahl der Andern bleibt Ihnen O

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