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Der treue Zionswächter · 1845-11-11 · 20 (11.11.1845) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
20 (11.11.1845)
Date
1845-11-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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159 hatten hervortreten sollen. Eine jede Philosophie, selbst die objektivste ist Subjektivität, und -war freie Subjektivität, die scholastische ist eS auch, dem Prinzip nach, nur daß sie, als in gewissen Grenzen eingeschlossen, unfrei ist. Es wird daher trotz aller Subtiliräten immer eine bedeutende Feindschaft zwischen beiden Substanzen, Religion und Philosophie bleiben, man wird durch die verschiedenen Versuche der Ausgleichung oder vielmehr der Verflachung des Unterschiedes nur immer mehr darauf geführt. Doch hat jede einzeln ihre Rechte, und es sei fern von unS, einer Philosophie ihre Berechtigung absprechen zu wollen, wenn sie aufrichtig auftrilt, eS wird wol unser Jahrtausende alter Glaube mir dem Wechsel der . philosophischen Systeme sich in einen Kampf begeben können. Wenn sie aber als verschwistcrc auftreten, wenn sie gleich friedlichen Brüdern für einander leben wollen, so stehen wir im engsten Sinne des Wortes im Jesui- Philosophie lassen sich nie und nimmer vereinen; es sind bloß verschiedene Formen für das spinozistische eo§itnt!o et extenso und stehen entweder, wie bei ihm, neben einander oder über einander, niemals für einander. Dieser fürchterliche Mißbrauch mir dem Heiligsten, es nach Willkühr zu modeln, zu erklären rc. wurde durch die Stellung der Juden zur Intelligenz überhaupt bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts verhütet. Als aber seit jener Zeit durch die preußischen Verhältnisse unter Friedrich II., welche mehr oder weniger Freisinnigkeit und Unentschiedenheit predigten von materieller Seite, dann von ideeller Seite durch die neue Aera der deutschen Philosophie durch Kant und das Proklaim'rsn der Freiheit in der französischen Revolution auch die Juden in ihrer Berechtigung Fortschritte machten, da erwachte auch der Geist der Wissenschaft im Judenrhume. Es war zuerst Mendelsohn und seine Schule, welche uns damit beglückten. Wir wollen uns hier nicht mit den Prinzipien der philosophischen Disciplin in der jüdischen Theologie beschäfttgen, sondern nur danach fragen, welches die Krone alles Wissens ist, was für Charakter haben wir dieser Riäirnng zu verdanken. Wir müssen in diesem Abschnitte drei Perioden unterscheiden: 1) die Mendelsohn'sche Schule, 2) Charakteristik der prinzipiellen Nachfolger, 3) Charakter der neuesten theologischen Lvngregation. 1) Kein Mensch kann sich dem Zeitgeiste entziehen, er wird mehr oder weniger davon berührt. Und doch kennt das Zudenrhum keinen solchen, sondern grade im Gegenrheil, einen Geist für alle Zeiten, der Gelst Gorree, weicher sich uns auf Sinai offenbarer, und unserer Freiheit die Schranke des Glaubens gesetzt hat. Wir haben also den Zeirideen gegenüber nichts weiter zu thun, als die wahrhafte Idee unserer Religion zu proklamiren. ES ist nUn grade das Charakteristische unser- Glauben-, daß derselbe keinen Unterschied macht zwischen Sittlichkeit, Moral und Religiösirät, wer Ein-, von diesen zurücksehr oder ausscheidetz, begeht eine Sünde gegen Alle. Wer dies unzweideutig rhur, tritt als Feind desselben innerhalb desselben selbst auf; (denn Niemand kann bekanntlich auS dem Judenchume auSscheiden); wer hierin aber feine Meinung nicht zeigt, verfallt dadurch in den schnöden JesuiriSmus. Dies ist der Charakter der Mendelsohn'» schen Schule, mit der Ausnahme weniger ihnen Unähnlichen als Wessely, Luzaro u. A. Betrachts» wir die Meaßphim als ihr Organ, so finden wir in demselben zweierlei Arten: 1) das rein Wissenschaftliche, als Philologisches, Lexicographisches, Naturhistorisches, Poetisches re., welches wir als nicht zu unserm Thema gehörig ignorrren; , 2) das ihrem religiösen Standpunkte Charakteristische, und das wollen wir hier zü unserer Betrachtung machen. Es besteht dies in Moralpredigt und dem Sittlichkeitsprinzipe, aber von dem fpecifisch Jüdischen sehr wenig. Idyllen und Parabeln, Geschichte und philosophische Abhandlungen haben sie in unserer Sprache auf's Schönste geliefert, und dies ist ihre Stärke, hiedurch haben sie dieselbe wieder zu ihrem Rechte gebracht, aber National-jüdisches tritt durchaus in den Hintergrund. Solches Verfahren nennt dev Unparteiische JesuirismuS, daö fpecistsch Jüdische wird wir auch von Andersgläubigen lernen und bedarf es dazu allein keiner jüdischen Religionslehre. Ich citire unter Anderem über Sepbr. 178-1; Bikureih Hoirrim, Jahr 5587 S. 90; ferner ">2122^ ibül. für das Jahr 5588 S. 49 ff., welches Letzteres eine Kritik gegen '2 '7I"2 ist und die einem christlichen Kritiker wahrlich keine Schande gemacht hätte. Man vergl. auch die Kritik über und 121^ (Meaßphim für das Jahr 5516) und die schöne Entgegnung von Wessely D. H. 5587. — Diese Lehren sind durchaus nickt auffallend , wenn wir von dem Privatleben der Verfasser selbst auf ihre Werke schließen. Es ist bekannt, daß die Herren Verfasser selbst dem mosaischen Judenthum zum Thtil den Rücken gekehrt haben, und daß sogar ein Berliner Stadtrath, der zu der Gesellschaft gehörre> unh als hochgefeierkes Mitglied» derselben noch jetzt genannt wird, in schnöder Frivolität Stellen aus dem Aurach Chajim übersetze und den christl. Behörden zur Begutachtung vorlegre; Stellen, die richtig verstanden und gewürdigt, nichts Anstößiges, vielmehr Erhebendes haben, aber natürlich herausgerissen und in eine andere Sprache übertragen nicht den vorteilhaftesten Eindruck machen-können. Das paart sich wahrlich schön mir Bildung und Gesinnung! — WaS war ihr leitendes Prinzip? Das Judenkhum wahrlich nicht; denn sie setzten sich zum Theil darüber

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