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Der treue Zionswächter · 1845-11-11 · 20 (11.11.1845) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
20 (11.11.1845)
Date
1845-11-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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158 geordnet, sich dennoch gegenseitig durchdringen, falls sie ein Ganzes bilden, und die Absichten realisiren Wolken, dtten Hauptbedingniß die Erziehung ist. — Zäa demnach die Schule nicht allein als eigentliche Unterrichts-,,'pudern als Erziehungs- und Bildungsanstalt abgesehen rvdxbrn muß, so darf in derselben nichts verabsäumt werden, was dazu beitragen kann, im Herzen der Jugend moralische Gefühle zu erwecken, religiösen Sinn zu beleben, und beides, Moralität und Religiosität, in wohltätiger Durchdringung auszubilden und zu veredeln. Wenn daher auf der einen Seite der von seinem Berufe erfüllte und ganz durchdrungene Religionslehrer in heiligem Ernste den Unterricht ertheilen, wenn er nickt allein die Kunst besitzen, sondern auch den Drang in sich fühlen muß, allen Lehrgegenständen durch den Stempel der Religiosität, den er ihnen rmfdrückt, die heilige Weihe zu geben, so daß der Gesamtunterricht ein eigentlicher Religionsunterricht wird: so muß auch auf der andern Seite, das in dem Kinde schlummernde moralische, und das^demselben eingeflößte religiöseMefühl angeregMnd zu solcher Lebendigkeit gebrE werden, daß Mitzuch rm Stande sei, dem heiligen Ernste des Lehrers zu folgen, und demselben überhaupt nachzufühlen. Ist einmal die Religionsbildung in dieser Absicht als der HauptmoMent irgend einer, vorzüglich einer jüdischen Schule ausgestellt, dann wird bald von dieser Religionsbildung die GesamMtbildung durchdrungen sein. Der Religionsunterricht soll nämlich nicht ein bloßes Lehrsystem, ausgerüstet mit den Regeln und Formen eines abstrakten Unterrichtes sein, sondern Religivns- und Elementarunterricht sollen, als coordinirte, sich ergänzende zum praktischen Religionsunterrichte gedeihende Disciplinen angesehen werden, wie die Religion selbst, als des Lebens schönste Blüthe dieses nach allen Richtungen durchdrungen und zur Reife bringen muß, und also "alles mit Recht in ihr Gebiet gehörig betrachtet wird, was auf Erhöhung und Veredlung der Lebensthätigkeit des Individuums sowol, als auch des Gesammtlebens abzielt, und das ist der gelammte Unterricht der Schule. Es ist diese eine im Judenthume selbst uwhlbegründete, aber oft auf inseitiger Weise angewandte Ansicht; dadurch allein 'kann die durch ihre materielle Richtung unheilig gewordene Zeit eine höhere Weihe wieder erhallen. und außk die Schule als Vorbereitung für, und Einfi^chung in das Leben angewandt, dadurch allein kanrfnn'e Anwendung des Religionsauf den Gesammtunterricht möglich gemacht werden. — War es daher die Aufgabe der Erziehung, die moralische und intellektuelle ^Bildung des-Geistes zu fördern, war die Schule unentbehrliches s§ens zur Lösung dieses Problems der Erziehung, so ist endlich vornehmlich das Beispiel, das von unberechenbarem Einflüsse,. vornehmlich auf die moralische und religiöse Entwickelung des zu Erziehenden ist. Prägen sich schon sinnliche, nur für das äußere Auge empfängliche Eindrücke unserem Geiste und Gemüthe tief ein, lassen sie nimmer zu verhallende Nachklänge in uns zurück, um wie viel mehr muß dies bei geistigen Eindrücken der Fall sein. (Beschluß folgt.) Der ZefrrLtLsmrrs im Judenthume. Von H. (Fortsetzung.) Achter Brief. Die Mendelsohn'sche Schule. Ich Halle es für nöthig, der folgenden Zeit wieder eine innerliche Deduktion vorauszuschicken. Wir müssen bei dem so großen Gegensätze des Folgenden und Früheren uns erst in dem Gedanken ganz von vorn herein orienriren. II. Haben unsre neuen Theologen und waS haben sie v. dieser Gesellschaft ausgenommen? Zn unserer Mitte ist ein Mann erstanden, der der intelligenten Welt einen ungeheuren Umschwung gab, der mehrere Jahrhunderte in seinem Geiste vorausgeschauel hat, und der vielleicht jetzt Noch nicht überrroffen ist. Ich meine Daruch Spinoza. Es qab schon früher die Differenz zwischen Religion und Philosophie zu den ernstesten Streitigkeiten Anlaß (ich mache nur auf die Werke r M21N '^11? .^12 ,O'-P2 von siru .-l'NPO aufmerksam); aber durch diesen in seiner Art so großen Mann erreichte dieser Streit eine ganz neue Arra, wie überhaupt die Phiiosophie durch ihn eine ganz neue Richtung erhielt. Die damaligen Vertreter der Orthodoxie waren viel zu umsichtig, als daß sie nicht die Größe des Ruin« hatten gewahren sollen, und von der andern Seite nicht / wie es der wahren Orthodoxie zukömmt, entschieden mit ihrer Gesinnung

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