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Der treue Zionswächter · 1845-11-04 · 19 (4.11.1845) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
19 (4.11.1845)
Date
1845-11-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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151 Charakterzug gab. Auch in j'OM' "bSO heißt es, er habe trotz seiner Armurh nie etwas von der Gemeinde genommen. Diese schlichten Charaktere sind es, welche wir uns wieder vergegenwärtigen müssen, gegenüber Verkehrter Heiligkeit, der Snbieckivirär noch Raum geben? Cs bleidc uns nur nochvcn der Orthodoxie die Zeit vom Baal Haturim, bis aus ohngesähr die Mitte deS vorigen Jahrhunderts übrig, wo der Geist unserer Zeit zuerst auftauchre. Je naher wir unserer Zeit rücken desto ähnlicher werden uns die Charaktere, desto mehr können wir unsere talmudische Kenutniß mir der ihrigen im Verhältniß sehen. Wir sind bereits zu der Zeit gelangt, welche die Ncologie zu ihrer Zielscheibe macht, die Zeit des obfcuranceii ist schon erreicht. Wir wollen auch diese Zeit beleuchten, und sogleich zusehen, wie sich unsere Zerr dagegen ausnimmr. Das Prinzip war: forschen in den Alten, worin sie allerdings obscuranrcr und nicht so frei, wie dir Früheren waren, hierin gingen sie aber nur in den Fußrapfen der früheren selbst, die ihrerseits auch wieder vbscuranrcr als die entsprungen, gegenüber immer mehr und mehr zu befestigen; sie machten nur wie die Allen es rhaten. Ich kann mich bei der Deurrheilung dieser Männer wegen ihrer großen Mannichsaltigkcir wieder bloß auf die Vorzüglichsten beziehen, und will ich daher folgende herhorheben: .12 ,X'2 .">'2 Wir fragen wieder, wie lehrten sie, wie lebten sie, und wie wollten sie das Verhältniß der Lehre und des Lebens gehalten wissen? — Sie gingen wiederum ganz auf in der Religion, ließen sich ganz durch sie bestimmen, und gaben ihre Persönlichkeit ganz auf, hatten also für sich keine besonderen Zwecke, 281' 121 2'2'81, daher ist das Studium der Lehre, es sei welcher Theil derselben es wolle, gleich religiös, und daher bemühen sie sich mit unglaublichen Erfolgen, alle literarischen Monumente der früheren Zeit in sich allfzunehmen.' Man vergl. dazu die Vor, rede deS 818p '"1.12 zu N"8, die des zu 2'."l über 8'2i m d ^1,12; über letzteren noch seine Vorrede zu .12^ 2'; des Schach's Belesenheit in dem Meere des Talmuds ist unübertroffen und sprüchwörtlich geworden, nicht weniger der 8"2 mit seinem Wissen, oonf. die Vorrede von dem Sohne des 8'2» Wir wollen jedoch hier nur einige charakteristische Züge dieser unserer würdigen Coryphäen anführen. Cs tritt zuweilen zu weit gingbesonders in der uns zunächst liegenden Zeit. Hier ist nie die Lust, sich selbst sprechen hören zu wollen; mit der größten Devotion wird gegen Kie früheren verfahren, mit dem gewissenhaftesten Studium werden die Werke der Quellen in der Casuistik abgemessen und in Erwägung gezogen, die Erhaltung des Glaubens in feiner Reinheit und daS Abwehren deS Fremden und Schädlichen ist ihr heiliges Bestreben, und dafür traten sie mir der größten Entschiedenheit aus» Entschieden und kräftig in ihrem Amte waren sie aber eben so bescheiden, sich stets in ihren Grenzen zu halten, und sie eiferten gegen alle Grenzüberschreitung. Sie consiruirren sich das Leben wiederum aus der Lehre, und nahmen von ersierem durchaus bloß, Wandels, simpel und einfach, ohne den Heiligenschein sich auf Erden zu heiligen, solches heißt gottgefällig und religiös leben. Auf letzteres müssen wir immer wiederholt aufmerksam machen, daher heißt es auch 2'' -'"21 "l"', daß der Gelehrte vor dem thatsächlich frommen Manne aufstehen dürfe, (daß es nickt wider seine Ehre sei) , oder nach Anderen, ausstchen müsse. Fern ist und bleibt daher von dem Standpunkte der der subjektiven Vereinigung des Lebens und der Lehre. Religion allein ist das Lebensprinzip, dies ist der Grundgedanke, welchen wir bisher verfolgt haben, dieses Prinzip wird von jedem '11.1', gleichviel welches Standes er sei, befolgt, denn es qiebt keinen Stand im Indem hum; dies Prinzip wird klar und entschieden verfolgt, denn es gicdc keinen Jesuitismuö im orthodoxen Judenrhume. Für heute Dein Jmonuel. (Fortsetzung folgt.) Om Märtyrer neuerer Zeit. Novelle von I. Gettig. (Beschluß). VL. Die Luft ist feucht und nebelig, heulende Windstöße erschüttern die Mauern des alten Gebäudes, in dessen einsamlichen Räumen so viele elende Schlachtopfcr znsammengedrängt sind, denen der bleiche Tod mit grinsendem Lächeln täglich entgegenzutreten droht- Im Vorhofe, den schwarze Mallern umstehn, wandelt Moses gedankenvoll auf und ab. Seine Thron eines höhern Richters führen soll. Der Morgen ist noch nicht völlig am Horizonte hervorge« brochen und Halbdunkel überzieht den wolienbedecktcn Himmel. Noch glänzen einzelne Sterne am Firmaments, aber ihr Licht ist schwach, und sie scheinen trauernd auf die entartete Erde herabzuschauen. Ringsum herrscht noch tiefe Ruhe, — die Ruhe eines Kirchhofs! —

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