Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 18 (28.10.1845)
- Date
- 1845-10-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Achtung vor unfern heiligen Institutionen und Anhänglichkeit an den Glauben der Väter erwecket, nur dann in liebevoller Thätigkeit für den, Ln so mancher Hinsicht zurückgesctzten und darum mehr, als Nutzern der gegenseitigen Hülfe'und Unterstützung bedürftigen Glaubensbrudcr der Juden ermuntert, wenn er der Sprache kundig ist. Ln der seine heiligsten Urkunden geschrieben sind, in der Moses die göttlichen Gesetze geschrieben, David seine heiligen Lieder gesungen, die Propheten ihre feurigen Ermahnungen gesprochen und unsere Väter in freudidigen, wie in kummervollen Tagen ihr Herz vor Gott ausgeschüttet und in Unvergleich tief ergreifenden Worten ihre schmerzvolle, trübselige Geschichte des Kampfes für ihren Glauben, mit tiefer Schmach) Erniedrigung und gräßlichster Verfolgung, mit Thränen oder mit dem Blute ihrer Märtyrer ausgezeichnet haben;— wenn er die Sprache versteht, deren Klänge von jeher eine bezaubernde Kraft über das Herz eines jeden nicht ganz gemüthlosen Juden, hatte; — sondern auch, weil cs dieser erlauchten Behörde nicht entgehen kann, daß, weil eben der Gottesdienst der Juden, bis auf einzelne Gebete, in hebräischer Sprache abgehalteu wird und die synagogalen Prinzipien in dieser Sprache vorgelcsen werden, der Unterricht in dieser Sprache und namentlich das Uebersetzen der hebräischen Gebete und des Pentateuchs, aus der, ihrer ganzen Stellung und Verfassung nach als Vorbereitungsanstalt zur Synagoge zu betrachten, Religiosität nicht entfernt werden darf. Fortsetzung folgt. Zeitungsnachrichten. Ungarn. Papa, 9. Ocrbr. Geehrtcster Herr Nedacteur! Mir Vergnügen ersah ich ans Ihrem jüngst an mich gerichteten Schreiben, Sie wellten allen persönlichen muß ich mein beharrliches Stillschweigen endlich brechen, und nur mit Widerstreben behellige ich die geehrten Leser Ihres fruchtbringenden Blattes mit einer Erwiederung von Angriffen, deren Inhalt und Ton gewiß jeden Gebildeten mit Widerwillen erfüllen, allein da— was leider nicht in Abrede zu stellen ist — auch die Arroganz und den Unverstand ihre Fahnenträger bei der großen Menge haben, so möge man mir diesmal meine nothgedrungene Abwehr zu Gure halten, wogegen ich feierlichst verspreche, Ihre geehrten Leser auf keinen Fall mit dergleichen unliebsamen, polemischen Streitigkeiten mehr belästigen zu wollen. " Wahrheit ist das Bild der Gottheit, der weise Schöpfer hat das von unserm Wesen untrennbare Streben nacy Wahrheit in uns gelegt, und diese nehme ich mir heute zur Führerinn dieser Zeilen. —7. — Es gibt Referenten, die jedes Geträtsch brühwarm der Redaktion auftischen, sich nicht daran begnügen, auS der VvrrarbSkammer eigener Allotrien ihren Harlekinskram hervorzuheben, sondern noch ein Verdienst darein setzen, Gemeindezustände entstellt der Oeffentlichkeit zu. übergeben. So hat Herr S. S. in No. 37 der Zeitung deS Judenthums die hiesige Gemeinde und zwei ihrer nachbarlichen tief beleidigt; doch ich vertheidige die Gemeinde in der ich lebe, und die ich kenne, Anderen das Ihrige überlassend.— Es wäre wahrlich unrühmlich solche literarische Buschkläpper weiter zu verfolgen; dennoch aber muß ich Meine Feder derb spitzen und Herrn S. S. miktbeilen, daß er nebst vielen Andern, auch mich sehr in Lxtusis versetzte, ob der bodenlosen Anmaßung mir der er sich crkühnre, sich unberufen zum Richter aufzmverfen, und im schulmeisternden Tone Andern Moralien zu lehren! Herr S. S. als Fremder und Domestike ermächtiget sich einem durch Kennmiß und Erfahrenheit gleich ausgezeichnetem resp. Gemeinde-Vorstände öffentlich voschrciben zu wollen: „Einen tüchtigen, gelehrten, mit Ncdnertalent be- „gabren Nabbincn, keinen Stubengelehrten nehme „man auf, und wenn'S möglich, noch früher alS „die Einweihung der Synagoge statlfindet; schreibe „auch zugleich dem etwa hin sollenden Rabbinen „Regulative vor?' Ist Hr. S. S. dazu berechtigt? Hat man ihn schon um Rath befragt? Vorschriften solcher Leute wie Hr. S. S. wurden von dem resp. Gemeinde-Repräsentanten schon längst in die Rumpelkammer alter Schaclecken geworfen. Herr S. S. wünscht aber auch „einen Chasan, der beim Singen