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Der treue Zionswächter · 1845-10-21 · 17 (21.10.1845) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
17 (21.10.1845)
Date
1845-10-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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136 dem Schooße der Erde steigen, und mit schwarzen Flügeln unheilvoll über die Fluren dahinrauschen. «Ich sage Euch nichts mehr als dieses: der Versöhnungstag ist nah, und mit ihm Gaffe her. Ein wildes Geheul drang durch die Fenstern; Alles stürzte an dieselben; die rabenschwarze Nacht war durch wogende Fackeln erleuchtet, und bei ihrem Scheine gewahrte man eine stürmende Masse Volks, die in tosendem Gewühle sich durch die Straße verbreitete- «Was giebts!» rief einer aus der WirthSstube durchs aufgcrissene Fenster hinab in die fluthcnde Menge.' «Herbei Bürger!>- tönten tausend Stimmen von unten» «herbei, wir wollen daS verfluchte Nest, die Judenspnagoge niederreißen! wir wollen das ganze Judenviertel niederbrennen, um auf seinem Grunde einen Tempel der Vernunft zu bauen«.' schallte es von der andern Seite, «vorwärts, vorwärts!« In einem Augenblicke war die Wirthsstube geleert. N«r Meier und der Sanskülotte blieben zurück und wechselten Blicke, die nur zu verständlich waren. «Siehst Du's«, kreischte Meier, «wie uns das Glück in die Hände arbeitet? Jetzt gilt's, hinunter und das Feuer angeschürt! Wir wollen unsere Rechnung schon finden, dafür sei unbesorgt!« — »Hinaus!« brüllte der Sanskülotte, und stürzte nach der Thüre. Plötzlich aber vertrat Meier ihm den Weg und sprach: «Höre Freund, ich Menge, die unten immer drohender anwuchs, und im Sturmschritte auf das Judcnquartier loseilte!- Arme Taube von Zion! Scheuen Flügelschlages entwichst du zitternd aus dem Orient, dem Lande deiner Heimath, und ermatten nimmer und des Herrn Gebot treibt dich noch lange unstät umher, dis du endlich mit dem versöhnenden Oelzweig des Frildcns aus der grausen Nederfluthung auf die Berge deiner Väter zurückflatterst! IV. In tiefe Nacht ist das Straßennetz gehüllt, daS in seinem engen Raume so viele unruhig schlagende Herzen, so viele gramerfirllte Gemüther umschließt; schweigend liegt Alles da, von den Fittigen der Nacht bedeckt und nur hier und da dringt ans den Fenstern eines einsamen Häuschens das späte Nacht- Plötzlich aber regt es sich an der schwerem eisenbeschlageneu Pforte der Gaffe; der Wächter wird durch das Klirren der schweren Angeln aus seinem Schlummer aufgestört und eilt Watten. Das fah MoseS Baple ein, der mit unter den Ersten durch den Ruf des Pförtners geweckt, sich bewaffnet hinaus begeben hatte, um wo möglich noch zu retten und zu helfen. Um ihn hatten sich bald Gruppen gesammelt, die voll Hoffnung zu ihm aufschauten, wie sich im brausenden Sturm die Wogen um den Fels schaaren. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Oester eich. Wien, den 8. Oktober 1815. Geehrtester Herr Redakteur! Sie haben bereits vonganz Europa Correspondenzen, jedoch von hier aus sah ich noch keine. Glauben Sie ja nicht, daß die Ursache ist, weil, wie manche Herren zu sagen pflegen. Alles schlaft, nein! Alles regt und rührt sich, O'IlL" selbst diejenigen, die sonst nie an den religiösen Kämpfen der Zeit Theil genommen haben, werben sich freiwillig an zum Kampfe des Herrn. Und kein Anderer hat daS Aufgebot dazu ergehen lassen, als Sie, Herr Redakteur! Za, selbst diejenigen, die bereits schon der neuen Zeit angehört haben, aus

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