Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 17 (21.10.1845)
- Date
- 1845-10-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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137 dem Grunde, weil sie selbst kein Naisonnement über die Bestrebungen des TageS geben konnten, und daher blos auf die Tagesliteratur gewiesen waren; diese kehren jetzt freudiger zurück, indem sie sehen 8- Um Ihnen nun ein Bild von den hiesigen Zuständen zu entwerfen, erlauben Sie mir eine Allegorie, wie sie mir jüngst meine Phantasie vormalte, als ich die belebten Straßen der Residenz des Abends durchschritt und sie durch Gaslampen beleuchtet sah, Ihnen hier zu schildern. Lange schon stritten die Astronomen, was die schwarzen Flecken an der Sonne bedeuten; kann sein, meiner Meinung nach, daß die Dame Sonne Schönpflasterchen tragt, oder daß sie ihr die Narur gegeben hat. ' Wir wollen das Letztere annehmen. Die Dame Sonne aber ist sehr eitel. Wir dürfen uns in jetziger Zeit gar nicht darüber wundern, da selbst die Herren so eitel, und so viel auf's Lxtvrienr gegeben wird, und das den Ausschlag giebr, ob einer hager oder dick, vom gelben oder rochen und weißen Teint sei. Die Dame Sonne ist also eitel, und um sich rein zu waschen, geht sie täglich Abend ins große Meer, um da ein Bad zu nehmen, und läßt ihren Gatten, den Mond, zurück, um als treuer Wächter und Hüter bei den Menschenkindern zu bleiben. Doch dem Vater, wie es scheint, ist daS Geschäft zu mühsam und er gehet seinen Wegen nach, wie das so oft geschieht, daß weder Varer noch Mutter sich um die Erleuchtung ihrer Kinder kümmern, und es dem Zufalle überlassen, wie und auf welche Arc und Weise ihre Kinder erzogen werden; welche Lehren ihre Kinder erhalten. Die Menschen wenden sich daher an die Narur, daß sie ihnen eine Leuchte auf dem dunkeln Lebenswege gebe, und sie weiser sie an das Pflanzenreich, und dieses bietet ihnen den.Oelbaum^ jedoch das Oel gibt ihnen keine fette Flamme, wohl ein Licht, das aber der geringste Luftzug verwehet und auslischt;- sie wenden sich daher nochmals an die Natur, und sie weiser sie hin auf das Thierreich, und dieses bietet den Talg; wohl ist da die Flamme eine hellere, das Licht ein wärmeres; aber kaum, daß eS einige Minuten leuchtet, muß es geputzt und geschneuht werden, und wie oft kann es nicht ge, schehen. daß ein Unbeholfener und Ungeschickter, der wol Kraft in den Händen har, aber mir der rohen Faust, daS Licht putzen will und es verlischt, die Menschen wenden sich wieder an die Natnr, und sie weiset sie hin auf das Steinreich, jedoch die Steinreichen wollen Nichts hergeben. Gekränkt und beschämt wenden sich nun nochmals die Menschen an die erzürnte Natur, und diese, unmulhig über das Spiel, geräth in Aufwallung, so daß die Luft sich entzündet, und die reine und Helle Gasflamme bietet, und die beleuchtet, daß Oel und Talg kein Helles Licht geben. Das ist leicht herauszufinden, ».wir wissen es Ihnen Dank, daß Sie den Impuls gegeben haben- und wiewohl in jüngster Zeit hier Hr. I)r. W.y aus P. prophezeiet hat. daß der Wächter untergehen wird, so denke ich, daß es der Fall sein wird, wie es oft im Leben geschieht, wenn man Einen für tobt auSgeschrien hat, daß er sodann desto länger lebt. Ja, vom Hetzen wünschen wir es, daß Gort Ihnen die Kraft und die Ausdauer zu dem übernommenen Geschäfte geben möge, 's>'^L21, denn man hätte wirklich bald verzweifeln müssen, wenn man auf unsere jüdischen Zeitschriften und auf die Brochüren sieht, die «» jüngster Zeit erschienen sind, ssN2 12,"'.^'' und einen A. Adler, Pe—pe—pe—-Prediger zu Worms (wie er zu mir sagte, als er vor einiger Zeit hier war) der gegen einen N. Adler, Hirsch, Horwitz rc. schreibt. Männer, von denen jeder gegen 77 A. Adler einstehen könnte Und überdies die Lügen, die da gang und gebe sind, und wenn es auch die in der Nähe Stehenden für eine Lüge erkennen, wenn nur der Betreffende bei den Entfernten verunglimpft ist, so ist auch schon was genützt. So läßt sich Hr. Philippsohn in seiner „Allgemeinen^ No. LL schreiben, daß Hr. Horwitz hier nicht Rabbiner sei, und Hr. Pe—pe—Prediger Adler schreibt, man kennt den hiesigen Herrn Rabbinen nicht in den höheren Kreisen. Ich wollte, die Herren wären auf einige Zeit hier, um sich zu überzeugen, in welchem Ansehen und in welcher Ehre Hr. Rabb. Horwitz nichr nur bei der jüdischen Elite, sondern auch bei den hohen und höchsten Staatsbeamten stehet, u. sie werden anders reden; jedoch, was sage ick, sie würden gewiß nicht anders sprechen, da die Lüge in ihren Kram hineinpaßr und leider "2"! 22^ UebrigenS gehört die Demuth und Bescheidenheit zu den Eharakterzügen unser- Herrn Rabbinen, daß er auf obenerwähnte Angriffe gar keine Replik schrieb, so wie es Herr Mannheimer, der gelehrte Redner und Kämpfer für Israels Rechte, thar, alSder polnische O'22 5NW, vr- Hoi-Heim, gegen ihn auf so schmähliche Weise zu Felde gezogen ist.