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Der treue Zionswächter · 1845-10-14 · 16 (14.10.1845) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
16 (14.10.1845)
Date
1845-10-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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128 unter welchem Namen sonst diese subjektive Zersplitterung des Volksganzcn auftritt. Die Tauroh ist als unsere Religion eine für Alle, und wir sind Alle Eine, welches reckt unjesuitisch gerade das innerste Band des ganzen Volkes ist, sein einziges Lebenselemenr, gegenüber den brutalen oder urbancn Unrerdrückungssystemen seiner mannigfachen Gegner, die seit mehreren Jahrtausenden in seiner Mitte oder außer seinem Verbände aufrrcrcn, Unlcrdrückungesystcmen in der Form des Fanatismus, oder dessen Gegentheils, der Frivolität. Was endlich die Einheit der Kirche und des Staates in dieser Zeit betriff?, so dürfte eigentlich hiervon hier gar keine Rede sein, weil es, wie wir so eben angrdcuret, eine solche Trennung im Zudcnthume gar nicht giebr. Wir sind Alle bestimmt, Priester des Herrn zu sein, wir sollen seine Anerkennung unter allen Völkern verbreiten, und wie cs unsere Aufgabe ist, die äußeren Staaten religiös zu idealisiren , so um so mehr unfern eigenen Staat ganz in die Idee des göttlichen Gesetzes aufgehen zu lassen. Staat und Kirche sind daher identisch, aber »ucht durch eine menschlich gebildete Gesellschaft, welche die Kirche zu sich zieht, wie im Icsuirismus, sondern durch die Religion ftlbsi, welche alle menschliche Genossenschaften und so auch die des Staates im Zudenrhume vergeistigt und idealisirt. Aber wenn auch eine solche Theilung des Priesterthums und der Weltlichkeit für möglich gehalten wird so spricht das jüdische Volksbewußtsein dagegen, und das der Volksführer nicht dafür. Man bezieht sich in diesem Punkte gewöhnlich auf das Vcrhältniß des Aufstandes des Kaurach (">21 ' ,1"' und das zwischen Sckemuel u. dem Volke (1^1 dt .'ll ,'bt Kaurachs ^n^'ftrcng^n Volks Vertreter aufmerksam machen, wie^z. B. 's—X Von Gott heißt es schon in der Tauroh O'52 dw' SO "MX «der kein Ansehen der Person kennt,« vor dem alle Menschen «nd durch den freien Aufschwung einer edlen Gesinnung sich zur Gottgcfälligleit erheben. Man vergleiche n'' so wie über diesen Gegenstand überhaupt viele andere Stellen im die uns die Zeit nicht auszuführcn gestattet. Aufstand beruhete aber nicht auf einer Priuzipienfrage, sondern auf Persönlichkeit und Nuhmsucb?, er glau.bre sich nämlich in seinen hockmüthigeu Plänen als Levit gefährdet, und stützte sich nur auf seinen äußeren Anhang. haben und einen größeren Anhang als 250 unter 600 000 gehabt haben. 2s gehört auch eine ziemliche Verwegenheit dazu, in einer Zerr, voll der unhier wieder, wie immer, daß er gar keine eigene Best'mmungsgründe habe O'V—Also keine Vereinigung beider Substanzen, der Religion und des Sraatslebens, wollte M. erstreben, sondern bloß die unmittelbar gegebene Zdenritär Beider, faccisch proclamiren. Wenden wir uns zur angeführten Stelle eine Ansicht, welche nie auf jüd-s bem Boden crwacbscn ist. So soll derselbe nach "» .'X 7^122? statt daß er, was der einfache und einzige Sinn jener Stelle ist, eine Prophctenschule harre, die von religiöser Begeisterung und höherer Empfänglichkeit für das Gorresworr erfüllt war, ein theatralisches Priesterinstitur gestiftet haben, das die Freiheit des Volks in die Fesseln der absoluten Hierarchie schlagen, und der Kirche eine unbedingte Hegemonie über die Weltlichkeit geben sollte. Solche unjüdische, subjektive, theologische Philosophieen werden in eine Zeit vor mehr als 3000 Zähren hrneingerragen. Lassen wir uns aber einmal von dieser philosophisch theologischen Höhe zu der simplen Geschichte herab, so sieht das Ding ganz anders aus. Dann erscheint uns ein treuer Hüter im Weinberge des Herrn, der d«e Lebendigkeit des GvtteswortS durch seine Schüler ganz einfach, in Zißroeil erhalten und fortpflanzen wollte, und der mir allen Kräften seinem Berufe folgte, in allen Verhältnissen Gorc als ewigen König anzuerkennen, ähnlich wie spater bei Jeremijohu cs heißt: O'iAvx >">.1 -)^Q1 Es ist also wiederum nicht eine subjektive Macht, die sich der andern, der göttlichen, bemächtigen will; sondern blos das Bestreben, die lauterste Anerkennung Gottes in Zissroeil zu erhalten. — Das bisher Erörterte ist wahrlich so einfach, daß es vor weniger als 50 Jahren ans Lächerliche gestreift hätte, daran zu erinnern, und daß Du mich vor 3 Monaten gewiß über solche Bemerkungen tüchtig ausgelacht hättest; allein die Zeiten ändern sich. Seitdem Geistliche, welche kaum den Text unserer heil. Schrift verstehen, sich mit von Außen inS Zudenlhum übertragenen Zdeen brüsten, und über die Tauroh statt in ihr raisonniren,

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