Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 16 (14.10.1845)
- Date
- 1845-10-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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129 und seitdem leichtsinnige Weltkinder mit vollem Munde solche Thorheiren nachspcechen, selbst wenn sie die Unwahrheit solcher Raisonnements einsehen, seitdem mußte man sich zu der unbelohnenden Mühe bequemen, wieder ganz von vorn anzufangen, und wieder zu postuliren. was eigentlich in stedc. — Wir haben nun gezeigt, daß in dieser Periode keine Differenz zwischen Lehre nun zu der nächsten Zeit des jüdischen Lebens seit dem Auftreten der von der Zeit der i'TlIX bis nach den über. — Für heute Dein Zmonuel. (Fortsetzung folgt.) Das Schulwesen in Ungarn. Von L S. in P — . (Beschluß.) Was die weibliche Jugend betrifft, wird meistens so verfahren: die Töchrerchcn in ihrem fünften Jahre werden zur Schule geschickt; da wird monatlich für die Lehrgegenstände und weiblichen Arbeiten 18 Groschen bis 1 Gulden w. w. ' Lcbr - Honorar gezahlt; mehr als 30 — 40 Mädchen kann weder der Lehrer noch die Lehrerin erschwingen, folglich wird eine Gehilfin oder ein Gehilfe erfordert, deren Gehalt sich auf 20 Gulden w. w. erstreckt, bleibt noch für Lehrer und Lehrerin 20 Gulden übrig; dafür wird Lokal, Holz und sonstige Requisiten bestritten, demnach bleibt den Chefs der Hunger und die Noch zum Lohne übrig. Daraus läßt sich leicht auf das energische Lorschreiten der weiblichen Jugend schließen. Abgesehen die Pesther, Preßburger. Araber und Groskanischaer israelitischen Lehranstalten chann man noch bisher keiner erfreulichen in Ungarn erwähnen, und bei diesen finde ich ungereimt, daß von Oberlehrern gesprochen wird. Meines Erachtens sollte jeder gutgewählte und seines Faches fähige Lehrer in einem und demselben Range mit dem Oberlehrer stehen, — außer, selber ist auch zugleich Direktor — und alle eines Honorars Iheilhaftig werden. Jedes Jahr abwechselnd sollte jeder Lehrer Rektor sein, der auf die Schule ein wachsames Auge habe, zum Beginnen Des Lehrkursus die Zöglinge in den Katholog aufnehme, die Klassifikation nach Verdienst der Kinder einrichte, Prämien vertheile, aber nicht bestehe es in Schabbes-Obst — die Klagen über die Zöglinge beurtheile, über dieselben nach dem vorgeschriebenen Schulrcglement rickte, Samstage die Zöglinge versammle, um ihnen von dem resp. Lehrpersonale erbauliche Vorträge' abhalten zu lassen u. s. w., denn wenn ein Lehrer Ober- und die in ihrem Fache ebenso bewanderten Lehrer Untergeordnete find., herrschen beständig Zwistigkeiten, diese werden entmuthigt und verfahren mit ihren Verpflichtungen ganz lau, welches die Schulcommission , die bloß aus Bemittelten und nicht aus Sachverständigen besteht, zu benrtheilen außer Stand ist. Ucbrigens sollten die Lehrer, die für die Lehranstalten neu ausgenommen, ans Musterschulen genommen werden, die mit guten Zeugnissen sowohl über ihr Wissen, als, auch über ihre makellose Aufführung versehen find, oder sollte ihnen von Präparanden über ihre abgelegte Prüfung, sowohl in den betreffenden Wissenschaften, methodischen Kenntnissen, und so auch von einer Behörde über ihre Aufführung tcstirt, und wenn sie tüchtig find, möge ihre Eristenz auf lebenslang gesichert sein, damit ein junger Mann sich bloß einem stabilen Stande widmen könne; denn das Lehrfach als Nebensache zu betrachten, kann nie für die Schule Heil bringen, kann nie den Eltern spätere Täuschung ersparen, um wieviel weniger das Wohl der Jugend auf die Zukunft befördern. Bisher find noch in den meisten Ungarischen Gemeinden entweder Studirende oder besser Charlatan s und Bochrim die Leiter der Jugend, die das Lehrfach als Stütze ihres Vorhabens, und nicht als wesentliches Fach betrachten, und so lange dies fortwährt, ist das Schulwesen blos ein Puppenspiel, und ich behaupte, Studirende und Bochrim eignen sich durchaus nicht immer zu Erziehern oder zu Lehrern einer Anstalt. Man vernimmt wohl, daß jetzt in mehreren jüdischen Gemeinden, als in: Lavasbereuy, Tschakathurn, Passa und in noch andern, die Errichtung einer Lehranstalt aufs Feierlichste in Anklang kömmt. Ich wünsche ihnen z^ ihrem Vorhaben göttlichen Segen, mögen sie dieselben zweckmäßig ins Leben bringen und sich nicht bethören lassen, nicht minder empfehle ich die sonstigen Gemeinden, die ihr Schärflein zur Verbesserung ihrer bestehenden Schulen beitragen wollen, dem Schutze des Allwaltenden, der nur unser Bestes wolle»