Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 15 (7.10.1845)
- Date
- 1845-10-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Schulkinder ist gar keine Rede: denn geht ein Zögling durch die Gasse, so läuft er längs derselben, wie ein Rennthier, ohne seine Vorgesetzten zu kennen, vielweniger zu begrüßen; kömmt man in die Gasse der Schule, hört man schon an der Ecke derselben ein fürchterliches Geschrei, die Schüler demoliren beinahe das Schulgebäude, oft prügeln sie sich weidlich ab, laufen hin und her, wie wilde Thiere! und so sieht es mit der Schulbildung der Jugend noch in gar manchen Gemeinden Ungarns aus. Alles das hier in Erwähnung Gebrachte findet indeß blos in den Provinzial-Stadt-Schulen statt, aber in den Dörfern verwildert die Jugend, wie die Huronen. Diese lernen gar Nichts, sie bilden sich Lnsonders in der Gymnastik, allein, ohne Lehrer aus, sie gehen in die Pferdheerde, reiten herum, fechten mit Knütteln, spielen blinde Kuh und bleiben aber auch Ln der Blindheit und Dunkelheit. — Und woher rührt diese so lobenswerthe Lehre für die Jugend? Blos daher, da man daselbst kleine Buben, die als Schächter engagirt, lfür die Kost als Privatlehrer aufnimmt, und diese tragen den ihnen selbst nur um Einen Zoll entwachsenen Knaben, höchstens das vor, wie man unreifes Obst bis zur "Gröps abschotet", ja zuweilen trachten derlei Informatoren das erhaltene Frühstück derselben abzulungern. — Für den Anstand beim Gottesdienste wird den israel. Schülern Ungarns nicht viele Achtung eingeflößt, denn der Sabbat, der durch heilbringende Lehren der Informatoren geheiligt werden soll, grade dieser wichtige Tag ist der Zentral - Tag, wo sich unsere liebenswürdigen Söhne ins Freie begeben, daselbst ihren Lehrer bereden, täuscheln, sich prügeln u. s. w. Zuweilen bringen auch solche Söhnchen üble und unwahre Nachrichten von dem Lehrer ihren Eltern zu, solche Verläumdungen werden von den Eltern säulenfest behauptet, und dann geht es über den Lehrer los, welcher in Gegenwart seiner Zöglinge von den Ettern derbe Worte erhält, welches dann nach allen Gassen in die Posaune geblasen wird. Nun wenden wir uns auch noch zu der andern Hälfte des menschlichen Geschlechts; doch bevor ich meine referentalische Feder dazu in Bewegung setze, muß ich noch einen ungemeinen Uebelstand rügen, wovon ich schon Augenzeuge war: Nach vollendeter Prüfung, — die größtentheils Samstag ist, — erhalten auch die Zöglinge ein sogenanntes «Schabes- Obst", welches ansgeworfen wird. Dazu versammeln sich die Zöglinge, wer mehr erhaschen kann, trägt den Sieg davon, die aber wenig erhaschen können, werden entrüstet, prügeln die siegende Partei und erbeuten ihr Gut. — (Beschluß folgt.) Jüdisch - Antiquarisches. Auszüge aus dem '11.-,, (Forschung zu No. 13 d. Bl.) Als ich nach der Ursache fragte, warum nicht auch jetzt in solcher Größe sich von dem Korallholz vorfände, wurde mir geantwortet, daß das Meer sich ungemein erweitert habe, daher es jetzt unmöglich sei, Holz in solcher Größe zu bekommen; nur mit äußerst vielen Schwierigkeiten finden sich Aeste und Zweige, welche nun diese kleine Stückchen, die man heutigen Tages, zwar sehr selten noch, zu sehen bekömmt, ausmachen. Ferner bemerkten dieselben, daß man aus eben diesem Holze Instrumente verfertigte, die bei weitem den Werth des besten Goldes überträfen, dasselbe würde besonders wegen seiner eigenthümlichen schönen Nöthe bevorzugt, welche durchaus nicht mit der in unserm Lande zu vergleichen sei, weil durch verändertes Klima auch die Naturröthe geschwunden. — Von den Jedem auffallend merkwürdigen Steinen ließ ich mir erzählen, daß bei dem Bane, welchen Salomon aufführen ließ. die Steine oft 8, doch meistens 10 Ellen lang waren. Sie fügten noch hinzu, daß der jetzige Tempel von Herodot erbaut wurde, denn der, der von den aus dem babylonischen Eril zurückgekommenen Juden mit Erlaubniß des persischen Königs Cyrus erbaut, sei sehr ärmlich, und in jeder Beziehung mangelhaft hergestellt worden, bis endlich der große König Herodot, von religiösem Geiste beseelt, denselben niederreißen ließ, dahingegen einen andern aufführte, welcher den ersten in vielen Beziehungen übertraf. Denn bei seinem ungeheuren Reichthume ließ der König Schiffe nach den entferntesten Gegenden der damals bekannten Meere ausrüsten, um zu ermitteln, wo die ächten Marmorsteine aufzufinden seien. Es wurden ihm nun auch wirklich ächte Marmorsteine, weiß wie Schnee, von beinahe un-