Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 15 (7.10.1845)
- Date
- 1845-10-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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119 Der Zesnitismus im Judenthnme. Von H.) (Fortsetzung.) Dritter Brief. Fassen wir den.letzten Punkt nur recht scharf ins Auge, denn er ist der Wendepunkt unserer ganzen Unterriren, nach den Prinzipien dieses die Welt seit mehreren Jahrhunderten beherrschenden Instituts des ZesuikismuS so bestehen diese in der absoluten MachcderSubjektivität, nicht der Subjektivität des Einzelnen, sondern ich möchte sagen der objektiven Subjektivität, einer Subjektivität, die zur größtmöglichsten Allgemeinheit geworden ist, sich zur gegliedertsten Gesellschaft bestimme har. Der Icsuirismus kennt bekanntlich keine Schranken in der Verfolgung seiner Zwecke, die objektiven Sttclichkeitsgesehe müssen schwinden, und sich ihrer Heiligkeit entkleiden , wenn die Gesellschaft dadurch ihre Zwecke verfolgt. Daraus folgt unmittelbar die Vermischung des Heiligen und UnhcUigen, das Prinzip der Lüge und.Unaufrichtigkeit. des EinschmeichelnS, der Hartnäckigkeit und Schlauheit, der Fügsamkeit u. Heuchelei. Ferner der Grundsatz, daß der Zweck die Mittel heilige, daß selbst der Mord etwas Verdienstliches sei im Dienste der Gesellschaft, überhaupt, daß nichts Substantielles dieser historisch objecrivirren auf den Prinzipien der absolutesten Subjektivität basirren Körperschaft gegenüber von Bedeutung ist. Denn daß der Kathvlicismus dieser Genossenschaft nur ein äußerliches Band ist, sieht jeder, dem ein tieferer Blick in die Geschichte dieses Verbandes und in die neuesten Tagesbegebenheiten gestartet ist. Es ist daher auch nicht zufällig, daß die Gründung desselben grade in jener Zeit fällt» wo die Macht des erwähnten Neligionesystems schon gebrochen wurde u. er erscheint bloß als scheinbare Reaktion derselben. Da mir die so sehr zugemessene Zeit keine weitere Erläuterung dieser sich übrigens bei genügendem Nachdenken Jedem ergebenden Andeutungen erlaubt; so wollen wir diesen allgemeinen Betrachtungen nur die vorzüglichsten Fundamente des Zesuitismus hinzufügen. 1) Die starre Gliederung der Verfassung zu einem bestimmten Kastensystem und unendlicher Kette von Oberen und Unteren. 2) Die Vereinigung der weltlichen und kirchlichen Macht in einer Person. Mit erwähnten Fundamenten wird dieses größte aller historischen Institute ganz ausgemessen. Man wagte es nun in neuester Zeit, orthodoxe Rabbinen mit diesem außerjüdischen Verbände zu vergleichen, wir wollen den Vergleich verfolgen, und uns ganz objektiv an die Data halten. F§r h^te Dein Imonuel. (Fortsetzung folgt.) Das Schulwesen in Ungarn. Von L. S. in P —- . (Fortsetzung.) Oftmals wohnte ich schon öffentlichen Prüfungen bei, wo ich mit größtem Bedauern in Erfahrung brachte, daß die Lehrgegenstände umnethodisch vorgetragen werden, indem die Zöglinge zur Täuschung der Anwesenden in der Nationalsprache beim Redeworte sind, bevor sie noch das Vorhergehende wissen; fragt man einen Schüler über die Abänderung oder Steigerung, so sitzt er wie vom Schlag gerührt, ohne Aufschluß geben zu können.— Dies kommt mir ebenso vor, wie ein Musikmeister, der seine Zöglinge ein Paar Wochen schon, ohne Schule und Skala, auswendig ein Paar Ländler, Galopps und wie diese elektrischen Tänze noch heißen mögen, abfiedeln läßt. Dem Laien kitzelt so was das Ohr, aber das des Sachkenners wird zum Davonrennen beleidigt. So wenig aus solchen Musikzöglingen Virtuosen werden, ebensowenig werden aus den oberwähnten Schulkindern Gelehrte; was bleibt shnen endlich übrig, als wieder das Chiffon- Pfeifchen in den Mund zu stecken, und Fetzen zu sammeln! — Die Grundsache liegt darin, daß in den meisten Schulen solche Individuen angestellt sind, die Jahre lang mit ihrem Bettelsacke umherwandelnd, sich in ihren früheren Jahren dem Talmud widmeten, endlich diesem untreu geworden, ohne Vorkenntnisse die philosophischen Wissenschaften hörten, einer sich durch ein geputztes Aeußere, der andere durch seine scheinbare Demuth das aufmerksame Auge der betreffenden Gemeinde-Glieder auf sich ziehen. Solche sollen die Zukunft der Jugend mit Blumen bestreuen § Diescssollen ihre Mentor sein, u. sie von den Kinderschuhen an der Civilisirung entgegenführen? Nein, solche gewiß nicht, die einer Erziehung und Besserung noch selbst bedürfen! Männer, die nicht für das Wohl und Vorschreiten der Jugend, sondern nur auf ihren Unterhalt bedacht sind, können auf keinen Fall den Keim der Jugend ausbilden; denn die Jugend sieht keine gute Beispiele und so bleibt der alte Ton bei vielen Kosten und Spenden, welches ehedem mit viel geringeren Kosten geleistet wurde. Von anständigem Betragen der