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Der treue Zionswächter · 1845-10-07 · 15 (7.10.1845) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
15 (7.10.1845)
Date
1845-10-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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118 Jahrtausende nachher, durch seine Schöpfung erschollen, als er am Sinai sein ewiges Gesetz verkündet, und damit seine Seligkeit schuf. Und einst zum drittenmale wird es ertönen, wenn das große Ziel der Menschheit erreicht ist, , und dieses den Weltbewohnern verkündet wird. Das wann schlummert im Schooße der Zukunft, vom Schleier des Geheimnisses bedeckt. Wie aber die Wirkungen der dreimal ertönenden Gottesstimme miteinander in Verbindung stehen, belehrt uns unser großer Lehrer in unserer indem er spricht: (5 B. M. 31,28.) „Versammelt alle Ältesten eurer Stämme und eure Amtleute um mich her; ich will ihnen diese Worte des Gesetzes verkünden und Himmel und Erde für sie zu Zeugen nehmen." Der liebende Lehrer und große FührerJsraelssah sich am Ziele seines thaten- und segensreichen Lebens, und sollte von Israel scheiden, dieses seinem Schicksale überlassend. Und wie konnte er dies, ohne daß die bangste Sorge um das Heil seines geliebten Volkes seine große Seele erfaßt hätte? Er wußte, wie oster Israel zum Gehorsam hatte ermahnen müssen; wie oft dessen Glaube dem Dünkel seiner gebrechlichen Menschenvernunft zum Spielball gedient; er wußte, daß kein Lehrer nach ihm im Stande sei, der Lehre in Israel die Stütze zu bieten, welche sein Lehramt für dieselbe war, und er rief daher in großer Versammlung, nach Verkündigung der Lehre des Herrn, Himmel und Erde zu unvergänglichen Zeugen auf; sie sollten für die Thora zeugen: erstens, für ihre Größe, zweitens, für ihre Beständigkeit und drittens, für ihren Segen, den sie bringt. * * Nichts ist dem Bestehen der göttlichen Religion und der Ausführung ihrer Vorschriften gefährlicher, als der eitle Wahn, daß sie dem Verstände, und nicht dem unbedingten Gehorsam gegeben, und daß sie der menschlichen Einsicht untergeordnet sei. Ich schweige von dem großen Heere derjenigen, die sich ihrer religiösen Pflichten zu entledigen suchen, indem sie das Widerstreben der Vernunft gegen dieselben im Munde führen, während nur sinnliches Bestreben ihren Willen lenkt; ich schweige vom großen Heere derjenigen Religionsübertreter auch> welche, während sie in ihrem Hochmuth mit ihrer Einsicht den Gottesglauben meistern wollen, richtige Dernunftschlüsse in gewöhnlicher Sphäre schon kaum dem Namen nach kennen; solche Religionsverächter widerlegen sich durch sich selbst und drücken sich den Stempel der Lächerlichkeit und der Schande auf. Nur die verdienen eine belehrende Berichtigung ihrer falschen Ansichten, welche anscheinend mit Aufrichtigkeit zu Werke gehen, denen vernünftiges Denken kein leerer Schall ist, denen Ungebundenheit im Lebensgenüsse nicht als Ziel ihres Strebens gilt. Aber sie glauben, nicht höher könne dev Mensch seinen Schöpfer ehren, als wenn er seine edle Gabe der Vernunft unbeengt walten lasse; sie glauben, es sei eines mit tiefer Erkenntniß begabten Geistes unwürdig, zu billigen, was er nicht erkennt, zu thun, was er nicht begreift, zu meiden, wovon eigene Einsicht ihn nicht abmahnt. Armer, schwacher Sterblicher! der du so denkst. Schaue den Himmel an, der mit seinem Blau in majestätischer Wölbung über deinem Haupte sich ansbreitct. in unermeßlicher Entfernung zahllose Welten umschließend — er ist das Geschöpf dessen, welcher die Glaubensworte dirgebor. Staune an,schwachesGeschöpf! dennächtlichen Sternenhimmel mit seinen unzähligen Lichtern, deren kleinstes vielleicht an Größe und Umfang der Erde gleicht. Siehe, wie sie glänzen vom Lichte dessen, der als seiner Welten Leuchte seine Lehre schuf. Siche dich um auf der ganzen Erde nah und fern, und merke, welche Weisheit im Walten der Natur, welche Uebereinstimmung in ihren Gesetzen , welche unermeßliche Kunst in dem kleinsten ihrer Geschöpfe. Und alles dieses dir so nahe Liegende schon bleibt in seinem Werden und Schaffen deiner Einsicht ein Geheimniß, in seinen Wirkungen unerforschlich; und du wolltest dich erkühnen, den Maaßstab deiner gebrechlichen Menscheneinsicht und beschränkten Vernunft an Gottes ewiges Wort zu legen, es zu leugnen, 'weil du es nicht begreifst? Kann G l aube dem Wortbegnsse nach schon etwas anderes sein, als das, ivas Menscheneinsicht nicht zu erkennen vermag, und von ihr als Schöpfung himmlischer Weisheit vertrauensvoll ausgenommen werden Muß? Darum Sterblicher! Himmel und Erde zeugen für die Größe, für die Unergründlichkeit deines Glaubens; schaue auf sie, und es schwinden die Nebel des Zweifels, welche zwischen ihm und deiner Seele sich lagern uwchten. (Beschluß folgt.)

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