Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 15 (7.10.1845)
- Date
- 1845-10-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Jahrgang Der 1L Organ zur Wahrung -er Interessen vr. En och, Direktor und Oberlehrer zu Altona. Unter Verantwortlichkeit der Verlagshandlung: Herold'sche Buchhandlung des orthodoxen Jirdenthnms Von diesem Blatte erscheint Wöchentlich einmal. Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 H Ct. (2 Thlr. pr., 3Fl. 30 Xr.) Man abonnirt Hamburg, den 7. Oktober 1845. Lnhslt. Die Natur ein Herold des göttlichen Glaubens, Predigt-Skizze des Oberrabbinen Ettlinger zu Altona. DaS Schulwesen in Ungarn, von L- Sin P — . (Forts.) Züvisch-Antiquarisches. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten aus: Unter - Franken, der Rhein - Provinz, Mannheim, Hildesheim, Mecklenburg-Schwerin. Miscclle. — Glauben, von W. Nn. — Briefwechsel. Die RrrLue ein Herold des göttlichen Glaubens, Gedanken beim Jahreswechsel. Predigt-Skizze des Oberrabbinen Ettlinger zu Altona. Gehalten ^'1 'S. Wie das Schiff, vom Dampfe getrieben, in eiligem Schwünge durch die Fluthen seinen Weg sich bahnt, und schwache Wellenschläge seine Bahn noch bezeichnen, wenn schon die Wasserfurche wieder geebnet ist, so durcheilt der Erdensohn, vom Dampfe der Eitelkeit getrieben, die fluchende Zeit, den Weg seines Lebens hinter sich höchstens noch kundgebend durch schwache Werke , die jedoch ebenfalls bald verschwinden. Die Ähnlichkeit des menschlichen Lebens mit dem Lauf des Schiffes, welches Ströme und Meere durchfliegt, sollte jedoch stets eine vollkommene sein. Wie Letzteres ein Ziel verfolgt. welches es am Ende seines Laufes zu erreichen strebt, so muß auch des Sterblichen Leben hienieden ein Ziel im Auge haben, nach dem es seinen Lauf richtet, und dieses Ziel heißt — ewige Seligkeit. Auch die beflügeltste Fakrt muß ihre Ruhepunkte haben, wo für den weiteren Lauf Stoff zur neuen Kraft gesammelt, und das am Schiff etwa schadhaft Gewordene wieder ausgebessert werden kann. So auch die Lebensfahrt des menschlichen Daseins. Der eiligste Lauf muß oft gehemmt, und in einen Sicherbeitshafen eingelaufen werden, wenn zerstörende Stürme drohen, wenn für die fernere Fahrt neue Kräfte zu sammeln, und Schäden auszubeffern sind. Für den Israeliten bietet der Jahreswechsel mit seinen Festen einen solchen Ruhepunkt dar. Da muß das Leben erforscht, untersucht, und wo Mängel entdeckt, diese emsig durch Buße verwischr und das schadhaft Befundene ausgebessert werden. Da muß neuer Muth, neue Hoffnung, neues Gottvertrauen geschöpft werden, aus der Erinnerung, der göttlichen Wohlthaten, welche die Vergangenheit für uns verzeichnet, um mit freudigem Muthe frisch gestärkt der Zukunft entgegen zu steuern. Unter den vielen derartigen Erinnerungen, welche besonders der danach benannte , Erinnerungstag, der erste im Jahr, für uns hat, steht an der Spitze, die Erinnerung an die Weltschöpfung, Erinnerung an das Werden von Himmel und Erde. Des Herrn schaffendes Wort hatte das unendliche Nichts durchtönt,. und Himmel und Erde standen vollendet da. Zum zweitenmale war des Allgütigen Wort, zwei