Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 14 (30.9.1845)
- Date
- 1845-09-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2625941-2626064-2626078--0130-2627625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
115 gerung wol darin liegen, daß auf eine Irnmediat- Eingabe der Conservativen noch immer nicht der Allerhöchste, definitive Bescheid erfolgt ist. Wenn auch für die nächsten Feiertage der Gottesdienst in der sogenannten „großen Synagoge" besonders reformatorisch beabsichtigt wird, so hat sich andererseits die Zahl der Privar-Synagogen, in denen natürlich nach hergebrachter Väter - Sitte das Gebet verrichtet wird , bedeutend vermehrt, und beträgt diesmal zwischen 30 — 40, so daß in dieser Beziehung kein Mangel so leicht zu befürchten sein wird. Trier.*) Von einer großen Anzahl hiesiger Gemeinde-Mitglieder ist folgende Addresse an unfern Oberrabbinen Cahn in Folge seiner in neuerer Zeit stets mehr hervorrretenden / destruktiven Richtung erlassen worden: «Herrn Oberrabbincr Cahn hier. und liebevollen Führers bedürfe, und einen solchen glaubte man in Ihnen finden zu können. Die Anfänge Ihrer amtlichen Wirksamkeit waren nicht geeignet, diese Hoffnung zu vermindern, daß Sie mit Eifer sich Ihrer Pflichten annahmcn, und es schien, nicht mehr fern zu liegen, daß durch die Einheit der Bau einer neuen Synagoge zu Stande käme, wodurch unser Gottesdienst In der letzten Zeit jedoch veränderten Sie, Herr Oberrabbincr, Ihre Richtung, indem Sie ohne die Stimmen der Gemeinde zu befragen, schon zweimal sich den sogenannten R.- rabbinischcn und' positiv-historischen Judenthums sich befinden. Sie bethciligten sich bei denjenigen Neuerungen, welche in jüngster Zeit im Iudenthume aufgetaucht sind, und machen diese Neuerungen zu einem Bestandtheile Ihrer Bestrebungen. Sie gingen selbst noch weiter; Sie verfochten öffentlich die Richtigkeit dieser Ihrer Ansicht. Sie griffen diejenigen an, welche dieselbe nicht theilten, und bedienten sich zu beiden der Kanzel. Wir Unterschriebene, die wir von der Uebcrzeugung der Richtigkeit der alten von den Vätern uns überlieferten, geoffenbarten Religion und deren Satzungen durchdrungen sind, *) Unser Berichterstatter hat mit der Absendung dieser Adresse, die sich bereits in der letzten Nummer des «Orients" vorfindet, gewartet, um zugleich die weiteren Schritte des Oberrabbiner Cahn mittheilen zu können. Gut, sie ist Ihnen anvertraut, um von dort zum Heile Ihrer Gemeinde zu wirken, und das unerläßlichste Fundament dieses Heils ist der Frieden- Ihrer Gemeinde und zu allem diesem bedienen Sie sich rer Ihnen nur zu heiligen Zwecken anvertrauten Kanzel. Wir hoffen zu dem Gotte unsrer Väter, daß er Sie beerkennen, und nach der Ansicht vieler alrer Rabbincn erklären müssen. Wir fordern Achtung und Schonung für unsere Neligionsansichten von Ihnen, wir halten diese Ansichten für wahr von Vorurthcilen befreien wollen, selbst zum vorurthcilövollen und rücksichtslosen Eiferer. Der Frieden in unserer Gemeinde, das Gedeihen derselben und mit gleicher Liebe nnd Achtung anerkennen. Trier, 1-1. August 1815. (Folgen die Unterschriften.) Als Antwort auf diese durchaus würdig und ernst abgefaßre Adresse, suchte Herr Oberrabb. es zu veranstalten, daß von einigen seiner Anhänger ihm eine entgegengesetzte Adresse, des Inhalts, daß man mit seinem Wirken zufrieden sei, und er sich in seinen Reformen nicht stören lassen, überreicht werden sollte. Allein dieses Manöver gelang so schlecht, und die Zahl der Unterschriebenen siel so gering aus, daß man lieber