Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 14 (30.9.1845)
- Date
- 1845-09-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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116 ganz schwieg, und die Sache auf sich beruhen Ueß. Wer vorzüglich den Geist der hiesigen Land-Gemeinden,— wie wenig man hier geneigt ist, der modernen Reform Vorschub zu leisten, und ist es natürlich doppelt erfreulich, daß diesmal das erste entschiedene Wort, nicht vom Lande, sondern von einer größer» Stadl, von dem Sitze des NabbinatS selbst ausgegangen ist. Herzogrhum Braunschweig. Draunschweig. Sie werden gewiß neugierig sein, zu erfahren, was denn eigentlich unfern Rabbiner, vr. Herzfeld, veranlaßt, sich wegen seines cingestanbenen Fahrens am Sabbat, öffentlich zu entschuldigen. Der Grund ist indeß, weil unsere Vorsteher und sonstige Männer von Einfluß alsbald, nachdem der „Zions- Wäckrer" jenes Factum hieher berichtet, sich zu vr. H, begraben, und ihn fragten, ob das Mirgethcilre sich wirklich der Wahrheit gemäß verhalte? Da dieses natürlich nicht in Abrede gestellt werden konnte, so erfolgte der Bescheid, daß eS erlaubt sei, am Sabbat zu fahren. Worauf einer der Anwesenden erwiederre, daß er zwar selbst davon überzeugt sei, und sich durchaus nicht genire, am Sabbat zu fahren, daß es aber ziemlich unpassend sei, wenn der Rabbiner öffentlich zu derartigen Skandal Veranlassung gebe, abgesehen davon, daß in der ohnedies aufgeregten Gemeinde, durch solches Betragen Unfrieden und Zwiespalt noch vergrößert werde. Wir indeß, ohne uns natürlich auf die gänzlich gehaltlosen, von d»r gröbstken Unkennmiß im Gebiete ralmudischen Wissens zeugenden Entschuldigungen des vr. H. einlassen zu wollen, lassen unsere Correspondcnren weiter berichten. Wie fragt derselbe: Ist O"!'' »1212 und j'.iQTi 2212 ebenfalls bereits abgeschaft? Oder wie kam es sonst, daß der Herr Landrabbiner in Baden an der Gasttafel, sich 8LN8 ta^on ungewaschen, in Gesellschaft seiner Begleiterin, Fräulein D. zu Tische setzte, und als der gegenübersitzende alte, ehrwürdige Herr, nachdem er vernommen, wer sein vi8 ä vis sei, sich laut und vernehmlich über solch' rücksichtsloses, selbst den Anstand verletzendes Benehmen, gegen seinen Nachbar ausließ, so bald die Tafel verließ, daß er vor lauter Eile sogar 2212 vergaß? Hat der Herr Landrabbiner auch für diese Dispensation irgend eine alte gefunden? oder hatte Dr. Salomon vielleicht seine Freunde sein Exemplar des 2'1'21 122 geliehen? Wir sind auf eine Entschuldigung hiefür sehr begierig. Dock, nein! ijui 86 exeu8Lt, aoeusst. Hannover. Hannover, d. 26. Sept. 1815. Bei der gestern hier vollzogenen Rabbiner-Wahl, woselbst von den 56 mirberechkigren Synagogenverbänden 49 vertreten waren, wurde Cand. Meyer (geborener Hannoveraner) mir 34 Stimmen zum Rabbinen erwählt, und dürfte die Bestätigung von Seiten unserer Regierung außer Zweifel liegen. Cand. Meyer ist in seinen talmudischen Kenntnissen Schüler des vr. Adler, von welchem er auch mit der ordinirr worden. — Es steht daher zu erwarten, daß M. sich die religiösen Grundsätze seines achtbaren Lehrers zum Muster vorzeseht hat, so wie wir andrerseits von diesem thatkräftigen jungen Manne eine umsichlsvolle Handhabe unserer Interessen, im Allgemeinen wahrzunehmcn haben dürfen. — Ver irrLs ch t e s. Neulich kam in Memel der zum Judenfhume dort übergeirerene Seilermeister Neuetzig wieder aus Jerusalem an, um seine Familien-Verhältnisse gänzlich in Ordnung zu bringen und dann für immer im gelobten Lande zu leben. Die dortigen Behörden haben ihm viele Schwierigkeiten in den Weg ^gelegt, die jedoch bald vollständig durch einflußreiche Vermittelungen beseitigt wurden. H. C. Zm ganzen Kurhesstschen werden jetzt Addressen pro L contra t)r. F. beim Ministerium eingeretchr, um die Stimme deS Landes zu documentiren. Wir freuen uns, mircheilen zu können, daß die ersteren die bei weitem größere Zahl ausmachen. Auch aus den Provincial-Haupr-Stadten gehen solche ein, unter denen die von Hanau sich besonders durch Entschiedenheit auszeichner, und dringend um F.'s Bestätigung bittet. Da dem Berliner N.-V. vom Ministerium weiter nichts erlaubt nprden ist, als ein Privat-Gottesdienst für die nächsten Feiertage, so haben sich einige Filiale bereits von dem Haupr-Vereine getrennt, da ihre Erwartungen durchaus anderer Art gewesen seien. Schon wieder ist ein sehr bedeutendes Legat zur Förderung des Talmud - Studiums ausgesetzt worden, und hoffenavir nächstens das Detail mittheilen zu können.