Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 14 (30.9.1845)
- Date
- 1845-09-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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114 lich von rabbinischcr Gelehrsamkeit nichts weiter, als Geigcr's und Holdhcim's Broschüren. 'ü"! — Gehet nun hin, und werft auf den Ausspruch dieser Autoritäten den thcuer errungenen, mit dem Märtyrerblute eurer Väter Jahrtausende hindurch erkämpften und glorreich behaupteten Glauben gleich der Spreu in den Wind! — Es ist wahrhaftig schwer, hier nicht bitter zu werden. Das Schulwesen in Ungarn. Von L. S. in P — . Ter Genius der Mildthätigkeit senkte sich endlich nieder auf unser herrliches Vaterland, und brachte Trost den Dürftigen, Balsam den betrübten Kindern. Er war es, der die Herzen so vieler Gönner und Freunde der Armen entzündete, auf daß die Flammen der Milde und Nächstenliebe als willkommenes Opfer emporlodern zum Throne des ewigen Vaters der Barmherzigkeit. Mit freudigem Herzen sieht jeder Menschenfreund, der das „Schulbedürfniß,, wirklich fühlt, wie in unserm geliebten Ungarn, auch diesem Drangsale mehrere Helfer und Förderer des Guten erstehen; wie sich unterstützt lobcnswerthen Eifer dcrObrigkeitcn durch den allmählig der Born menschenfreundlicher Impulse ergießt; wie die Edelsten der Nation sich brüderlich die Hand reichen, um dem Haupt - Bedürfnisse genügend zu entsprechen, um des Wohls der Jugend sorglich zu pflegen, und verwaisten Kindern, Eltcrnstelle zu ersetzen, Trost und Glück in die kleinsten Hütten verwahrloster Kinder zu bringen. — Eine der unstreitig wichtigsten Pflichten auf welchen jetzt in den achtbaren jüdischen Gemeinden unseres vielgeliebten Vaterlandes so wetteifernd Rücksicht genommen wird, ist das ersprießliche „Schulwesen".— Diesem so philanthropischen Zwecke, fühle ich mich höchst schuldig, einige Worte zu widmen, dessen gute Seiten zu loben, und wo es erheischt, dessen Mängel und Fehler sonder Parteilichkeit zu rügen. Die achtbaren jüdischen Familien Ungarns eilen mit Riesenschritten dem Vorschreiten der Lehranstalten entgegen, sparen keine Kosten, und ihre Spenden sind so beträchtlich, daß sic das allgemeine Lob eines jeden Menschen verdienen. Die betreffenden Lehrer der Schüler, werden möglichst gut besoldet, und ihnen, insonders sie sich mit ihren Zöglingen auf öffentlichen Prüfungen auszeichuen, die größten Ehrenbezeugungen gezollt, die Kinder, welche vorgeschritten sind, mit Prämien beschenkt, sogar auch jene, die keine Günstlinge Mamons sind, so weit es thunlich ist, mit den nöthigsten ..Saison-Klecdungstücken versehen, dafür kann ihnen wahrlich das größte Lob von Jedermann mit Freuden ertheilt werden. — Das Zweckwidrige mancher dieser Schulen aber muß ich leider mit folgenden Bemerkungen belegen. Fortsetzung folgt. Zeitungsnachrichten. Preußen. Breslau. Seit seiner Rückkehr von Franks, a. M. ist Geigcr's Streben augenscheinlich dahin gerichtet, bei seinen eigenen Anhängern, denen er durch sein entschiedenes Hinneigen zu den Tendenzen des Reform- Vereins doch zu weit fortgeschritten erschien, von Neuem Zutrauen zu erwecken. Daher wird denn das Resultat der diesjährigen Versamml. überall in den glänzendsten Farben geschildert, scheint das ganze Streben vorläufig dahin gerichtet zu sein, die Beschlüsse jener Versamml. hier ins Leben zu rufen. Doch unsere einmal mißtrauisch gewordenen Reformer lassen sich durch dieses Manöver eben so wenig rauschen, wie unsere Conservativen durch ein ähnliches. Es waren Vorlesungen oder besser Disputationen über die cinzuführenden Reformen angezeigt worden, und sollte es dabei jedem Einzelnen gestartet sein, eine entgegensetzte Meinung öffentlich verthcidigen zu dürfen. Natürlich wurde hierbei auf die Dialektik des gewandten Redners gerechnet, und sollten die Gegner mit Eclar besiegt werden. Allem diese waren vernünftig genug, um die ihnen gelegte Schlinge zu merken. Bei den beiden bisher gehaltenen Vorträgen waren natürlich die Anhänger der Orthodoxie nicht zugegen, und ein kurzer matter Scheinkampf, der sich einmal entspann , war nichts weiter, als eine voraus abgeredete Comvdie, mit nur sehr mittelmäßig besetzten Rollen, und war selbst in Uneingeweihten nicht zn täuschen im Stande. —Fassels's Hieherkunft ist trotz aller Bemühung des Vorstandes noch sehr ungewiß, und mag vorzüglich der Grund der Zö-