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Der treue Zionswächter · 1845-09-30 · 14 (30.9.1845) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
14 (30.9.1845)
Date
1845-09-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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112 anreihen und mit scharfen, geistigen Augen den Gebrechen des menschlichen Leibes nachspüren; oder die mit bewunderungswürdiger Gewandtheit zur Cvllanon der Gesetzgebungen für kritische Rechtfälle begabt sind; oder die endlich als liebenswürdige.Schriftsteller den rauschenden Beifall aller Schöngeister sich erwerben; die aber aus Bequemlichkeit und Heuchelei der Religion den Rücken gewandt haben, und sie theils ignoriren, theils sogar anfeinden. Auch diese gehen ganz auf ihrem Berus, der Glaube ist für sie nicht Substantielles, es kann also wiederum von keiner Differenz die Rede sein. Aber auch von der kleinen Schaar der beiden erwähnten Klaffen unserer religiösen Gesellschaft, denen ihr Beruf noch nickt ganz den Glauben verlöscht bar, müssen wir auch noch Viele absorbiren, die nach ihrem eigenen Geständnisse von irgend einem Privatinrcrcsse als Emanciparion, Beförderung u. s. w. geleitet, sich auf den Kampfplatz religiöser Interessen begeben. Ihr Prinzip ist Eigennutz und Charakterlosigkeit, ihr religiöses Leben nur ein Scheinleben, und für unS ohne Bedeutung. Wir wenden uns nun zu allen Arten der sogenannten jüdischen Theologen, als da sind: Ober-, Unter-, Bezirke-, Kreis-, Land-Rabbiner, Prediger, NeligivnS- und Volkslehrer rc. :c. Hier stoßen wir ganz besonders auf das Losungswort: „Lehre und Leben", man ver>uchr beide Substanzen zu versöhnen, und so „die Erde, die Erde des Herrn sein zu lassen, und den Himmel den Menschensöhnen zu geben". Daß dieses Streben nickt auf dem jüdischen Boden erwachsen, sondern aus dem allgemeinen Bedürfnisse unsere Jahrhundert nur auf ihn übertragen ist, haben wir oben gezeigt. Wir wollen im Folgenden nur Nachweisen, wie man demselben auf diesem Gebiete zu genügen pflegt. Wenn die Religiösen von Stande und Beruf, wie diejenigen sind, welche uns jetzt beschäftigen, mit Ernst und Gesinnung zu Werke gehen; so gilt eS wie gesagt, blos einen entscheidenden Kampf zwischen Orrhodorie und ernster He^erodoxie, und wir werden mit dem Beistände Gottes und beseelt von dem Muth religiöser Kämpfer den Kampfplatz betreten?^ Dem ist jedoch nicht so. Wenn dies die weiter hinaus Sehenden schon in den Tagen, wo unsere deutschen Glaubensbrüder sich noch keiner Rabbiner-Corporakionen zu erfreuen hatten, einsahen, so ist dies den Kurzsichtigeren durch die neuesten deutschen sogenannten Rabbiner-Versammlungen, so wie durch die einzelne Aurarchie der Rabbiner in ihren Sprengeln, und deren Despotie über die ihnen untergeordneten Individuen dasselbe Resultat nur zu deutlich geworden. Man hat seitdem ihr Verfahren mit demjenigen verglichen, welches man gewöhnlich Jesuitismus nennt, hat dann nach sehr nah liegender Relation einige nicht unbedeutende Analogien gefunden, und nach gerade solchen Insinuationen sein Vertrauen entzogen. ES ist nun jetzt ganz besonders unsere Aufgabe, dieser Erscheinung so weit als möglich nachzuspüren, mit der Macht der Wahrheit immer und wieder hervorzutreten, nicht zu ermüden, scheinbar gewissenhaften, witzigen und ernsten Anfeindungen gegenüber dasselbe wiederholt zu verfechten, seine Subjecrivität im Dienste der Religion ganz aufzugeben, Persönlichkeiten gar nicht, der Lüge und der Frivolität dagegen rücksichtslos zu begegnen. Es iss dies um so mehr unsre heilige Pflicht, je mehr unsre Gegner sich erdreisten, den Vorwurf des Jesuirismus auf unsere orthodoxen Volksvertreter zurückzuwälzen, und uns Lichtfeinde, Dunkelmänner, Schwarze, Jesuiten rc. zu nennen belieben. Was die ersten drei erwähnten Titulationen betrifft, so ist dies eine geistigphysikalische Frage, und überlassen wir sie den kranscendentalen Physikern. Letzteres Epitheton jedoch ist eine einfache Prinzipienfrage, und bezieht sich viel zu sehr auf das innerste Prinzip des Judenthums, als daß wir es ignoriren dürften. Wir wollen daher die drei Fragen hier erörtern: I. Wie verhalten sich unsere Orthodoxen zu den Jesuiten? II. Haben unsere neueren Theologen, und was haben sie von dieser Gesellschaft ausgenommen? nach verhalten? Für beute Dein Jmonuel. (Fortsetzung folgt.) Betrachtungen eines Laien. (Erste Beilage zu 218 der Breslauer Zeitung.) Unter obiger Rubrik findet sich in gedachter Zeitung ein größerer Aufsatz über Rabbiner-Versammlungen, um dessen Aufnahme wir ersucht wurden. Wenn wir nun unfern einmal ausgesprochenen Grundsätzen zufolge, weder stets dasselbe Thema dem Publikum vorführen, noch überhaupt dem an und für sich selbst in der That gar zu Bedeutungslosen, durch stetes Negiren erst irgend eine Bedeutsamkeit vindiciren wollen, und deshalb jenen ganzen Aufsatz, der sich doch ohnedies in einem sehr gelesenen Blatte bereits vorfindet, nicht wiedergeben können, so glauben wir andrerseits doch einzelne, besonders hervorzuhebende Auszüge, nicht unberücksichtigt lassen zu dürfen. Und zwar wählen wir diesmal die Stellen, worin bis zur Evidenz die talmudische Unwissenheit, selbst den Koryphäen der modernen Rabbinen, nachgewiesen wird. Nicht als ob über diesen Punkt, selbst bei der winzigen

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