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Der treue Zionswächter · 1845-09-23 · 13 (23.9.1845) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
13 (23.9.1845)
Date
1845-09-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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106 Hanau. Unser Synagoge,,-Bau steht jcht vollendet da, und soll die Einweihung vielleicht vor den Feiertagen noch vor sich gehen. Wenn der Bau einer neuen Synagoge von je her, für die betreffende Gemeinde ein Ereigniß von nicht ganz untergeordneten Bedeutung war, so ist derselbe jetzt zu einer wahren Lebensfrage geworden, indem kein neues Gotteshaus eingeweihet wird, es sei denn zuvor die Frage über moderne Einrichtung des Baues, über Reform des Gottesdienstes zur Sprache gekommen. Es ist somit der Bau einer neuen Synagoge in unfern Tagen ein wahrer Barometer für den höheren und niederen Grad religiöser Warme, der in einer Gemeinde vorherrschend, und die Meinung, die aus diesem Kampfe siegreich hervorgegangen, darf sich getrost als Repräsentant der religiösen Ueberzeugung der Gesammtheit darstellen. Zn diesem Sinne sind wir wahrhaft erfreut, Ihnen mittheilen zu können, wie unsere alte, glaubensfeste Gemeinde ihren Ruf vom Neuen bewährt, wie sie sich würdig den andern Mutter-Gemeinden Israels angereiher, wie sie es beurkundet, daß sie nur eins wolle, die Erhaltung der altehrwürdigen Gottesreligion. Da unsere Modernen, deren Anzahl G. D. nicht gar zu groß ist, es wol wußten, daß für Orgel und deutsche Gebete hier kein Terrain sei, so traten sie in milderer Form auf, forderten nur eine Kanzel, ein modernisirtes Almemor, einige wenige Veränderungen in der Gebetform u. d^l. m. Allein unsere Alten waren behutsam, denn sie harren in ihrer größten Nähe zu bittere Erfahrungen gemacht. Deshalb hieß es, eine Synagoge und weiter nichts, ein jüdisches Gotteshaus, kein moderner Tempel. Zwar kostete es viele Mühe, ja sogar die Entscheidung der Regierung mußte in Anspruch genommen werden, doch diese ist, wie zu erwarten, dahin ausgefallen, daß wir jetzt eine Synagoge haben, in der jeder treue Jude ohne Gewissens-Scrupel mitbercn kann, eine Synagoge, von uns verehrt als L7P2 71'ü, geweidet der wahren Frömmigkeit und Gottes-Erbauung. Preußen. Berlin. Dieser Tage ist hier von den Aeltesten und Vorstehern der Judcnschafr eine gedruckte Ansprache: „An die verehelichen Mitglieder der Gemeinde" vcrtycilt worden. Dieselbe enthält als Beilage -4. einen Bericht des Nabbinats-Assessors Or. Sach?, 5ub L. A 6., aber die Berichte des Rabbiuats, unterzeichnet vom Radbinats-Verwalrer Z. Z.. Oelringer. Md dem Rabbinats - Assessor E. Nosenstein. Letztere beiden Dokumente lassen wir hier im Original folgen, und fügen nur hinzu, daß 0r. Sachs' Auftreten, bei dieser Angelegenheit eine bedeutende Mißstimmung bei seinen bisherigen Anhängern hervorgerufen,, zumal , da die Majorität, des RabbinykS sich entschieden gegen seine Reform-Vorschläge erklärt: . L. Zn Erwiederung auf den Antrag eines Wehllöblichen Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde vom 23. Dez. v. Z. haben wir nach genauer Erwägung des Inhalts, folgendes zu bemerken. Zuförderst aber erlauben wir uns hiermit darzuthun, daß wir in Ihrer Aufforderung zur Betrachtung der von Ihnen in Vorschlag gebrachten Abänderungen beim Gottesdienste Ihre Absicht nicht verkennen, wir wissen vielmehr, daß Ihr Streben nur dahin gehr, den leider erkalteten religiösen Eifer wieder zu beleben» Folgende Gründe hingegen bestimmen uns den Vorschlägen nicht beizutreten: a) erachten wir diese Neuerungen für nicht fördernd den daraus zu entsprießenden Endzweck, denn dem Unwissenden, welchem die Beurrherlung des Wesentlichen und Unwesentlichen mangelt, bleibt dann nichts mehr b) Leben wir jetzt in einer Zeit, wo unbefugte Lehrer, die keine Autoritär achten, und sich unaushal-sam bemühen, die Basis des Iudenthums zu untergraben, damit es in sich zerfalle; werden wir nun die alten ehrwürdigen Schranken aufhebcn, so haben wir ihnen die Baku gebrochen und ihnen zugleich die Anleitung gegeben, sich durch willkürliche Neuerungen bei ihren Gemeinden geltend zu machen. o) Werden wir durch die Abschaffung der bisher in Achtung gestandenen Gebräuche und Gebete nicht ermächtigt sein, neue Schranken zu sitzen, denn sobald wir einräumen, daß die alten Autoritäten ihren Einfluß verloren haben, so wird dem Neuen das Vertrauen nicht mehr gegeben werden. Zn der Thar halten wir uns nicht für kompetent (zu welchem überhaupt ein großer Grad von Egoismus gehört) der Iudenschaft

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