Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 13 (23.9.1845)
- Date
- 1845-09-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in der ganzen Preuß. Monarchie sagen zu wollen, diese Grenze haben wir gezogen, sie zu überschreiten ist nicht zulässig. 6) Muß in einer Gemeinde, wo nur eine Synagoge ist, denen, welche an die frühere herkömmliche Ordnung der Gebete gewohnt sind, jede Abweichung eine Kränkung verursachen, indem sie dadurch gezwungen werden, wider ihr Gewissen die neue Gebetsvrdnung zu cheilen; wir werden dadurch nur den Saämen der Zwietracht in friedliche Gemeinden ausstreuen und in den kleineren Gemeinden, wo die Nachahmungssucht würhet, könnten Beleidigungen vorfallen, die an die Behörde gebracht, nur Verachtung dem JudenthuM zuziehen würden. Die Erfahrung hat's genügend bekundet, daß in mancher kleinen Gemeinde die Mitglieder verschiedener Parteien sich gegenseitig angefeinder haben u. s. w. Unsers Erachtens kann nur, wenn etwas für die Erhaltung der Religion geschehen soll, eine jüdische Schule, wo der hebräische Unterricht einen wesentlichen Theil der Lehrgegenstände ausmacht, für die Zugend begründet werden. Berlin, den 20. Zanuar 1845. Das Nabbinat der hiesigen Zudenschaft. Oettinger. E. Nosenstein. 0. Auf die vom hiesigen Wohllöblichen Vorstande an uns ergangene vereheliche Anfrage, ob der Vorschlag des Herrn l)r. Sachs verwirklicht werden soll, antworten wir Unterzeichnete hiermit, daß unser früherer Bescheid kein bloßer Narh, sondern eine bestimmte auf Gründen beruhende Entscheidung war, welche wir hiermit durch Belege bekräftigen wollen. Alennclrvtlr kol. 32. Niri:v) heißt eS: wenn selbst der Prophet EliaS sagen sollte, daß ein allgemein bestehender Gebrauch abzuschaffen oder zu verändern sei, jo sei ihm kein Gehör zu schenken. 1s'POIL.' s'X j'X -1QX' LX Ebenso ist aus AlIirÜL Leiioresek I. Onepk 8 und 9 (12 'll kj'v 'X und aus ^Krukum RilelioUi 5Ie§iHn1i (>1^7:2 X Q) zu ersehen, daß ein Gebrauch, der von gelehrten Talmudisten, die das Vertrauen der jüdischen Gesammrheit besaßen, eingeführt worden, selbst gegen die üalavkak (72^,) seine Gültigkeit har. Ein wvhlläblicher Vorstand wird demnach einsehen, daß wir nicht berechtigt sind, alte ehrwürdige Gebrauche von annerkannten Autoritäten zu verwerfen. Auch ist von solcher Veränderung, wodurch, wie die Erfahrung lehrt, die maaßilosen Aufforderungen unberufener Reformer nur bestärke werden, mehr Schaden als Nutzen zu erwarten. Selbst ein bloßer Versuch dieser Akt ist durchaus unstatthaft; denn ist er mißlungen, so kann er nicht wieder gut gemacht werden. Wir müssen also, nach unserer festen und besten Ueberzeugung jede weitere Abänderung für unzulässig erklären. Berlin, den 4. August 1815. Das Rabbinat. I. I. Oettinger. C. Nofenftein. Nabbinats-Verwalter. Nabbinats-Affcffor. Altona, im September. Bei der Anwesenheit Sr. Maj. unsers Königs in unserer Stadt hakte Hr. Oberräbb. Ettlinger wieder, wie vor fünf Zähren, die Ehre, sowol zur Empfängers auch zur Abschieds-Cour zugezogen, und von seinem Monarchen sehr gnädig empfangen zu werden. Ein von hier datirrer, dem Anscheine nach, amtlicher Artikel im Hamb. „Correspondenten" No. 215, welcher die Anwesenheit des Oberrabbiners namentlich ermähn?, meldet auch, daß, „als der Monarch im Audienz-Saale die Runde machte, er jedem Anwesenden, ohne Unterschied des Ranges, Standes und Glaubens etwas Angenehmes zu sagen wußte." Wenn diese Gleichhaltung seiner christlichen und israelitischen Geistlichen von Seiten unsers allverehrren Königs ein sehr erfreuliches Zeichen seiner hochgepriesenen Toleranz ist, welche allerhöchstderselbe schon bei seinem Regierungsantritte für uns beurkundet, und wenn auch unsere städtischen Behörden, durch die Zuziehung unsers Oberrabb. zur Cour sowol, als durch die amtliche Hervorhebung Dieses, es bewiesen, wie sie denselben ehren, so ist es doppelt erfreulich, daß unserm, dcr Orthodoxie huldigenden, hochwürdigen Oberrabbinen diese Ehre zu Theil geworden, weil wir dadurch den Beweis geliefert sehen, daß nicht Verachtung seines Glaubens, Anklage seiner Brüder, und kriechendes Anfchmieqen an die christliche Lebensweise, — die beliebte Manier neologer Nabbinen und Prediger — daß vielmehr ehrenhafte aufrichtige Glaubenskreue es ist, wadem israelitischer»