Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 12 (16.9.1845)
- Date
- 1845-09-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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97 Herren, gehts nicht. Entweder, Ihr erkennt Niemand als Autorität in einer religiösen Sache an, oder diese Autorität muß Euch als Richtschnur fürs Leben dienen. — Warum hat keiner der „suchenden Geister" den Maimonides zur Mischnah Abot ni'Q-i kennen wollen, trotzdem Maim. ihnen schon zu so mancher Erleichterung verholfen hat? Warum haben sie so gethan, als lägen Schaß und Poßkim, Rischonim und Acharonim ihrem Forscherauge vor und doch spräche Niemand für die Erlernung der hebräischen Sprache? Warum zielen sie auf Täuschung ab? Der Geist, der in der Versammlung herrscht, ist ein Geist des Unfriedens und des Zankes. Dieser Geist des Unfriedens wird aber ein Friedensgeist — freilich nur auf kurze Zeit — sobald es sich darum handelt. Jemand zu verdächtigen, ihn herabzusetzen, moralisch zu tödtcn und lächerlich zu machen; da stimmt Altes überein, da beut sich Alles freundlichst die Hand zum Friedensgruße dar; und ich glaube daher, daß hier das bekannte ^2 das im Talmud Sanhedrin (t. 105,1.) vorkommt, nicht am rechten Orte sei. Daselbst wird nämlich Folgendes erzählt: „Zwei Hunde, die in ewiger Feindschaft mit einander lebten, sahen eines Tages einen Wolf sich ihnen nahen und da sie mit Recht zu fürchten hatten, daß der Wolf sie, wenn sie vereinzelt gegen ihn kämpfen würden, überwinden werde, so sagten sie einer zum Andern: Bruder, wir wollen unsere Feindseligkeiten durchaus nicht für immer aufheben; aber für einige Zeit, bis wir den gemeinschaftlichen Feind getödtet haben. Sie schlossen also ein Bündniß, und nachdem der gemeinschaftliche Feind getödtet war, fingen sie ihre alten Feindseligkeiten von vorne wieder an. Also auch mit Midjan und Moab!" Und diesem fügeich noch blos hinzu: Lat axxlicaUo. Zeitungsnachrichten. Aus Bayern. Wie consequem und beharrlich sämmtliche hohe LandeSbehörden es sich zur Pflicht gemacht, dem ausgesprochenen Willen unseres allverehrten Königs treu und strengstens nachzuleben, geht aus beifolgendem Ausschreiben des König!. Landgericht Hofheim hervor, und ist es gewiß eine nicht uninteressante Erscheinung, wie die christlichen Landesbehärden Alles aufbieten, um im Gegensätze zu den modernen Bestrebungen des Tages, überall die Autorität des strenggläubigen Judenrhums aufrecht zu erhalten. Das betreffende Schreiben aber laurer also: „Durch Entschließung der Königl. Negierung von Unr^rfranken und Aschaffenburg vom 30. Juni d. I. wurde das unterfertigte Königl. Landgericht mir dem Vollzüge der Wahl eines DistricklS -Rabbinen für den erledigten NabbinarS-Dlstrickt Burgprrppach beauftragt. In Folge dessen werden die geprüften Nabb.-Landidatrn, welche sich um diese Stelle zu bewerben gedenken, aufgeforderr, ihre mit den nörhigsten Zeugnissen belegten Bewerbungen bis zum 20. Sepr. d. I. anher einzubefördern, indem auf spätere Eingaben keine Rücksicht mehr genommen werden wird. Da jedoch Sr. Majestät der König nur gründlich gebildete, und zugleich den ächten mosaischen Glaubenslehren und Ceremonial - Satzungen treu anhängende, nicht verderblicher Neoiogie huldigende Canr didaten als Rabbiner fortan bestellt wissen wollen, so werden die Bewerber hierauf ausdrücklich aufmerksam gemacht, um sich desfalls mit den genügenden Ausweisen versehen zu können. Königl. Bair. Landgericht. H-fh-im. (l.. 8.) Bonn. Aus Unter-Franken. Jede Nachricht, werthester Herr Redakteur, die dazu dient, es zu beweisen, daß es überall noch Männer gebe, die sich durch nichts, am Wenigsten aber durch das Leben und die Lehren ihrer modernen Nabbine>> in ihren religiösen Ansichten irre machen lassen, sind Sie, wenn auch sonst die Fakta nur untergeordneter Art sind, meines Erachtens nach gewiß zu veröffentlichen schuldig, und erlaube ich mir in diesem Sinne Folgendes zu berichten: Sie kennen den berühmten Badeort K—n, vielleicht auch den dortigen Rabbinen Vr. A., eine» durchaus mittelmäßigen, schwachen Mann, selbst zum Reformiren zu schwach, natürlich auch durch höhere Rücksichten daran gehindert. Die dortige Gemeinde hat das seltene Glück, zum vnw ebenfalls einen Rabb.