Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 12 (16.9.1845)
- Date
- 1845-09-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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96 niten, und beuget euer Haupt vor dem großen Löwen (Levi) in Braunschweig, er nennt Euch Unsinnige, weil Euer für ihn keine Bedeutung habe und ihm ein lächerliches Ding sei, und weil Euere (?), unsere (?), seine Torah bloß Menschenwerk ist! — Hoffmann zu Meiningen meint, an mix niin und O'rivii nun glauben, sei antijüdisch und können demnach nicht einmal die ersten Benedictionen der Tefillah beinhalten werden, weil in demselben '"in.i "Uiii und 2'NQ N'nv Vorkommen. Und Ihr sieben und siebzig, oder Hundert und sechszehn Rabbinen Deutschlands, Polens*) und Ungarns, Ihr waget es, die Rabbinervcrsammlung -U'pL'uzu nennen, ist das nicht Frömmigkeit? Und Ihr waget es, sie - sur-r.-i '22zu nennen, ist das nicht Wissenschaftlichkeit? Besteht sie nicht aus frommen und gelehrten Männern, z. B. aus einem Salomon, der nach dem "UO lebt, aus einem A. Adler, dem liivjd und L eins ist, aus einem Maier, der eine 8^22 citirt und falsche Bibelvcrse zum Besten gibt, aus einem Iolowicz, der nächstens Nabbinisch lesen können wird, — so es nämlich punctirt ist, und aus noch heiligen und gelehrten Männern, wie Jost, Auerbach, Stein u. A., die schon so gebildet sind, daß sie „unbedeckten Hauptes und ungewaschen" essen — und Deutschland, Du' klagst noch?! — Ihre Richtung ist eine falsche. Zwar nennen sie sich eine „Rabbinerversammlung" und schließen sie um dieses Namens willen alle Laien aus. mögen sie so gelehrt sein, wie sie wollen; aber wenn dieß wirklich eine Versammlung von Rabbinen ist,-jo sollten sie doch alle Rabbinen, d. i. alle die in der rabbinischen Literatur belesen sind, wenn sie sich auch diese ihre Belesenheit nicht von der Gemeinde bezahlen lassen — in ihre Mitte aufnehmen, während sie alle, die vom Rabbiniömus keinen andern Begriff haben, als den, daß er „asketisch" ist, wie sie immer klagen — ausschließen sollten! Ja sogar unwissende Prediger und Rabbinen (!) sollten sie ausschließen!! Freilich würde dann die *) Anmerkung. Dem Vers, scheint ein Exemplar jenes Protestes nicht zu Gesichte gekommen zu sein, da bekanntlich kein einziger Polnischer Rabbiner, dahingegen eine große Anzahl der gebildetsten und gelehrtesten Französischen Rabbinen jenen Protest unterzeichnet haben. N.-V. zu Franks, a. M. einen großen Tbeil ihrer Mitglieder verlieren; denn nicht zwei dieser Prediger und nicht acht dieser „Rabbinen" vermögen richtig Nabbinisch zu lesen, geschweige denn gar 8.^2 zu sein, und ich glaube, sie bedienen sich auch eines sogenannten Paßkankalenders, wie ich dieß schon bei einem berühmten, anerkannten Prediger Deutschlands mit eigenen Augen gesehen habe. — Aber was thäte das?! — Auch hätten sie in ihrem, nicht in meinem Geiste, um konsequent zu sein, nur solche Rabbinen und Prediger aufnehmen sollen, deren Gemeinde» — nicht Wohnorte — einen bedeutenden Namen haben; denn während sie sich über die „Uugarisch-.Deutsch-Polnische Protestation" lustig machen, und aus Stciu's Geographie Nachweisen, daß Szonitz*), Rechwitz**) und Stampfen***) rc. keine bedeutenden Gemeinden seien, haben ihre Duodezrabbinerchen und Sedezpredigcrchen, trotz dem sie einen Lcibrock tragen, so gut wie der Landesrabbiner zu Mecklenburg- Schwerin, Gemeinden^ die nur 20 bis 30 Familien haben, wovon nur ein kleiner Theil sich zu ihnen bekennt, d. i. — seine Kinder im Hcbräischlcsen von ihm unterrichten läßt! Ihre Gesinnungen sind unlautex. Sie durchstöbern den ganzen Talmud — d. i. so weit sie ihn durchstöbern können — um aufzufinden, die in ihren Kram passen; ignorircn hingegen die größesten Autoritäten — wol auch diejenigen, die ihnen einmal zu einer Kula verbolfen wenn sie ihnen nicht gerade aus der Seele sprechen. Dieß ist eine neue Art und Weise! Ein Sefer Chassidim citiren, wo man es gerade braucht, und eben und dasselbe Werk lächerlich machen, sobald es etwas fordert, was man wieder nicht will! So meine Aszod, einer der größten Talmndisten ist. **) Lies Rcchwitz, eine der größten jüdischen Gemeinden im Ungarischen Vaterlande. ***) Stampfen, eine bedeutende jüdische Gemeinde, deren Rabbiner ein sehr beliebter Darschan ist, und übrigens auch ein 5^)212! Allenfalls sind diese Gemeinden größer als Luxemburg, Marienwerder, Kulm, S.-W.-Eisenach, Mannheim u. s. w., von woher Rabbinen und Prediger zu nehmen, man sich nicht gescheuet hat!