Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 10 (3.9.1845)
- Date
- 1845-09-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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83 Als Antwort auf diesen durchaus unbegründeten, wahrheitswidrigen und verläumderischen Angriff enthält der „Correspondem" folgende Entgegnung: vr. Salomvn bezüchktgt die in No. 4 de- „ZionS- Wächter" aus dem Kurfürstenkhum Hessen datiere Zeitungsnachricht einer „groben Lüge". Wir lassen deshalb den betreffenden Artikel wörtlich hier folgen: (Vergl. No. 4 Seite 30 deS treuen Zions-Wächters.) Aus diesem Artikel geht nun klar und deutlich hervor, daß nicht wir, sondern vr. Salomvn selbst sich eine „grobe Lüge" har zu Schulden kommen lassen, sich aber wolweislich gehüther, unsere Mitthei, lung ihrem übrigen Inhalte nach zu widerlegen. vr. Enoch, Redacteur des -.treuenZrons-Wächters.- Wir begreifen sie gerne die üble Stimmung, in die das Erscheinen dieses Blattes den Herrn Doctvr, so wie seine Collegen versetzt. Bisher gewöhnt, unumschränkt das alleinige Wort auf dem Gebiete jüdischer Verhältnisse zu führen, bei ihrem jedesmaligen Auftreten von gleichgesinnten Organen der Oeffentlichkeit gelobhudelt, die Orthodoxie mir Schmähungen und Verläumdungen jeglicher Art unbestraft überhäufend, muß man sich natürlich jetzt beengt und bedeutend uncomfortable fühlen, daß diesem arroganten Treiben Schranken gesetzt, daß man Verläumdungen nicht mehr ungeahndet hinnimmt, daß man Leerheit und GleiSnerei schonungslos entlarvt. Wenn sich aber solche Gereitzheir so weit vergißt, zu den offenkundigsten „Lügen" ihre Zuflucht zu nehmen, dann ist es an der Zeit, solches Verfahren, der Oeffentlichkeit anheim zu geben. Und solches geschieht hiemit! Frankfurt a. M. Denn wir auch jetzt, seitdem für scheinbare Belebung —eigentlich aber Errödtung— deS Gottesdienstes in unserer Milte ft» Manches gesprochen worden ist, daran gewöhnt find, unsere alte Synagoge einsam und leer, verlassen von ihren früheren Freunden darstchen zu sehen, so bot selbige doch nie ein traurigeres Bild dar, als am verflossenen 2SO '12, wo zuerst, in Uebereinstimmung mit entsprechenden Beschlüssen der jüngsten Rabb -Vers., ein moderner Trauergokreedienst, — heißt mit andern Worten, zweiactige Tragödie — aufgesühre werden sollte. Alles war auf Effect berechnet, von dem Erscheinen in schwarzem Galla-Anzug an, bis zur Trauer-Cantate unsere Rabbinen Stein. Specraket- Slücke ziehen bekanntlich am Meisten an. So war auch am Abend, 'wenn auch nichts weniger, als «ine andächtige, doch eine gespannte Gesellschaft versammelt, die sich nach ihrem eigenen Geständnisse sehr erbauet fühlte. Aber am andern Morgen hatte man sich bereits so übersättigt, daß eS keines neuen Genusses mehr bedurfte. Kein j'22 war zugegen, und als Hr. Rabbiner Stein erfuhr, daß so wenig Publikum anwesend, ließ er die zweite Vorstellung absagen, und erschien selbst nicht. Um acht Uhr war Alles abgethan. Um aber der wahren Erhebung in der freien Natur, unter dem gewölbten Dome ätherischer Himmelsräume sich ganz hingeben zu können, wurde ein Gang ins Freie vorgenommen, und dort der Lyrn Klänge entlockt, die lange noch wiederhallen werden auf den Seiten der neu zu begründenden Agende. Sonst von hier aus nichts mehr, als daß, um den Vorstand zu desavouiren, der als Organ der Gemeinde die Addresse an die Radb.-Vers. erließ, worm deren seegensreicheS Wirken für die Fortbildung deS Zudenrhums in hochtrabenden Worten gedacht wurde, eine Abdresse an vr. Frankel bereits mit vielen Unterschriften versehen ist, diesem den Dank der Unterzeichner dafür ausdrückend, daß er durch sein Ausscheiden jeuer Versammlung den letzten Rest moralischer Bedeutung genommen, die Zahl derer bedeutend verringert haben, die zu derselben noch einiges Zutrauen hegten. Vom Neckar. Wer kann sie aufzählen, die unzähligen Züge der empörendsten Gleißnerei, die jene geistlichen Herren nach ihrer Rückkehr aus der Versammlung, in welcher sie so aufopfernd für die Fortbildung des IudenthumS gewirkt, überall den Blicken der Massen gleichsam zur Sckau stellten. Wie sie überall an der besuchtesten Isble li'Lüt ihr Mükhchen kühlen, am Sabbat mit Vieren emherkucschiren u. dgl. m. Würdig solcher Charakteristik stellt sich die an die Seite, die wir Ihnen, von Heidelberg ckt?, mittheilen können. — Hoidheim war eben angelaygr. Von jungen Leuten und Studenten war ein Festessen für den Sabbat arrangirr «ordtzft. Anfangs, zu sehr mir der Sorge für den