Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 10 (3.9.1845)
- Date
- 1845-09-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Magen beschäftigt, enthielt man sich jeder Expeeteration. Als aber der Wein erst die Zungen gelöst, und brennende Cigarren fast in jeglichem Munde sichtbar wurden, da erhob sich der moderne Eisenmenger, und brachte einen Toast aus, der damit anhob: Es freue ihm, sich von einem Kreise junger Leute umgeben zu sehen, die so lebhaft für Zudenrhnm erglüheten! — Wir geben sie nicht weiter, die entsetzliche Blasphemie l Baden. Mannheim. Was wird der „Torrespondenk von der Saale" dazu sagen, daß nun auch der Reform- Verein seinen „eoninüs vo^axeur" erhalten. Herr vr. Stern aus Berlin, Barer sämmtlicher deutschen Reform-Vereine, Redner pur exeelleiroe im Frack und Glacee-Handschuhen, ist der Glückliche, der diese Rolle übernommen. Von der glorreichsten Sendung nach Frankfurt a. M. kaum ausgeruhet, besucht derselbe nacheinander die bedeutendsten Städte am Main, Rhein und Neckar, und kam im Verlaufe der vorigen Woche auch hieher. Der hiesige Reform-Verein, dessen Repräsentant Klausrabbiner Wagner von hier bei der Rabb.-Vers. war, bewegte sich in einer solchen Sphäre, daß sogar jene Versammlung, die es doch bewiesen, daß sie im Stande sei, eine gute Portion Frivolität aus ihrer eigenen Mitte stillschweigend hinzunehmen, sich veranlaßt fand, ihren Tadel über die zu grelle Unehrerbictigkeit auszusprechen, mit der über die heiligsten Momente des religiösen Lebens, in ihrer überschickten Addrcsse abgeurrheilr worden war. Zndeß — vr. Stern kömmt hieher, und kündigt dem Reform-Vereine eine einsiündige Graris-Vorsiellung an. Zn dieser theilt der vielgewandre Redner nun zuerst mit, daß die innige Vereinigung zwischen Reform-Verein und Nabb-Vers, (den bekannten zwei ominösen R.-V.) glücklich, nach manngifachen Unterhandlungen, zum Abschluß ge, diehen sei. Deshalb sei es auch Pflicht der Reform- Vereine, überall die Nabb.-Pers. nach besten Kräften zu unterstützen, unzählige Dankaddressen an dieselbe zu decretiren u. s. w. Um den Muth noch mehr zu beleben, wurde mirgetheilt, daß 40 Gemeinden — man höre! — sich bereits den beiden N. - V. angeschlossen hätten. Der Vortrag übte einen solchen Einfluß auf die Anwesenden, daß man sogleich einige Dankaddressen votirre, und beschloß, wenn es nöthig sei, en ma886 sich zur Verfügung des Reform-Vereins oder der Rabb.-Vers. zu stellen. Heute hat Hr. vr. Stern uns kaum verlassen, so kehrt ein Zeder wieder zu seiner täglichen Beschäftigung zurück, der Enthusiasmus beruhigt sich nach und nach; unsere Reformer sparen ihre Kräfte auf für die nächste Vorstellung. Statistisches. Die 4ervi8k Okromele berichtet, daß sie von dem bekannten 4)r. Wolff folgende Mittheilungen üoer Juden in Persien, Afghanistan rc. erhalten habe. Der zweite Punkt nämlich, schreibt derselbe, worüber ich Ihnen mitzutheilcn, ist, daß eine große Anzahl von Juden in folgenden Oerrern lebt. 1.) Zn Teheran, der Hauptstadt v. Persien leben 2000 Zuden. L.) Zn Zspahan, Aaza, Schiras und Hamaden, in allen fast dieselbe Anzahl. 3.) Zn Herat sind 1200» Inden. 4.) Zn Khokand, ebenso in Samarcand, Paschkand mehrere Tausend. 5.) Endlich in Schomaz, in der Chinesischen Tartare«, sind 300 Familie» Polnischer Zuden. M. S. Briefwechsel. I G. Ihren humoristischen Aufsatz wollen wir diesmal aufnehmen, doch bedenken Sie, daß derartige Arbeiten unserer Tendenz im Übrigen nicht entsprechen, und deshalb nicht zu oft kommen dürfen. Herrn A. B. in H. Derartige Persönlichkeiten und Local-Nachrichten gehören weder in unser, noch überhcnlpt in irgend ein Blatt. Die Worte, die Cie dem GMlichen in den Mund legen, halten wir für übertrieben, jedenfalls berühren sie uns Alle zu wenig, als daß wir ihretwegen in einen weitläufigen Streit uns einlaffen sollten.