Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 10 (3.9.1845)
- Date
- 1845-09-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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'81 kannte Signal ihres Hirten, liefen herbei auS allen Punkten Deutschlands. Frankfurt hatten sie diesmal zum Zeugen ihrer Triumphe erkoren; Frankfurt war setzt die Parole, welche die Herzen der modernen Geistlichen durchbebte—und Frankfurt nahm sie in seine Mitte auf. So viel Etiquctte mußte die alte Stadt der Kaiserkrönung doch wohl sich angeeignet haben, um die ganze Größe dieser Ehre zu würdigen, welche die Träger unseres Zeitgeistes ihr boten — und Braunschweig wurde in Frankfurt gleichsam wiedergebvren, Brannschweig umarmte eine Gefährtin seiner Freude, seiner Schmach. Es theilte schwesterlich seine Waarenmessen mit ihm, warum sollte es ihm denn nicht eine Rabbinerversammtung gönnen, welche doch am Ende, wie schon erwähnt, ebenfalls auf einen reinen Schachergeist beruht, nur mit dem Unterschiede, daß Maaren mit Geld, und diese mit Dankaddressen bezahlt werden, doch ein altes Sprüchwort sagt ja: Jeder lehnt sich nach dem. was ihm meisten fehlt.-- Also zur „zweiten Rabbinerversammlung." (Frankmrrer Ober-Po,^Amts-Zeitung von 21. Juli.') „Heinsius und alle 2hr verklärten Schöpfer und Verschönerer unserer deutschen Sprache, Ihr, deren Geist durch die todte Feder eine Welt auf das todte Papier schaffen konnte, Ihr, die Ihr die Herzen Eurer Leser zu euren Sclaven machen konntet — o habt Erbarmen mit mir — leihet mir nur auf kurze Zeit einen kleinen Theil Eurer Worte! Lenket Ihr meine Feder, daß ich im Stande bin, meine Entrüstung, meine tiefe Empörung so wiederzugeben, um damit nur mit immer noch zu schwachen Worten, über die Sitzung der Nabbirrer (o Gott! Hätte meine Feder Leben, sie würde schamroth werden, über die krasse Lüge, die jener Name an sich trägt) in'Frankfurt am IO.Iuli zu besprechen!" „In der heutigen Sitzung (o, fasset Math „meine Leser) verleugnete man unsere ganze Ne- „ligion, leugnete man, daß unsere Bibel göttlich „sei, indem ma.n erklärte, daß die Bibel zwar „Gottes Wort, aber nicht ganz Gottes Wort „sei, und was das „Volk" nicht als göttlich „anerkennen will, das sei nicht Gottes Wort.'!!" «Gott sei Dank! Sie sind geschrieben, jene W.orte! Sie stehen da als Brandmark unserer Tage, stehen da als Richter unseres Zeitgeistes!" «War es nun zuviel gesagt, als ich behauptete, das moderne Judenthum sei Götzendienst?" (Beilage zur FrankfurterOber-Po,)-Arms-Zeicm,g y. AI.Juli.) «Heute wird nichts Erhebliches für das äußere Israel mitgetheilt, jedoch ein desto wichtigeres Ereigniß für die Rabbinerversammlung. Dieselbe hat bereits einen Tribut für ihre Bemühungen empfangen, indem sie zu einem «glänzenden Bankett" geladen wurden. Nun — jeder Arbeiter ist seines Lohnes werth, und besonders nach den ungeheuren Anstrengungen der vorhergegangenen Sitzung, in welcher man beschloß, daß man in der Haphtora eine neue Auswahl treffen, und diese alsdann in deutscher Sprache vorlesen wolle. Dann will man das Buch Esther am Pnrimfeste nur einmal lesen. — Bei schlechten Zeiten muß man sparen!" (Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung vom 27. Juli.) «Das Bankett hat der Nabbinerversammlung so wohl behagt, — daß man sogleich für daS nächste Jahr gesorgt, eine dritte Nabbinerversammlnng beschloß und die Einladung Geigers zu einer Nabbinervers. nach Breslau annahm. Wenn binnen Jahresfrist das Wesen der Vers, noch nicht zu Grabe gegangen, wenn sie binnen dieser Zeit nicht aus sich selbst ihr «Nichts" kennen gelernt hat — dann wird Breslau es ihr gewaltsam vor Augen führen, dann feiert die Versammlung über ein Jahr in Breslau ihren Todestag, wenn sie, wie gesagt, binnen Jahresfrist nicht selig entschlafen ist. Ich hege das feste Vertrauen zu Preußens hochherzigem König, Friedrich Wilhelm, werde nicht allein eine derartige Versammlung nicht billigen, sondern er werde sie um so mehr nicht dulden, als sie es in der diesjährigen Sitzung genugsam bekundet, daß sie kein bildendes, sondern ein zerstörendes Prinzip angenommen. Er denkt erhaben genug, seinem Lande Gewissensfreiheit zu gewähren. Er fühlt aber auch mit seinen Landeskindern, das himmlisch-heilige Band, welches der Glaube um sie geschürzt, und wird deshalb ein Institut nicht privilegiren können, welches mit aller Macht daran arbeitet, die Religion zu untergraben, welches die Grundfesten unserer Religion nicht allein, sondern wie wir gesehen haben, alle A^ligionen mit frechen Händen antastet!!! -- Nach diesem kann ein Antrag, der wirklich als ein Euriosum aufzustellen ist, und