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Der treue Zionswächter · 1845-09-03 · 10 (3.9.1845) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
10 (3.9.1845)
Date
1845-09-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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79 Gottes Dasein beweisen, eS bezweifeln, die Möglichkeit des Gegentheils denken; unsern Glauben beweisen, heißt nicht minder seine Wahrhaftigkeit bezweifeln,-die Möglichkeit des Gegentheils denken, was aber selbst sündlich ist. Nie und nimmer darf die Orthodoxie aus religiöser Ueberzeugung mit talmudischen Beweisen und Gegenbeweisen gegen die Neuerer streiten; abgesehen davon, daß solcher Streit keineswegs zum Ziele führen, ja sogar in Berücksichtigung des >>22 schaden, indem so noch größere Abläugnungen und Lästerungen herbeigeführt werden würden. Wird rrwa durch diese Weigerung die Befähigung, daS Recht der Orthodoxie in Zweifel gestellt? Folgt es aus dem Gesagten, daß es auch verboten sei, die mehr als schulbübische Unwissenheit jener sogenannten Prediger und Rabbinen, die sie überall, im Gebietedes Talmuds und seiner Hilfswissenschaften beurkunden, zu rügen, ihnen zu sagen, daß sie nicht gelesen, daß sie das Gelesene nicht verstanden haben? Keineswegs! Das ist geschehen, wird ferner geschehen, kann das Gewissen eben so wenig beeinträchtigen , wie es von der andern Seite sehr beeinträchtigt wäre, bedürften religiöse Wahrheiten und Gesetze unserer Beweise. Zeitungsnachrichten. Freie Städte. Hamburg. (Beschluß zu No. 9 d. B.) „Und sagt mir jetzt, wo bleibt der vorgeschriebene Zweck, da die Mittel zum Zweck Euch gänzlich fehlen? Da die zeitgemäßen Juden, aus die Ihr wohlthätig einwirken wollt, gar nicht einmal den Tempel, weniger hoher Festtage abgerechnet, besuchen?! Da die Wenigen, die ihn besuchen, nur Eure Predigten, doch nicht Euer Gebet anerkennen wollen? Oder glanbt Ihr vielleicht, daß Eure Predigt im Stande sei, den ganzen Gottesdienst auszumachen? Nein, dies könnt Ihr nicht glauben, dazu sind diese durchaus nicht geschaffen, denn auch sie verfolgen nicht einmal eine Richtung, wie es durchweg nöthig ist, um ein vorgestrecktes Ziel zu erreichen, denn die Prediger selbst, denen es hauptsächlich obliegt, jenes Ziel zu verfolgen, sind unter sich nicht einig. Salomon basirt seine Predigten meistentheils auf die geoffenbarte Religion, Frankfurter dagegen predigt fast nur von einer reinen Natur- und Moralreligion. Giebt es einen größeren Widerspruch? Kann ein Institut gedeihen, kann es segnende Früchte tragen, wenn in diesem Institute selbst von acht zu acht Tagen, die gröbsten Widersprüche stattfinden?" „Jeder unpartheiische Kritiker wird mir ein weiteres Urtheil ersparen"!!.'- Im dritten und vierten Abschnitt endlich, die vorjährige und diesjährige R. V. betreffend, läßt der Verfasser sich folgendermaßen vernehmen: „Herrliches, gebenedeites Braunfchweig! Nicht wahr. Du klagst nicht mehr. Du bist stolz geworden durch das Bewußtsein Deiner Triumphe, denn daS Jahr 1844 hat einen blühenden Lorbeer um die Schläfe Deiner Messen geschlungen, einen Preis Dir gezollt, der noch keinem Meßplatz widerfahren, und der Deiner in ewigen Zeiten gedenken lassen wird. Deine Messe wurde erhaben, wurde himmlisch, wurde göttlich, denn mit Waareu wollte sich Dein Schachergeist nicht mehr begnügen, und so botest Du den Käufern Juda, Religion und Glaube, triebest Wucher mit dem Höchsten, mit dem Göttlichen! Ein schöner Triumph, den Du Dir errungen, ein Triumph, der den Verfall Deiner Waarenmessen mit Wucherzins überwog — doch in der Geschichte unsers Judenrhums, die treue unverfälschte Richterin der Zeit, da steht mir glühenden Buchstaben daS Brandmark der Verachtung auf die freche Stirn gedruckt: Drannfchweig, im Juni L844 und das Herz des Jvdentbums blutet und trauert über die Schmach, die Du ihm ang-than! GS weinet, da Du es dulden konntest, daß Deine Mauern Zeugen waren, wie in ihnen mit dem Höchsten, mit der Religion, mit dem Judenthum Wucher und Schacher getrieben wurde!!!- Geistliche, Religionslehrer, Religionsvertreter waren es, die sich nicht scheuten, hier in Braunschweig das Heiligste gleich einer Tröblerwaare feilzubieten und es bald unter jener, bald unter dieser Form, die ihnen gefälliger schien, zur Ansicht auszustellen — doch zur Ehre des beleidigten Judenthums sei es gesagt —es waren nur moderne, zeitgemäße Geistliche, welche es frech sich anmaßren, am Göi.'-

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