Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 9 (26.8.1845)
- Date
- 1845-08-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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70 lassen. Denn entgegengesetzt lehrt eine Bereitha in Menachoth 99: ..die heiligen Handlungen aber geschehen nur auf dem Tische und dem Leuchter, die Moses gemacht." Außerdem ergingen an Salomo während deS Tempelbaues göttliche Weisungen (I. Kön. C. VI. u. IX.) und wird Salomo(Sota 48 b) zu den Propheten gezahlt, deren Anordnungen namentlich in dieser Hinsicht als göttlich betrachtet wurden (Schebuoth 46 a). — Was will ferner Hr. PH. mit den Synagogen, von denen sich in der ganzen heil. Schrift keine Spur finden soll! (Nicht Ps. 74, 8: »Sie verbannten alle Versammlungsorte des Herrn"? nicht Jes. 1, 42—46? nicht Ies. 57—7 „Mein Haus soll heißen: ein Bethaus für alle Völker?" nicht Nehem. 8, 4? nicht in dem Gebete Salomo I. Kön. 8 1^2NN1?) 2st denn etwa nach der mosaischen Lehre das Beten überhaupt oder in großer Versammlung nicht erlaubt? Abgesehen von der traditionellen Auslegung über: ndsn 1122227722112^71 haben denn die Bäter der Welt nicht gebetet? Moses und die Propheten nicht gebetet? Daniel nicht gebetet? Und gewiß mehr, als wahrscheinlich, daß seit der Richter-Periode es nicht an mehreren Orten fehlte (Nicht. X!.;XV1U., 34; XX., 4, 48-28; XX!.; I. Sam. VI!.; X.; X!.) wohin man sich nicht zum Zwecke des Opferns, sondern des Betens und zur Vernehmung des göttlichen Wortes versammelte. Oder ist etwa die Vorlesung des Gesetzes nach dem Pentateuch nur alle sieben Jahre erlaubt (wie Hr. PH. nach 5 Mos. 34 meint)? »Du sollst ja davon reden," sagt die Schrift, »und sie Andere lehren, wenn du zu Hause weilst, oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst" (5 Mos. C.6u. 44). „Es soll nicht weichen", sprach der Herr zu Josua, „das Buch der Tora von deinem Munde, und du sollst davon reden Tag und Nacht". Mit der Vorlesung aller sieben Jahre hatte es eine ganz andere Bewandniß. Diese sollte im Tempel vor ganz Israel gehalten werden, und fast daS fünfte Buch Mos. umfassen (Sota 44 a). Mehr thun, hinzufügen, ohne das ursprünglich Göttliche oder bestehende gesetzmäßige Anordnungen zu contorquiren, wollen wir Hr. PH. erlauben. Ist es ihm ein Zeitbedürfniß, zwanzig deutsche Psalmen sagen zu lassen — in Gottes Namen — 27,1 72 21X 7722' 'Xl^.i; ein Bedürfniß, sechs Predigten jeden Sabbat zu hatten —in Gottes Namen! — Aber die Erlaubniß zum Abschaffen und Umändern des ursprünglichen Kultus durch die Rabbinen unserer Zeit, wird er uns mit Nichten Nachweisen! Wohl ist es wahr, daß seit der Zeit, wo die Opfer, durch welche, nach der mosaischen Lehre, die Sühnung vollbracht werden sollte, nicht mehr gebracht werden konnten, daß seit der Zerstörung des Tempels zu Jerusalem man das Lesen im Opfergesetze als Surrogat der Opfer und von gleicher Wirksamkeit erklärte (Thanith 27 b), gestützt auf die Worte des Propheten Hosea (44), welcher zu den von der Opferstätte entfernten Erulanten spricht: „Bringet nur Gebete mit, und wendet euch zum Herrn, sprechet: du, der du Aller Sünden verziehst, nimm auch unsere Besserung an; wir wollen statt Farren unfern Mund dir opfern", und gestützt auf Ps.54, 47 — 21, „Herr, öffne meine Lippen, daß deinen Ruhm mein Mund verkünde! Denn Opfer willst du nicht, ich gebe sie; Brandstücke, sind dir nicht gefällig. Das Opfer, das dir wohlgefällt, ist ein gebrochener Sinn, ein gebrochenes, ein zerschlagenes Herz, o Gott.' verschmähest du nicht! Thue Zion wohl nach deiner Huld, erbaue die Mauern Jerusalem's: dann werden Opfer der Gerechtigkeit, Ganz- und Brandopfer dir gefallen, dann besteigen Stiere deinen Altar" d. h. mit einem Worte: weil nur im Tempel zu Jerusalem, an dem Orte, den Gott erwählt hatte (5 Mos. 10) geopfert werden darf, dieser Ort aber zerstört ist, so muß im Eril das Lesen und Beten das Opfern ersetzen. Hingegen kann nach der Restitution Zion's diese Stellvertretung nicht gelten. Daß aber diese, durch den Drang der Zeit gebotene Stellvertretung ein Anschmiegen an den Geist der Zeit involvire,*) *) Wir lesen so eben kn No. 26 der Allgem. Zeit. d. Iudenkh. einen in dieser Hinsicht gar erbaulichen Sermon von Hr. vr. Geiger. Derselbe ist mit Herrn vr. PH. einverstanden. daß der Reform des Gottesdienstes sich unsägliche Schwierigkeiten in den Weg stellten, denn es könne nur dann gründlich geholfen werden, wenn der Gottesdienst vollständig umgestaltet werde, ganz neue und abwechselnde kurze deutsche Gebete allein denselben ausmachten; und wenn auch seiner Überzeugung nach, (die-