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Der treue Zionswächter · 1845-08-19 · 8 (19.8.1845) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
8 (19.8.1845)
Date
1845-08-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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dem damaligen sündhaften Israel gegeben, auch noch jetzt ihre volle Anwendung finden. Und wenn nun unS noch die Erfahrung zur Seite steht, daß, weil jene Vermahnungen ungehört geblieben, das Heiligthum in Trümmer sank, so möge die Erinnerung jenes traurigen Ereignisses, neben der Hauptbedeutung der Trauer über unsre Entfernung von Gott und seinem Tempeldienste, auch noch dahin anregend wirken, bei uns diesen Lehren tiefern Eindruck zu verschaffen, als sie bei den Verirrten der Vorzeit gemacht. Er, dessen Wille Jerusalem der Verwüstung, und den heiligen Tempel, den Ort, wo seine Herrlichkeit gethront, den Flammen preis gegeben, wird dann wieder die Gottesstadt zur Krone der Schönheit erblühen, und von Zion aus strahlen lassen seine Majestät nach allen Enden der Erde.— Zeitungsnachrichten. Freie Städte. Frankftrrt a. M. Die Düsseld. Zeit, enthält Folgendes von hier aus: Unter den wegen ihrer gesellschaftlichen Stellung markirten Opfern, die kürzlich der Hamburger Spielhölle verfielen, macht man einen Theilhaber der hier abgehaltenen Rabbiner-Versammlung namhaft. Nicht nur verlor derselbe in dem leidigen Roulette - Spiel so belangreiche Summen . daß seine Lasse und sein Credit dadurch erschöpft wurden, und er sich genölhigt sah, wegen frischer Remessen nach Hause zu schreiben, sondern sogar seine amtliche Stellung soll durch die Folgen seiner Unbedachtsamkeit in dringende Gefahr gcrachen sein. Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir, zur Bezeichnung des Geistes, der selbst unter den Aufgeklärten gegen die N. V. vorherrschend war, einer characrerlstischen Antwort, deren Wahrhaftigkeit wir gerne verbürgen können. Das hiesige Committee für die zweite R. V. hatte sich unter Andern auch an Hr. T., dessen Aufklärung »«bezweifelt und der seine Küche schon längst emancipirt hat, gewandt, mit der Bitte, in seinem Hause einen der Herren Rabbinen. während der Dauer der Versammlung aufzunehmen. Jener erwiederrc, daß er allerdings dazu bereit sei. Da indeß, wie bekannt, diese Herren nicht nur Andern, sondern vorzüglich sich selbst, gar manches Verbotene erlaubten, sich hrc und da bis zum äußersten Grade emancipirten. so müsse er die Bedingung stellen, daß im Interesse seines Hauswesens, der Herr Rabbiner während seiner Anwesenheit: 1) rc. rc. Nur dadurch ist eS ferner zu erklären, daß bet 28 Anwesenden, von denen die Einheimischen, und die aus der Nahe, die regelmäßig ihre gewisse Absteigequartiere in der Stadt haben, abzurechnen, dennoch der größte Theil in öffentlichen Gasthäusern untergebracht werden mußte, weil die Aufgeklärtesten selbst ihre Thüren verschlossen hielten. Baden. Heidelberg. Herr vr. Holdheim war über Sabbat 'POM WI2Q 's hier, besuchte die Synagoge und nahm gar keinen Anstand, da ihm die riiTSN verehrt wurde, die Worre: '.1 '121 82' '^.122 112p re'SN '.-^82 mit einer solchen Weide und solchem Pathos vorzutragen, daß man ihm wahrlich nicht anmerken konnte, daß dieses Alles nur erheuchelt sei. Viel konsequenter in dieser Beziehung war vr. Herzfeld aus Braunschweig, der denselben Sonnabend hier angefahrcn kam, auch denselben Tag wieder abreiste. Sehr passend erschien uns die zufällig in vr. H.'s Gegenwart gehaltene Predigt des Hr. DezirksrabbinerS Fürst aus Heidelberg über die Worte des Wochenabschnirts .".'2 worin er mit beredter Zunge auseinandersetzre, wie der Mensch sich überhaupt bemühen müsse, immer rein vor Gort und rein vor den Menschen zu stehen; daß wir aber vor allen Dingen bemühet sein müssen, rein vor Gott zu stehen. Haben wir uns erst der Zustimmung Gottes zu unfern Handlungen gesichert, haben wir erst den ersten Theil des Satzes in Erfüllung gebracht, vor Gott rein darzustehen, bann erst dürfen und müssen wir daran denken, uns die Zustimmung unserer Mitmenschen zu sichern. Ein Weiteres daS nächste Mal. Aus Bayern. Wenn in einer jüdischen Zettschrift mitgetheilt worden, daß die Gerichte nach solchen, welche von Frankfurt aus Zuschriften, bezüglich die zweite Rabb.- Versammlung. erhalten, inquiriren, so mag dies allerdings seine Richtigkeit haben, da man hier von dem entschiedenen Grundsätze ausgehct, Reformen «m Gebiete der Religion ganz und gar nicht aufkommen zu

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