Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 8 (19.8.1845)
- Date
- 1845-08-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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64 Dieselbe Mischna giebt uns am Schluß genügenden Aufschluß über die gottesdienstliche Form der Höheu-Opfer, wobei ausdrücklich bemerkt, und ans der Schrift nachgewiesen wird, daß die Höheu- Opfer keines Kohen, keines priesterlichen Gewandes und keiner heiligen Gefäße bedürfen (II. Mos. 20, 21; 111. Mos. 17; V. Mos. 12, 8). Diese Regeln festhaltend, werden die vermeintlichen Widersprüche zwischen den historischen Büchern und dem Pentateuch, oder die vermeinten Neuerungen in dem Opferkultus unter Samuel und David in ihrer Nichtigkeit erscheinen. Die Stelle II. Sam. VI., 13—17 und I. Kön. III., 4, woraus man beweisen will, daß die Könige David, Salomo und Andere, des vorliegenden mosaischen Gesetzes unkundig, die Priesterwürde in sich vereinigt hätten, beweisen nichts, weil erstens, in der zwischen der Hütte zu Schilo (welche nach Eli aufhörte) und dem Tempel zu Jerusalem liegende Periode kein Nationalheiligthum bestand, und Jeder auf den an beliebigen Orten gelegenen Höhen opfern durfte, und zweitens, aus -»-i so wenig folgt, daß David selbst geopfert, als unter den in II. Sam. VI., 12 vorkommenden Worten NX ^'1 zu verstehen ist, daß David in eigener Person die Bundeslade getragen (was V. 4 widersprechen würde) und unter den I. Kön. VII. häufig verkommenden Ausdrücken NIL^' daß Salomo selbst gebauet, gearbeitet habe. Selbst die Chronik, welche man ja, zwar ohne genügende Gründe, in Beziehung auf den Levitismus der Anachronismen beschuldigen will, bedient sich der Ausdrücke: „David opferte", „ganz Israel brachte die Lade" (I. Chron. 15, 25 f.).— Die Stelle II. Sam. VI. 14: „David war angethan mit einem leinenen Ephod", kann nicht im entferntesten beweisen, daß David des Hohenpriesters Ephod getragen habe; wie könnte auch dieses Ephod "I12X genannt werden, da es ja am wenigsten (II. Mos. 39) aus Leinen bestand auch würde im entgegengesetzten Falle die levitische Chronik den Ausdruck, Ephod Bad, gewiß gemieden haben (I. Chron. XV., 27). Es scheint also, daß unter Ephod Bad ein blos feierliches Gewand zu verstehen ist, welches auch Samuel als Opferknabe trug (I. Sam. 2, 18) und sehr verschieden ist von dem absolute» 'Ephod, welches stets das heilige Oberpriestergewand bedeutet. Umgekehrt: da nachdem mosaischen Gesetze mit diesem Ephod und dem an dasselbe geknüpft sein sollende Brustschildchen (II. Mos. 28, 28) ein heiliges Orakel verbunden war: so beweisen die Stellen 1. Sam. 23, 9; 30, 7, wo David den Priester Abiathar auffordert, ihm das Ephod näher zu bringen, um Gott zu befragen, daß Abiathar als Hoherpriester das heilige Ephod trug, und David nur seine Fragen an denselben richtete, ganz nach der Vorschrift des IV. Mos. 27, 21. — Die Stelle I. Kön. 3, 4 spricht blos. von Höhen, Bamoth, welche, wie gesagt, selbst nach dem vorliegenden mosaischen Gesetze vor der Zeit des Tempels bestehen durften. Wenn nun die Stelle I. Kön. VIII., 5, wo allerdings vom Tempel die Rede ist, beweisen könnte, daß Salomo geopfert, so würde aber aus dieser Stelle hervorgehen, daß ganz Israel zu jener Zeit die Priesterfunction versehen habe (es.heißt: O'NIlv also zuviel bewiesen sein. Allein gerade aus dieser Stelle und aus folgenden Versen geht deutlich hervor, daß die Priester aus dem Stamme Levi allein die Bundeslade getragen (so auch I. Sam., 6, 15; II. Sam. 15, 24), allein das Heiligthum betraten, und folglich auch einzig und allein die Verweser des Tempelkultus waren. Ueberhaupt bezeichnen die Ausdrücke ,N2. sowohl die Handlung des Opferspenders als des Opfernden selbst. Beweise und Belege hierzu finden sich in der Menge, besonders in dem ersten Kap. der Lev., wo auch in dieser Bedeutung das Wort vorkömmt. Von Jerobeam, I. Kön. 12 und Achas II. Kön. 16, die Tempel und Altar verachtend, „das Böse in des Herrn Augen gethan", und mit ungesetzlicher Gewalt einen neuen, zum Götzendienst sich zuneigenden Kultus errichtet hatten, läßt sich mit Nichte« auf den Usns schließen. Daß übrigens die frommen Könige in Juda die Bamoth unter dem Volke nicht abschaffcn konnten (sie selbst haben gewiß nicht auf Bamoth geopfertes. II. Kön. XVI., 4 und 35) ist allerdings auffallend, jedoch kann die Ursache nicht darin liegen, daß zu ihrer Zeit dieses Verbot noch nicht vorhanden gewesen, und erst mit der gefundenen Tora zu Josia's Zeit (II. Kön. 22, 8) gegeben worden sei, denn das stimmte durchaus nicht mit der Thatsache überein, daß schon Hiskia, welcher