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Der treue Zionswächter · 1845-08-19 · 8 (19.8.1845) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
8 (19.8.1845)
Date
1845-08-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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in der heiligen Lade befanden) nicht als historisches Factum anzunehmen, daß eine solche Schrift nicht einmal dem Namen nach vop Josta (II. Kön. 22) vorhanden gewesen sei. Mit diesem Ausspruche wissenschaftlicher (?) Kritik sucht de Wette den gordisches Knoten der Widersprüche (?) zwischen dem Pentateuch, den historischen Büchern der Richter und Könige und der Chronik zu lösen. Die Institutionen der Priester und Leviten vom Stamme Ahrons mit Ausschließung aller andern Personen, die gottesdienstlichen Anordnungen, insbesondere die Opferordnung des Pentateuchs und das Gebot der Einheit des Nationalheiligthums sollen hiernach allen Königen und Propheten bis zu Jossas Zeit unbekannt gewesen sein. Daher werde (im Widerspruche mit S Mos. 12,10) nach Richter II., 5; VI., 26; XVI., IS; I. Sam. VII., 9; XI., 15, an verschiedenen Orten geopfert, und selbst nachdem David die wandernde heilige Lade nach Jerusalem gebracht, und ihr ein Zelt errichtet hatte, und selbst unter Salomo noch immer an andern Orten gebetet und geopfert, II. Sam. XV.; I. Kön. III., und selbst nachdem Salomo den Tempel gebauet, das Opfern auf Höhen bis zu Josia's Zeit nicht ausgerottet. Daher fungirten David, Salomo und Achas ungerügt als Oberpriester (II. Sam. VII.; I. Kön. VIII.; II. Kön. XV. und XVIII. Vergl. dagegen I. Chronik VIII., II. Chronik XXV.) Wenn dagegen die Chronik überall sich auf den Pentateuch und die Psalmen beziehe, schon unter David ein gesetzmäßiges Priesterthüm und Levitenthum, die mosaische Opferordnung, ein Nationalheiligthum rc. rc.eristiren lasse (I. Chronik IX.; XVI.; XXI.; XXII.; XXIII. s.f.): so sei dies historische Unwissenheit, Anachronismus, Hierarchie u. s. w.-Dieses Resume der Hauptergebnisse des erwähnten kritischen Versuchs, wird, wie wir weiter sehen werden, uns überzeugen, daß die Forschungen der Kritiker »eurer Zeit in der Urgeschichte des X. nicht von der Gründlichkeit und Unbefangenheit geleitet sind, welche die Heiligkeit und Wichtigkeit des Gegenstandes erheischen. Indeß eine gewisse Consequcnz und kritische Schärfe können wir Ihnen nicht absprechen. Hören wir aber Herrn vr. PH. Daß wir bis zur Erbauung des Tempels den Gottesdienst, gegen das von Moscheh so oft wiederholte Gesetz von der Einheit des Gottesdienstes, an verschiedenen Orten finden, soll an den damaligen Zeitverhältnissen liegen, die eine freiere Bewegung erheischten. Fragen wir: warum durfte Jeder, der auch nicht Priester ans dem Stamme Ahron war, dem mosaischen Gesetze zuwider, priesterlicheVerrichtungen vornehmen (z.B. Samuel,!. Sam. VI!., 5—10; IX., 12; X., S; Saul, I. Sam. XIII, S; XIV., 32—35; David, II. Sam. VIII., 17—18; Salomo, I. Kön. III. u. a.)? Herr PH. antwortet uns ebenfalls: Es lag in den damaligen historischen Verhältnissen, und ist uns auch die Causalität nicht bekannt, »so geschah es doch." Dies immer der Refrain seiner Antworten, so auch die wichtige Frage: warum Salomo die ganze Symbolik des mosaischen Gesetzes zerstört (?) und warum man sich in so vielen Stücken der Opferordnung nicht an den Buchstaben des Mosaismus gebunden habe? u. s. w. Und auf diesem falben Gaul will er zu den folgereichen praktischen Ergebnissen springen: überall Anpassung an die Zeitbedürfnisse! Ueberall Umgestaltung der Kultformen nach der Forderung der geistigen Zustände der Zeit: or§o dürfen auch wir reformiren, abschaffen, was dem Geiste der Zeit nicht mehr zusagt. Ob wir hier mehr ob der Oberflächlichkeit in der Behandlungsweise des Gegenstandes, oder ob der in dem herausgezwickten Resultat liegenden Frivolität zu staunen haben, lassen wir dahingestellt. Genug, de Wette entwickelt wenigstens auf seinem christlich rationellen Standpunkte wissenschaftliche Spekulation, originelle Kritik in der Auffassung des Ganzen, hat hinsichtlich der Entdeckung der vermeinten Widersprüche das Prioritätsrecht in Anspruch zu nehmen (eonf. Zunz gottesdienstliche Vorträge S. 23); Herr Or. PH. aber thut nichts, als de Wette's Fragen Wiederkauen, — warum nicht auch dessen Antwort, da könnte man ja noch viel leichter reformiren? G Daß aber ein israelitischer Theologe, besäße er auch nur ein Quentchen religiöser Gewissenhaftigkeit, solchen auf seichten Raisonnements sogenannter rationeller Auffassung der heiligen Schrift beruhenden Reformmotiven den Rücken zu zeigen, und zur Lösung solcher Widersprüche aus den Schriften der WN sich NatheS zu erholen

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