Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 7 (12.8.1845)
- Date
- 1845-08-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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58 «icht gelingen können, ihren Anbefohlenen Achtung vor dem Gesetze anzueignen, welches diese im Leben ihrer Eltern mit Füßen treten sehen. Wir sind somit hienieden mit unserm Wandel nicht nur für eignes Heil, sondern auch für das Seelenheil unserer Kinder und Kindeskinder verantwortlich, wie dieses der Herr mahnend in unserm Texte spricht: „Ich werde, ob eures verderblichen Wandels, beständig mit euch hadern, auch mit euren Kindeskindern werde ich hadern müssen." Gewiß, eine wichtige Erinnerung für den, dem das Wohl seiner Nachkommen am Herzen liegt, und der, wenn er auch leichtsinnig genug ist, sein eignes Heil zu opfern, vielleicht weniger gleichgültig wäre, wenn er bedächte, daß das ewige Wohl seiner Nachkommen in dem seinen wurzelt. * * * Eine weitere Ursache des Religionsverfalls, läßt uns unser Text in der Nachahmungssucht erkennen. Es kann gewiß dem Erdenkinde nur zur Ehre und zum Vorthcil gereichen, wenn es dahin strebt, stets sein Wissen zu erweitern, und sich die Erfahrungen Andrer zu Eigen zu machen. Durch einen solchen Austausch wird das Menschengeschlecht stets weiser, und in Ausbildung seiner Natnrgaben vollkommner. Nur darf hierbei nicht die doppelte Bedingung übersehen werden, daß Menschcnweisheit nicht das göttliche Wort verdränge, und daß nur die erprobte Erkenntniß des wirklich Guten, nicht aber bloße Nachahmungssucht eine Aneignung bei unö Hervorrufe. Nur was unsere Vernunft im Leben nach genauer Forschung als gut befunden, sollen wir trachten, unserm Wirken einzuverleiben; nicht aber, weil Andere es thun, nicht, weil die Mode es gebeut Jener verderblichen Nachahmungslucht, welche nach dem Dienste fremder Götter gelüstet, tritt der Ausspruch des Herrn in unserm Texte entgegen: „Geht hinüber zu den Inseln der und sehet zu, ob je so was geschehen, ob je ein Volk seine Götter, die doch keine Götter sind, wechselte, und mein Volk hat die Majestät mit Nutzlosem gewechselt." Dem Dienste der Fremden wollt ihr nachahmen, warum ahmt ihr nicht lieber ihrer Unwandelbarkeit nach, warum nicht lieber ihrem Festhalten an dem, was sie, selbst irrrhümlich, für sich als richtig erkannt? Möchtet auch ihr dieses beherzigen, die ihr in wahnsinniger Reformsucht alles Bestehende niederwerfen wollt, so alt, so ehrwürdig, so heilig es auch sei; die ihr alle nationalen Zeichen aus dem Leben Israels entfernen möchtet, damit den übrigen Völkern in Sitte und Lebensweise es ganz ähnlich sei. Auch euch deutschen Reformern möchte ich das Prophetenwort zurufen: „Geht hinüber zum großen Jnselvolke, jenseits des Kanals, und schauet, mit welcher Genauigkeit es alle Zeichen bewacht, so veraltet auch die Formen sind, die an das Emporsteigen seines Ruhms und seiner Größe erinnern" — und dies gilt doch nur vergänglichem, menschlichen Glanze, — und ihr wollt alle Zeichen aus dem Leben eures Volkes tilgen, die zur Erinnerung seiner einstigen Größe und Gottesweihe, zur Kräftigung seines religiösen Sinnes dienen können und müssen? (Beschluß folgt.) Zeitungsnachrichten. Freie Städte. Frankfurt a. M. Was haben sie nun vollbracht, die achrundzwanzig versammelten Nadbinen, Prediger und Lehrer? so fragt sich hier mancher Unparteiische. Und — psrturlunt moutes — vom Neuen haben sie sich m ihrer grenzenlosen Leerheit und Bedeutungslosigkeit gezeigt, vom Neuen bewiesen, wie nur daS Zerstören ihr einziges Element. wie nichts heilig, nichts ehrwürdig sie achten, als den Beifall derer. — von denen sie dafür bezahlt sind, das ist die allgemeine Antwort. Wen haben die gefaßten Beschlüsse befriedigt? Etwa die, welche für ihr baares, ausgelegtes Geld Anspruch auf dieselben hatten? Mit Nichten. Ihr gebet ihnen neue Gebete, in kleinste Portionen abgelheilr — Ausdruck so heiliger Gefühle, als sie dem Herzen derer ernst sind, die sie umformren, — Ihr merzet aus jede Erinnerung an die Vergangenheit jede Bitte um die Zukunft, und nun habt Ihr das Großartige vollendet, nnd den Geist des Volkes, — den Eurer Commirrenren für das religiöse Gefühl vom Neuen belebt? Arme Schlucker Ihr! Geht in unfern Andachtssaal, — NL. wenn keine Vorstellung mir aufgehobenem Abonnement stattsinder, wie jüngst hier bei SalomonS meisterhafter Gastrolle — besucht den