Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 6 (5.8.1845)
- Date
- 1845-08-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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50 gegeben haben sollenden Enthusiasmus zu urtheilen, stand zunächst zu erwarten, daß die diesjährige Rabb.- Bers. Hieselbst wenigstenvon einer doppelt so großen Anzahl von Rabbinen, als die vorige würde besucht werben. Dem war indeß nichc so Mit genauer Noch, und nachdem man sogar, um sich zu rekruriren, Lehrer mir in den Bereich der Versammlung gezogen hatte, brachte man eine Anzahl zusammen, die vorjährige kaum um einige Wenige übersteigend. Und welche Namen?! Herbei, vielge wandte Muse! und du „Bogen-starker Schütze", „von der Saale", und nenne mir die Mannen alle von Ost und West, von Süd und Nord, deren von Birkenfeld, Weilburg, Bernburg, Marburg, Luxemburg, Oldenburg, Buchau, Bingen, Alzci, Thorn, Wiesbaden, Meiningen u. s. w. Vergessen war aller Hader und Zwiespalt, den di? würdigen und hochwürdigen Herren, ein Jahr hindurch, miteinander ausgekämpfc, ein Herz, eine Seele, nur begeistert von der einen Idee, der Fortbildung Zudars. Rührendes Bild der Eintracht! „Da weilet der Wolf bei dem Lamme, Leopard lagert beim Böcklein sich. Kalb und Löwe und feister Stier, ein kleiner Knabe leirer sie". (Ies. 11, 7.) Unter solchen Auspicien begannen die Versammlungen. Die Präsidenren-Wahl zeigte zuerst, wie tiefe Wurzel jene Einigkeit bereits in den versammelten Seelenhirten geschlagen hatte. Vierzehn gegen dreizehn! Eine Stimme Majorität in dem gerade in zwei Hälften gerheilren Lager Israels. Indeß, diese eme Stimme gab hinlänglichen Beweis, welche Politik man angenommen harre, zu befolgen gedachte. Trotz aller Befangenheit und Eitelkeit, mußte man dennoch das wenigstens einsehen, daß auf der vorjährigen Bahn fortgeschritten, man sehr bald nichc einmal den Schein mehr bewahren könne, als bewege man sich innerhalb der Grenzen des Iudenrhums, der Verralh gegen die väterliche Religion zu offenkundig ausgesprochen sein würde. Diesen Schein aber wollte und mußte man für's Erste noch beibehalren. Eine affecnrre Mäßigung sollte deshalb an den Tag gelegt werden, doch diese Mäßigung war nur scheinbar, erkünstelt. und bald brach sich mit gedoppelter Wnrh, die wahre Gesinnung vom.Neuen Bahn. Und als nun gar Frankel und Schott Protest eingelegt und auegeschieden, und so dem zerstörenden Strome auch die geringe Gegenwehr genommen war, da legte man die Maske ab, zeigte sich in seiner wahren Gestalt. Wir übergehen die gottesschänberischen Lästerungen, den frivolen Spott, wodurch christliche Geistliche genöchigt wurden, den Versammlungsort zu verlassen. Von diesem Augenblicke an war der lehre Rest von Achtung und Würde, so man dem Stande wenigstens zollte, erloschen. Die Verhandlungen? Die Beschlüsse? Sind ausgesprochen von einer Gesellschaft, deren Verhandlungen der Stempel der Irreligiösirär aufgedrückt ist, sind falsch, sind verwerflich. So weit für heute, nächstens ein Mehreres. Vom Neckar. Hervorgerufen durch das gegnerische Streben, durch Addressen, Sympathieen für die Rabbiner-Versammlung an den Tag zu legen, haben wir uns Hieselbst zu demselben Schritte veranlaßt gesehen, auf gleichem Wege nämlich, unsere Antipathie gegen diese Versammlung, und zum Gunsten der 116 bestimmt auszusprechen. Ueberall im Lande circuliren jetzt in diesem Sinne Addressen, und ich beeile mich, Ihnen die freudige Mittheilung zu machen, daß auch hier, wie anderorrs es bald jedermann, vorzüglich auch den hohen Landes- Negierungen klar und deutlich werden wird, in welchem Sinne die bei Weitem größte Majorität des Volkes sich ausgesprochen. Erhaltung des uralten väterlichen Glaubens, Widerstand gegen jenes destruktive, reformatorische Treiben. heißt überall des Volkes Stimme, sein Wunsch Die verreffenden Addressen werden Sie Kurfürstenthum Hessen. Cassel. In No. 31 der A. Z. d. I. berichtet als sich das Gerücht verbreitet, die Bewerbung des Hrn. Or. F. um die erledigte Landrabbiner - Stelle habe Aussicht auf Erfolg. Diese Unruhe habe sich in einer Eingabe an das Ministerium des Innern ausgesprochen, die unter Darlegung der Gründe gegen die Berufung, mir Unterschriften von Männern aller religiösen Richtungen bedeckt sei. Als vorzüglichster Elnwand gegen gedachten Caudidaten wird geltend gemacht, daß das Vorsteheramr der Israeliten bei der Vorgesetzten Landesbchörde mehrere wohlbefähigre und in gesegneter Amtswirksamkeir befindliche Männer vorgeschiage:, habe, dahingegen es nicht zweckmäßig schien.