Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 6 (5.8.1845)
- Date
- 1845-08-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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49 gekannte und verehrte, geschrieben vor sich zu sehen, wie sie früher von Munde zu Munde, von dem Vater auf den Sohn, von dem Lehrer auf den Schüler übertragen worden war. So konnte sie sich trotz ihrer veränderten Gestalt, in unveränderter Achtung und Heiligkeit bei dem Volke erhalten, so ist sie, was sie war und stets bleiben wird, von Gott geoffenbartes, heiliges Religions-Gesetz. Zeitungsnachrichten. Ans dem Großherzogthum Hessen. Die scbon früher in diesen Blattern besprochene Dankaddresse des Vorstandes der israel. Gemeinde zu Darmstadr, finden Sie nun auch in der Zeitung d. I. No. 29 unter dem Anfügen abgedrnckc daß der Ertrag einer in der israelitischen Gemeinde Hieselbst mit Leichtigkeit zu Stande gebrachten Collecte diese Addresse begleitet habe. Wir versichern indessen, daß dieser Ertrag, im Verhälcniß zu einer Gemeinde von 130 Familien, ein ganz unbedeutender, und nicht mit Leichtigkeit. eines gewissen Adler eben so bübisch geschehen, als er unmittelbar dqrauf die Unwahrbeiren becheuerr: 1)r. Auerbach in Darmstadr und andere würdige'Männer der Gegenwart waren seine Freunde, und der Rabbiner Bamberger in Worms hätte im Torach Haknasch dre Braunschweiger R. V. eine Rotte von Bösewichrern, eine Sünderbrut genannt. (Möge Herr A. mittelst eines guten Lexicon bessere Versionen machen, und versichert sein, daß die Unterzeichner jener Briese an seine Persönlichkeit nickt im entfernteren gedacht.) Um indeß zu jenem Artikel der Zeitung des Iud. zurückzukehren, wollen wir nicht in Abrede stellen, daß die Rabbiner-Versammlung in Frankfurt Anfangs auch bei manchem Beschrankten in unserer Gegend Anklanq fand. Stellen sich ja viele Laien gar nickt vor, daß ein Rabbiner dao Unerlaubte erlauben würde.» Warum also diesem, die Neugierde und den GesellschastSttied so angenehm befriedigenden Schauspiele abhold sein? Auch sind ja Versammlungen, zumal öffentlich gehalten, in unfern Tagen ein Gegenstand der Mode (wenn freilich bei den Rabbiner-Versammlungen die Ocffenrlichkeit auf der von einem gewissen I)r. Adler von Alzep ausgesprochen wordenen historischen Unwahrheit: daß die Diskussionen der alten Sanhedrin auch öffentlich gewesen wären sek. Prot. S 4^ basirt. da nach Sanhedrin 29 a und 31 3 Niemand den Diskussionen der Letzteren beiwohnen durfte), und so fürchtete denn auch mancher Laie, durch seine Theilnahmlosigkeit für altfränkisch gehalten zu werden. Seitdem man jedoch in den Sitzungen der verflossenen Woche die Blasphemien Herzfeld's vernommen (O.-P.-A.-Z. No. 199): die Bibel sei zwar Gottes Wort, aber nickt ganz Gottes Wort, und die eines Jolowitz: was das Volk in der Bibel nicht als GocreS Wort anerkenne, das sei auch nicht Gottes Wort und die Wihworre Anderer gegen das Heilige und Göttliche, hat die Therlnahme an diesem Institute, selbst unter seinen früheren Anhängern dermaßen adgenommen. daß die künftige Versammlung allerdings genörhigc sein dürfte, ihre Zuhörerinnen für Mlnjan-fahig zu erklären, um auf diese Weise ein Minjan Zuschauer zu acquiriren. Freie Städte. Frankfurt a. M. So wäre sie denn bestanden , die abermalige Prüfung, und Dank ihm, dem Hüter Israels! glücklich, über die Maaßen glücklich bestanden. So wäre er denn entschieden, der zweite Schiachr-Tag, und wie stets, wenn gegen Gottes Allweisheir und Allmacht der Menschen vermessener Stolz und Eigendünkel den Kampf wagt, entschieden zu dem eigenen Verderben der Uebermuthigen. Vollbracht ist jetzt das Werk, von den Einen mit banger Angst erwartet, von den Andern nur stolzer Sieges-Freude begrüßt. Sie ist zu Schanden geworden, jene vermessene Freude! Nach den, seit dem Zeiträume eines Jahres gemachten, unerhörten Anstrengungen, nach den pomphaft angekündigten Addressen, nach dem überall sich kund-