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Der treue Zionswächter · 1845-08-05 · 6 (5.8.1845) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
6 (5.8.1845)
Date
1845-08-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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/ zur Besetzung dieser wichtigen Stelle einen Candidaten zu berufen, der noch keine Probe seiner praktischen Befähigung gegeben. So weit unser Referent. Wir haben nun freilich Unruhe und Besorgniß nur in den Kreisen wahrgenommen, wo man es abermals auf ein Provisorium von fünfzehn Jahren und darüber abgesehen harre, um wahrend der Zeit nach einigem Gutdünken schalten zu können, und sich der unbequemen Gegenwart eines Landrabbinen entledigt zu sehen. Zwar hat das Vorsieheramr schon zu drei verschiedenen Zeiten Candidarcn vorgeschlagen, allein stets solche, dir, wie cs wol wußte, ihrer laxen, modernen Neligiösirar willen, so wenig Anklang in der hiesigen Gemeinde fanden, daß sich bald bedeutende Stimmen gegen dieselben erhoben, und in Eingaben an hohes Ministerium gegen solche Wahl nachdrücklich prorestirten, welche dann wirklich jedesmal unterblieb. Man macht gegen Or. F. geltend, daß er nur Candidat sei. Allein abgesehen davon, daß es doch Sache der Unmöglichkeit ist, sters bereits im Amte stehende Nabbinen für neue Stellen zu berufen, haben wir um so weniger Gelegenheit , einem Candidaten zu mißtrauen, da doch Aufnahme war, und gab es je eine Stimme hier, die diese Wahl bereuet? Dabei har ll)>. F. einen Vorrheil vor allen andern Bewerbern, daß derselbe bereits mehrere Jahre hiesclbst verlebt, Schüler und Freund des verstorbenen Landrabbinen war, daher besser weiß, wie irgend ein anderer Bewerber, was den hiesigen Verhältnissen entsprechend, sicher in der Dahn forrscbreiren wird, die sein seliger Vorgänger und Lehrer zum allkamen, bewogen gleich anfangs, viele der einflußreichsten Mitglieder, sich für denselben zu verwenden. Der „anderweitige Einfluß" , von dem der Referent noch spricht, besteht darin, baß die hohen Behörden, denen die definitive Entscheidung dieser Wahl zusieher, jene Umtriebe in der Mitte des Vorstehtramts. und vorzüglich des Chefs desselben wol kennesi, und eine durch die bekannten Mittel zu Stande gebrachte Eingabe wol zu unterscheiden wissen, von der ruhigen, aber gehörig mvtivirten Bitte nicht minder einflußreicher Mitglieder 51 der hiesigen Gemeinde, und vieler Gemeinden des Land- Bezirks , daß gerade dem vr. F. die Landrabbiner- Stelle definitiv übertragen werde. Daß die Perlönlichkeit jenes Herrn, so wie der gehaltene, religiöse Vortrag, diese Meinung von Privaten, wie der hohen Behörden sowo!. Nicht herabgestimmt, dafür ist gerade der sicherste Beweis, daß die Befähigung desselben, und das Zutrauen zu demselben, so sehr berücksichtigt, daß man gerade jetzt nur «hm diese Stelle übertragen möchte. Auch wir erwarten von der Biederkeit und der wahrhaften Neligiösitär des Herrn Dr. F , daß er sich durch die angezettelren Machinationen nicht irre wird machen lassen. Derselbe findet hinlängliches Verbauen Hieselbst, um eine gesegnete Amrswirksamkeit erwarten zu können, Vorurcheile schwinden zu machen, überall Anerkennung sich zu verschaffen, und darin besteht gerade das schönste Vorrecht seines Berufes; mache er eS geltend! Mecklenburg Schwerin. Dank dem fromme»', wahrhaft religiösen Gemürhe unseres allverehrcen Großherzogs und dev höchsten Landes-Behörden, ist es endlich trotz aller entgegengesetzten Bestrebungen des Landesrabbiners. Vr. »7o!dhe«m und gleichgesinnter Helfer, denen hiesigen Familien- Vätern, die treu ihre angestammte Religion bewahrte,-, erlaubt worden eine eigene Synagoge für sich zu bauen, und in derselben nach altheikömmlichem Nirns den Gottesdienst abzuhalren. Von dieser Erlaubiiiß ist natürlich alsbald der vollkommenste Gebrauch gemache worden, und wird der Bau eifrig betrieben Wer, so zu sagen. die leibhafte Wach kennt, mit der unser Landee-Nabbiner darauf hinarbciter, das orthodoxe Judenrhum mit der Wurzel aus unserer Mitte auszurotren, wird darin gewiß einen Fingerzeig der allgükigen Vorsehung erkenne,- , daß sich unter den Augen des Zerstörers selbst vom Neuen der Stamm heranbilde-, der einst in späteren, besseren Zeiten, zur Kräfriaung unserer wahrhaften Religion, sicherlich das Seine » beitragen wird. Denn auch hier ist die Zahl derer I nicht gering-, di-, jemehr man ihnen den Glauben mir i Gewalt entreißen will, desto inniger und fester sich an denselben anschließen.

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