Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 5 (29.7.1845)
- Date
- 1845-07-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu L -es treuen Zions-Wächters. Zeitungsnachrichten. Freie Städte: Frankfurt a. M. Ohne mich für heute näher auf die Verhandlungen der Rabbiner - Versammlung einlasscn zu wollen, überschicke ich Ihnen, Hr. Redakteur, beifolgende Auszüge und Proteste aus der Ober-Post- Antts-Zeimng zur gefälligen Veröffentlichung, obschon letztere für uns gänzlich bedeutungslos, da sie den religiös-talmudischen Standpunkt der hebräischen Gebete mir keinem Worte anerkennen, vielmehr längncn, und sich zum historischen Elemente bekennend, dennoch von einer Vermittelung mit jener Versammlung sprechen, die man beabsichtigt harre. Die erste der sechs, den Cultus betreffenden Fragen, die Beibehaltung oder Abschaffung des hebräischen Elements in den jüdischen Gebeten war der Versammlung in folgender Fassung nicdcrgelegr worden: 1) Ist cs objektiv-gesetzlich nvthwendig, daß im israelitischen Gottesdienste Hebräisches beibehalten werde? Diese Frage wurde mit überwiegender Mehrheit verneint. 2.) Ist diese Beibehaltung aus andern, als positiv-gesetzlichen Gründen nvthwendig? — im welchem Falle die Rabbiner auf die allmählige Wiederbelebung des Sinnes für die hebräische Sprache und des Verständnisses derselben hinzuwirken hätten. — Diese Frage wurde ebenfalls mit einer Majorität von 15 gegen 12 Stimmen verneint. Alsdann wurde 3) darüber abgestimmk, ob die Beibehaltung des Hebräischen dennoch unter obwaltenden Verhältnissen „rathsam" erscheine?— in welchem Falle zwar das Hebräische noch zum Theil beizubehalten, jedoch von den Rabbinern dahinzusireben sei, die Umstände, welche der Abschaffung des Hebräischen dermalen im Wege stehen, zu entfernen. Diese Frage wurde ohne Debatte in morivirter Abstimmung mir großer Majorität bejaht. Zn der jüngsten Sitzung wurde darüber verhandelt und abgestimmt: 4) in wie weit das Hebräische in der jüdischen Liturgie noch als rathsam zu erachten sei? Es wurde mit 18 gegen 12 Stimmen einen Commissionsancrag angenommen, welcher eine gewisse Mischung verschiedener hebräischer und deutscher Gcbetstücke bei der von der Versammlung anzuordnenden Abfassung einer neuen israelitischen Agende als Leitfaden empfiehlt. Zn der Sitzung, in welcher letzteres Resultat erfolgte, wurde das Haupt der gemäßigt-konservativen Richtung, V,. Z. Frankel, vermißt. Gegen den Schluß der Sitzung erhielt der Präsident der Versammlung, Rabbiner Srein, von Seiten des Or. Frankel folgendes Schreiben, worin dieser sein Ausscheiden officiell anzeigt und motivirc: . PräsidimnNabbmcr.Ber^ gleichende» Widerspruche befinde. Ich brachte schon in der zweiten Sitzung (een 17. d. M.) die Prineipienfrage zur Spr^-e^ damit man sich unter einander verständige und über auf diesen Punkt nicht näher eingegangen. Die gestrige Sitzung führte zu einem Resultate, dessen ich nur mit Kummer Las eigene wiedererkenne; vergebens der Einwurf, daß die Jugend nur mit Widerwillen das Hebräische erlerne, mit den einfachen