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Der treue Zionswächter · 1845-07-29 · 5 (29.7.1845) · page 8

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
5 (29.7.1845)
Date
1845-07-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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40 des Sabbats aus unserer Mitte zu tilgen! Also wiederum Ihre ririinn nicht am rechten Ort. — Wenn Sie sich wundern, daß viele tüchtige Männer, mitunter bereits angemeldete, an dem Institute der Br. Versammlung sich nicht betheiligten: so lesen sie nur die Protestation der 116 Rabbinen nnd die Ursache werden sie crrathen. Viele von nns hielten cs nicht nur für zwecklos, sondern auch für irreligiös (ek. Sanhedrin 386, ^botli Absch. 9) mit Männern, die über das rabbinische Judenthum längst den Staab gebrochen, cs verfälscht und vcrläumdet haben, über Reformen von seinem Standpnkte laus zu' conferiren. Außerdem ist aber noch folgendes hervorzuhcben. Der Aufruf zur Rabbiuen - Versammlung hatte Anfangs die Rabbiner und jüdischen Geistlichen zu einer Versammlung aufgefordcrt. Später wurden auck solche eingeschmuckelt „die von einer jüdischen Gemeinde mit dem Predigeramt betrauet sind." Ich stelle nicht in Abrede, daß Prediger gute Theologen sein können, weiß aber auch, daß die meisten sich eben so wenig, als der Aufrufer, des gründlichen Studiums rabbinischer Schriften befleißigt haben. Und diese Prediger — mit dem Predigtamt von ihnen — Stadt, Flecken, Dorf, Gemeinde betraut, sollen kommen, stimmen, beschließen. — Heil dir, Braunschweig, daß so Wenige von dieser Einladung Gebrauch machten! Ich und viele College« dachten, es würden wenigstens mehrere 100 erscheinen, da in der Regel am Orte, wo kein Rabbiner fnngirt, jeder ordnungsmäßig geprüfte Lehrer von seiner Gemeinde mit den Predigten betraut ist und wirklich jeden Sabbat gleichviel ob in der Synagoge oder einem Zimmer — Vorträge hält; ja allein aus dem hiesigen Laudrabbinate hätten wenigstens 30 Gemeinden die Rabbiner- Versammlung beschicken können. Unter solche Umständen stand zu erwarten, daß „wenn auch die konservativen Rabbiner reden dürften," sie von Nichtebenbürtigen, von Nullitäten auf dem jüdischtheologischen Gebiete überstimmt würden, darum hielten wir für zwcckmätzig, uns der Versammlung nicht anzuschließen. Allerdings erwies sich diese Befürchtung als uugcgründet. Wenn aber nunmehr aller Welt ersichtlich, welche Richtung die Wortführer der Br. Versammlung genommen, mit welch schwadronirendem Done sie unsere heiligen Lehrer meisterten, mit welcher Wegwcrfung sie von dem ihnen fast ganz fremden Talmud redeten — so haben wir unsere Nichtthcilnahme nicht zu bereuen und die gegründetsten Motive zu der Behauptung: daß man innerhalb des Standpunktes des conservarivpositiven Iudeuthums mit solcher Versammlung nicht r^->2 sein kann. Wie wir hören, und Sie vielleicht scbon wissen, wird die diesjährige Rabbiner-Versammlung auch nicht theologischen Capazitäteu, namentlich einigen Lehrern an der Frankfurter Realschule ihren Circus eröffnen. Konsequcnterweise werden, vielleicht schon bei der diesjährigen, sicher aber bei künftigen Versammlungen, ein Paar Dutzend jüdische Literaten — von denen viele, wie bekannt, das Iudenthum so wissenschaftlich erfaßt und so tiefe Blicke in dasselbe gethau, daß sie dasselbe für eine Windmühle, für Nationalismus halten — mitstimmen, und nun ominircn Sie selbst, mit welchem Erfolg die konservativen Rabbinen, welche allerdings, wie sic uns erzählen, den Mund öffnen dürfen — in dieser frequenten Versammlung plaidiren würden. Hierbei eine Beilage.

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