Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 5 (29.7.1845)
- Date
- 1845-07-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 warm und innig ans Herz gelegt, wie eS an ihnen jetzt sei, sich ebenfalls zu belhätigen bei dem Kampfe, der gegen die Zerstörungs - Wuth derer, die das Heiligthum stürmen, ausgebrochen, wie sie die Führer, die vorangehen im Kampfe, unterstützen, jeglichen Beistand ihnen leisten müssen. Und wodurch.? Dadurch vorzüglich, daß sie es überall, daß sie in Wort und That es beurkunden, .wie in ihnen nicht crloichen die Liebe zur angeerbten Religion, wie die Zeit da ihre Macht vergebens versuche, wo sie durch ihre Anforderungen, die der Religion herabstimmen, und solche sich selbst unterordnen will. Dadurch vorzüglich, daß sie durch Wort und That es beurkunden, wie sie trotz ihrer Anhänglichkeit an die väterliche Religion dennoch nichi Zurückbleiben, wo cs sich um humane Tugenden, um wissenschaftliches Streben, was so gerne, aber auch so fälschlich, von unfern Gegnern ganz allein in Anspruch genommen, und zwar in Anspruch genommen wird, als Folge ihrer fortgeschrittenen religiösen Bildung wie sie sich auszudrücken belieben — handelt, daß auch sie im Grande sind für ihre Ueberzeugung zu opfern, zu besiegeln jene Treue durch ganzes Herz, durch ganze Seele, durch ganzes Vermögen. Dadurch endlich vorzüglich, daß sie durch Wort und That es beurkunden, wie es ihr entschiedener Wille sei, das angeerbte Gottes-Gut in gleichem Maaße auf ihre Kinder und Nachkommen zu übertragen. Wie sie fest entschlossen seien, die Erziehung ihrer Kinder in diesem religiösen Sinne zu beschaffen, wie ihr ganzes Streben und Trachten darauf gerichtet sei, durch das lebendige Wort Gottes, welches Tag und Nacht, durch Worte, durch ihr ganzes Leben sie ihnen versinnlichen, in erhabener Heiligkeit und Vollkommenheit sie ihnen vorleuchfen lassen wollen, den religiösen Sinn jener zu kräftigen und zu befestigen, daß auch sie im Stande seien, den Kampf des Lebens zu beginnen gegen Trug und Abfall, ihn zu beginnen und siegreich aus demselben hervorzugehen. Das ist das nächste-Streben der Orthodoxie! Ob es gelingen? ob es gottgefällig? „Und ich, „dies mein Bund mit ihnen, spricht der Ewige. „Mein Geist, der auf dir, meine Worte, die ich in „deinen Mund gelegt, sie werden nicht weichen aus „deinem Munde, aus dem Munde deiner Kinder, „aus dem Munde deiner Nachkommen, von jetzt an »bis in die Ewigkeit," so spricht der Ewige.' Vertrag zur Würdigung der Wirreu im Zrrdenthnm. (Beschluß.) Der Verfasser hat hier keineswegs zu stark aufgetragen, denn die ganze Richtung dieser religiösen Schule zielt dahin, das ganze Judenthum nur auf Gebet und Erbauung zu concentriren, und das, was nur Mittel ist, zum Zweck desselben zu machen. Wir wollen keineswegs den Werth der Erweckung des religiösen Sinnes für die Menschheit im Allgemeinen verkleinern, und drücken vielmehr den Wunsch aus: O'X'22 N 21? ^2 '2 Möge das ganze Volk von einem religiösen Gefühle beseelt sein! Aber für das Judenrbum kann dieses nicht Hauptzweck sein; denn im Leben sollen wir Juden sein, und uns als solche nicht durch allgemeine erbauliche Betrachtungen und gemüthliche Ergüsse zeigen, sondern durch die dem Judenthume eigenthümlichen Handlungen. Die „Religiosität", sagt daher der Verf. (S. 33), kann nicht die Haupttendenz des Judenthums sein, denn fast Alles, worin das religiöse Gefühl Nahrung findet, steht bei ihm in sekundairem Range; die Gebete und Segenssprüche sind nicht alle biblisch, der Gottesdienst überhaupt war in ein einziges Haus verwiesen, nur einem einzigen Stamme in die Hände gegeben , wogegen das gewöhnliche Leben, Gewerbe, Handel und Haus, so sehr bedacht und allgemein geregelt wurde, was wol zur Genüge zeigt, daß das religiöse Element im Judenthum nicht im öffentlichen Gottesdienst, sondern im Gesammtleben beruhe. Unsere neuen Religiösen statuiren von diesem Allen, was der Verfasser hier so historisch treu darstellt, den diametralen Gegensatz; die Speise-Gesetze, die Sabbat- und Feier- Vorschriften gehören nicht ins religiöse Leben, dagegen aber die Amtstracht der Synagogen-Diener, worüber ein wichtiger Beschluß aus §. 5 in allen Zeitblättern verbreitet wurde*); die jüdischen Ehegesetze stehen dem Chorrock und dem Barst wird gleiches Gewicht beigelegr. In der erwähnten S. O. ist bereits der Stoff genau bestimmt.