Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 4 (24.7.1845)
- Date
- 1845-07-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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31 Ankleide - Zimmer begleitet. Auf dem Hofe waren Schulkinder aufgestellt, und, wollte der enthusiastische Empfang von Seiten des in der Nachbarschaft in ungeheurer Menge versammelten Volkes, kaum aufhören. Beim Eintritt in die Synagoge selbst, hielt Mr. Ellis im Namen aller Brittischen Gemeinden eine entsprechende Anrede an Vr. A., die derselbe in sehr ausdrucksvoller Weise, indem er seine schriftliche Addreffe vorlas, erwiederre. Präcise 6 Uhr bewegte sich der'Zug in folgender Ordnung in die Synagoge. Zuerst Sir Moses Montefiore, als erster Depurirrer der Britcischen Juden, geführt von zwei Stewards. Zwölf Knaben, Blumen tragend, und sie auf den Boden streuend. Sechs Stewards mit ihren Stäben. Der Oberrabbiner eine ^"0 tragend, geführt von Baron v. Rothschild, Mr. Ellis und A. Zoseph, den drei 2'2^12- O'. A» ging unter einem herrlichen Baldachin, von blauer Seide, reich mir Silber verziert, und von vier Knaben getragen. Jetzt folgten die Honorationen, uud die Stewards beschlossen den Zug. Sir Moses öffnete den in welchen 1)r. A das -,2V stellte, und dann auf scmen Platz geführt wurde. Alsbald begann der Gottesdienst, wobei der von vierzig Sängern der großen und neuen Sckule unterstützt, und wobei vor und nachPsalmen gesungen ein Gebet für das Wohl des neuen Seclenhirten gesprochen, und ein 'O für denselben gemacht wurde, im Namen der Gemeinde, welche hiebei ein Geschenk von 300 Lstrl. für wohlrharige Stiftungen aussprach Die deutsche Predigt begann mir einem hebräischen Gebete, und wurde mir einem englischen für das Wohl der Königin:', des Staates und der jüdischen Gemeinden geschlossen. Gegen war der Gottesdienst zu Ende, und der Zug begab sich in früherer Ordnung wieder zurück in das Ankleide-Zimmer. wo viele der Vornehmsten vorgestellt wurden. Die Nachbarschaft der Synagoge hatte ein durchaus feierliches Ansehen, da alle Laden geschlossen waren, und sich eine unabsehbare Menge versammelt hatte, um den Gefeierten z.u sehen. Sowol wahrend, des Zuges nach der Synagoge hin, als von dort nach seiner Wohnung zurück, ertönte das Glocken-Geläure der Aidgare-Kirche, (in deren Bereich die große Synagoge liegt), zur Ehre des Gefeierten. Dieser Tag wird dem jüdischen Herzen im vereinten Königreiche ein unvergeßlicher bleibcn. Laßt uns Hessen daß in ihm ein Grundstein gelegt ist, für die Zukunft unserer gü tlichen Religion, laßt uns danken der Allmacht, die uns einen so ächt frommen Diener gesandt, als vr. N. M. Adler. Die Allmacht gewahre ihm Leben und Segen! Den Grundriß dieser Predigt, die unser Herr Correspondent, in allgemeinsten Zeugen, seiner Auffassung nach, inirtheilre, ist ungefähr folgender: Wenig Tagc, fing der Redner an, waren kaum verflossen, wo er noch inmitten einer Gemeinde stand, die ihn liebte, wo er daS Wort des lebendigen Gorres, so gue es seine Kräfte gestatteten, verkündete, wo er in seiner Muttersprache das Wort seinem Herzen entnahm, und zum Herzen redete; und nach so kurzem Zeitraums findet er sich in eine Gemeinde verseht, die, wenn sie ihm auch auf's Liebevollste entgegenkomme, ihm doch fremd, wie deren Mundart fremd sei, und sollte daselbst die heilige Pflicht, die man ihm anvertraut, erfüllen. Sollte ihn das nicht bange machen? Er vertraue doch auf Gott, der durch den Propheten Sacharias sprach- „Nicht durch Heere, nicht durch Kraft, spricht der Herr Zebaoth, sondern durch meinen Geist." Gott verhieß ferner durch den Propheten Sacharins Capt. 3, V. 9 (welchen er als Text nahm): „l^X '2112 rc. rc: 'HINw.lt „ich dir Zutritt unter den Stehenden gewahren." Das Amt der früheren Hohepriester ist der jetzigen Stellung der geistlichen Lehrer nicht ganz unähnlich; sowie jener im Tempel dafür zu sorgen harre, daß das Licht nicht erlösche, so soll der Polkslehrer sein gewissenhaftes Augenmerk darauf richten, daß die Lehre, d«e lebendige, wahre Lehre Gottes nicht erlösche. So lege er denn hiemir das feierliche Versprechen ab, daß chm d:e treue Erhaltung der uralten Lehre Gottes sein einziger Vorsatz sein möge, so weit schwache Menschenkräfte es gestatteten; so sehr er wohl einsehe, wie schwer es in dieser verhängnißvollen Zeit sein wird, wo so manche Eingriffe in unsere heilige Religion gemacht wurden, wolle er gortvercrauend nur ruhig den Pfad verfolgen, den Gott selbst vorgeschrieben. „Du sollst in seine ,»W?ge gehen." Dies erscheine der Gemeinde anmaßend, fürcktL er, aber er hoff-, mit dem, was er beyorwortere, sein ernster W«lft, mrr dem Hinblick auf Gort vereint, ihn hinreichend dagegen schützen wird; er kenne das Schwere des Amtes zu gut. das er an« getreten, er wisse wie wenig er sich seinem Vorgänger gleichstellen könne, er fühle, wie viel es bedürfe, dis Stellung seines edlen V-rgängers zu erhalten, der vierzig