Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 4 (24.7.1845)
- Date
- 1845-07-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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A» Zeitungsnachrichten. Kursürstenrhum Hessen. Cassel. Vorigen Sonnabend gab Ol-. Salomon, bei seiner Durchreise zur Rabbiner-Versammlung, in der hiesigen Synagoge eine Gast - Vorstellung , die natürlich besucht war, wobei aber das gewöhnliche Epitheton: ,,diese und jene christlichen Behörden waren „zugegen'«, wegfiel, und zwar aus folgendem Grunde. Der bekannte Or. P. ließ nämlich die Gemeinde-Vorsteher auffordern, den berühmten Gast zum Predigen einzuladen, was diese indeß ablchnren, und nur erklärten, sie würden, geziemend darum ersucht, die Erlaubniß nicht abschlagen. Schnell wurde nun ein schriftliches Gesuch aufgesetzt und unterzeichnet, woraus die Erlaubniß dann wirklich erfolgte. Dem Gebrauche gemäß, wurde der landesherrliche Commissar für die jüdischen Angelegenheiten, Herr Geheimer Regierungs-Rath S. zu dieser Predigt eingcladen. Dieser indeß ließ alsbald einen der Herren Vorsteher zu sich rufen, erklärte demselben, wie es ihn sehr wundere, daß man einem Prediger, dessen desirucrive Tendenz so allbekannt, die Erlaubniß zum Predigen errheilt, und gab sogleich einen schriftlichen Befehl, daß die Predigt zu untersagen sei. Die Verlegenheit des Or. P. und seiner Freunde, die dem Or. Salomon die Erlaubniß der Gemeinde- Vorsteher bereits mirgctheilt, war keine geringe, und deren angestrengten Bemühungen gelang es endlich, den Herrn Geheimen Negierungsrarh zu bewegen, seinen Befehl zurückzunehmen, nachdem jene Herren versprochen, dafür sorgen zu wollen, daß nichts Ncligionswidrigcs m der Predigt vorkomme. Die an ihn ergangene Einladung aber lehnte der Herr Geh. NegierungS-Narh unter solchen Umständen ab, und war daher bei der Hannover. Hannover. Zn der vorigen Woche fand hier eine Nach-Wahl, zum Vorschläge der drei Rabbinats- Candidakcn, Seitens der hiesigen Gemeinde, statt, da es sich herausgesiellr, daß mehrere Wahlberechtigte bei der ersten Wahl zurückgesetzt worden waren. Dabei erhielt, als die Majorität: Frensdorf, Hirsch und Meyer, ledcr drei Stimmen, andere Caudidaken resp. eine Stimme, wodurch indeß das ursprüngliche Wah!-Verhältniß weiter nicht abgeänbert ist. Gegen Nabb. Schott wird es sehr geltend gemacht, und har einen kiesen Eindruck hervorgerufen, daß derselbe in der vorjährigen Rabbiner- Versammlung die Mecklenburger Synagoge -Ordnung genehmigt, und erklärt: „Jeder, der einem Gottesdienste „nach der vorgcschriebenen Synagogen - Ordnung „beiwohnt, habe vollkommen seiner religiösen Pflicht „genügt", was bekanntlich von allen orthodoxen Nabbinen auf das Entschiedenste verneint wird. England. London. Ueberzeugt, daß es, werthester Herr Nedacteur, den Lesern Ihres Blattes nicht unangenehm sein wirb, rechr ausführlich über den Empfang unseres neuen Oberrabbiner, Or. Adler, benachrichtigt zu seir, erlaube ich mir. Ihnen hiebei folgende getreue Schilderung mirzuthcilen, die zugleich den sichersten Beweis liefert, mit welch' unbegrenztem Vertrauen wir uns unserm Seelsorger hingeben, wie sehr wir auf seine ächte Religiosität, auf seine Fähigkeiten und seinen guten Willen unsere Zukunft bauen. Or. Adler kam am Montag, d. 7. ZuU, Abends woselbst er von den Vorstehern aller Synagogen der Hauptstadt erwartet wurde, die ihn nach Hau,e begleiteten. Am Dienstag Nachmittags, führte ihn Mr. Ellic, Präsident der großen Synagoge, um ihm dieses ausgezeichnete Gebäude zu zeigen, weiches neu hcrgcrichter, und für diesen Zweck passend decorirr war, und auf den Eingcführren den außerordentlichsten Eindruck hervorrief. Am Miktewochen fand das feierliche Ercigniß der Einführung statt, für wclcre Vorbereitungen im grandiosesten Style getroffen worden waren. Außer den gewöhnlichen Beamten waren noch 18 junge Leute, auS den respektabelsten Familien, als Ehren-Stewards für diesen Tag erwählt worden, da die Synagoge an 1100 Personen faßte. Die Thüren wurden um 4 Uhr geöffnet, und bald hatte das Publikum, so wie sämmrliche Eingeladenen, alle mit Karren versehen, die angewiesenen Plätze eingenommen. Sobald die Gesellschaft versammelt war, begaben sich die Herren, die besondere Eintritts-Karren hatten, m das Ankleidezimmer, um daselbst den Oberrabbiner zu erwarten. Um 5 Uhr erschien Or. Adler, am Eingang von allen Honorationen aufs Feierlichste empfangen, und ins