Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 4 (24.7.1845)
- Date
- 1845-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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in ihrem weitesten Sinne, anerkannt; anerkannt, daß eine Fortbildung des Religions-Begriffes unmöglich, anerkannt, daß der Glaube dem Gebiete menschlichen Wissens nicht ««gehörend; anerkannt endlich, daß der jüdische Charakter ein besonderer, nicht in Allgemeinheit aufgehen dürfe. So weit hätte Alles seine gehörige Richtigkeit. Aber fährt man fort, jener Ausdruck der göttlichen Offenbarung selbst, verbiete nicht, erlaube vielmehr ausdrücklich den Fortschritt in ihrem eigenen Gebiete; wenn auch nicht der Religions-Begriff, so seien die Religions- Formen der Läuterung, der Verbesserung fähig; der Glaube sei zwar dem menschlichen Erkenntniß-Vermögen entrückt, aber dennoch ausgedrückt im allgemeinen Bewußtsein; das Iudenthum müsse seinen speciellen Charakter behaupten, aber speciell, selbst in der Uebereinstimmung mit dem Zeitbegriffe. Da hätten wir jener Inkonsequenzen in Fülle. Positives Iudenthum soll Fortschritt nicht ausschlicßen. Wir haben cs bereits früher erklärt, müssen indeß hier noch einmal darauf zu kommen, nickt nur Iudenthum, sondern Religion im Allgemeinen, schließt Fortschritt ganz und gar aus. So wie eine Religion als göttlich erkannt, so ist der Begriff ewig nicht mehr von ihr zu trennen; Fortschritt, heißt Vergänglichkeit, Fortschritt leugnet die Göttlichkeit der Religion. Aber nur der Religions-Begriff sei göttlich, die Religions-Form aber der jedesmaligen geistigen Anschauungs- und Ausdrucks-Weise angepaßt. Dann hätten wir kein geoffenbanes Iudenthum. Offenbarung, jüdische Offenbarung, warnicht Kundgebung eines religiösen Begriffes, — war selbst das vor-mosaische Iudenthum als Religions-Form geoffenbarer worden — sondern Ausdruck eben dieses Begriffes in die allerbestimMtesten Forme», sich erstreckend über alle und jegliche, über die kleinsten Verhältnisse des menschlichen Daseins. Gesetzt aber, wir geben selbst die Göttlichkeit sämmtlicher geoffenbarter Religions-Formen zu. so wäre Fortschritt dennoch denkbar, wäre erlaubt, wäre norhwendig, weil sich aus den Offenbarungs- Schriften, aus dem Talmud selbst, vielfach Nachweisen lasse, — was denn? Daß man fortgeschritten? Die thörichte Behauptung wird sobald keiner aufzustellen wagen. Allerdings. In den Schranken der strengsten Gesetzlichkeit, unter äußeren und inneren Verhältnissen, die das geoffenbarter Gesetz selbst auf das genaueste vorhergesehen und bezeichnet, unter Bedingungen, die jeden Mißbrauch unmöglich, jede Nebenabsicht vereiteln mußtey, und dann immer noch auf einzelne, konkrete Fälle angewandt, war es erlaubt, war es Pflicht, weil und wie das göttliche Gesetz esselbstausgesprochen, eine bisherige religiöse Bestimmung nicht abzuändern und aufzuhcben, sondern eine andere, entsprechende zu substituiren, weil gerade so Uebertretung des ursprünglichen Gebotes weniger zu befürchten. (Zn dieser Kategorie gehören 212' und 'Ahn, und hiIlllL u. m. A.) Darin aber einen Zusammenhang mit einem sogenannten Fortschritte auf dem Gebiete des Iudenthums finden, darin aber das heutige Streben nach Reformen selbst in den Grenzen des Talmuds wicdererkcnnea zu wollen, jetzt endlich Verhältnisse einräumcn, Bedingungen zugcben, wie diejenigen sind, die der Talmud fordert, wird dem unbefangenen, unparteiischen Richter wenigstens nicht so leicht einfallen. Ucbcrhaupt schließt es keinen geringen Grad von Inkonsequenz in sich, von Reformen innerhalb der Grenzen deS Talmuds sprechen zu wollen. Ist die talmud. Tradition das, wofür diese Partei sie allerdings anerkennen will, nämlich göttlichen Ursprungs, von Gottes Mund dem Moses auf Sinai überliefert, hat sich diese Uebcrlieferung durch den Mund der Lehrer im Talmud fortgctragen, lag selbst in ihren gctheilten, divergirenden Ansichten, immer noch der Keim göttlichen Ursprungs, 2"s-i 2P^8 '121 lh81 lh8 war endlich die definitive Gesetzes - Bestimmung, N2h71, nach feststehenden, unabänderlichen, göttlichen Satzungen ein für allemal ungeordnet, dann läßt sich in diesen Grenzen nichts nr-chr reformiren, heißt eigenmächtig auf ihrem Gebiete fortschreiten wollen, die Tradition selbst längnen. — Daher ist das stete Schwanken dieser Partei zwischen beiden entgegenstehenden Grundsätze»; daher diese Unentschiedenheit, diese Widersprüche, diese grellen Contraste bei allen verkommenden Tages-Fragen ans dem Gebiete des religiösen Iudenthums. h^ O'l122 2518 'i12 1^ 281 ,1'1N8 12h 2'ph81 '7! 28 22'^2,1 '.1L? «1'1N8 12h h^2!1 „Wie lange noch schwanket „Ihr nach beiden Seiten hin. Wenn Gott, Gott „ist, geht ihm nach; ist's Baat, so gehet ihm nach," so möchte man diese» schwachen Hirten Israels: