Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 3 (17.7.1845)
- Date
- 1845-07-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 reichs, Hollands und noch eine große Anzahl aus entfernteren Gegenden angeschlosseu, eine Verwahrung gegen die Beschlüsse jener sogenannten „deutschen „Rabbiner-Versammlung" unterzeichnet und veröffentlicht worden, so erklären wir, die Unterzeichneten, daß wir für uns und die Unsrigen gegen derartige Versammlungen, deren Competenz wir als nicht vorhanden erkennen, feierlichst prvtestiren, und die Beschlüsse derselben als eigenmächtig, und in jedem Betracht ungültig, soweit solche uns betreffen können, unbedingt als null und nichtig ansehen, und in keiner Weise gesonnen sind, die von der Versammlung selbst sich beigelegten oder etwa Uoch beizulegenden Eigenschaften irgend anzuerkennen, oder uns deren Aussprüchen je zu unterwerfen. So geschehen in der Provinz Starkenburg, im Zuni 1845. Unterzeichnet von mehr, als sechshundert jüdischer Familienväter. Ans dem Badischen. Vor einigen Wochen starb in Heidelberg Herr David Zimmern. Einsender dieses hatte nicht die Ehre einer persönlichen Bekanntschaft mir demselben, und weiß nur von ihm, daß derselbe seine unmündigen Kinder schon vor längeren Zähren hatte taufen lassen, somit für das Zudenthum, möge sein Privat-Charakrer, seine gesellschaftliche Stellung, noch so ehrenhafter Art gewesen sein, gänzlich abgestorben war. Wir halten uns gerne an den humanen Satz, üe mortuis nil ni8L bene, von den Todren nur Gutes zu reden, und hätten dieses Ereigniß gerne mit der Nacht des Grabes bedeckt. Wie aber, wenn wir durch den grellsten Widerspruch mir aller Wirklichkeit, wenn wir durch Gesinnungslosigkeit und Feilheit sonder Gleichen, zu Wiederaufnahme jenes Gedankens qenöthigt werden? WaS wir am Wenigsten erwarteten, es ist geschehen. Ein Herr W .... r aus Mannheim' glaubte dem Verblichenen ein Denkmal setzen zu müssen, und er that es in einem Nekrolog in der Mannheimer Abendzeitung. Dort wird nicht weniger behauptet, als Hr. David Zimmern sei gleich dem Könige David ein Mann nach dem Herzen Gottes gewesen. Wahrhaftig, man wäre geneigt, das Ganze für bittere Ironie zu halten. Aber unser Herr W.... r geht weiter. Er steigt hinauf bis zum Patriarchen Abraham, und gleich diesem soll Hr. Z. gehandelt haben, freilich, mit dem unbedeutenden Unterschiede, daß der Bund, den Gott mit jenem geschlossen, dessen Zeichen die Deschneidung, dieser vorsätzlich aufgehoben, die Unmündigen durch die Taufe vom Verbände des Zudenthums loszusagen bemühet war. Viele wollten in dem Mannheimer W — r den dorri, gen Klausrabbiner Wagner, jetzt eben im Schooße der zweiten Rabbiner-Versammlung anwesend, wiedererkennen; das aber müssen wir doch wol entschieden zurückweisen. Ein Rabbiner, ein Klausrabbiner, dafür besoldet, Tag und Nacht dem Studium des Talmuds odzuliegen, sollte für schnöden Sold sich dazu hergeben, solche, das ganze Zudenthum höhnende Beschimpfung aufzustellen, Männer, die da- Zudenthum aufgeben, mit seinen höchsten Zierden zu vergleichen?! Man könnte sogar die Rabbiner - Versammlung besuchen , und solches Betragen wäre dennoch feil und niedrig, wie kein anderes mehr. Zndeß ... wir dürfen es nicht glauben. Von der Elbe. Zm Zuni 1815. Unter den vielen gemeinen Schmähungen, welche die All. Z. d. Z. in ihrer ohnmächtigen Wuth gegen die Unterzeichner der Erklärung wider die Draunschweiger Rabbiner - Versammlung veröffentlicht, giebc sie auch in No. 21 folgendes artige Artikelchen: Was ich zu der „Erklärung der 77" (die ominöse Zahl 77Lemech*s, Gen: 4, 21) sage? Daß der Veranlasser derselben zwar kein Moses, vielmehr das gerade Gegentheil scheint, dennoch aber von Moses lernte; er streuere ebenfalls eine Handvoll Staubes aus, und es wimmelte nun auch (wie Exod: 8, 13) von Ungeziefer. — Nicht die Päbelhaftigkeit solcher Aeußerungen macht diesen Artikel bemerkenswerth; bei einem Blatte, von Herrn PH. redigirt, ist uns dieses längst schon nichts Befremdendes mehr. Wohl aber ist es die grobe Ignoranz, welche diese Zeilen bekunden, was sie beachtenswerth macht. Man war freilich auch bisher schon gewöhnt, in jenem Blatte die krasseste Unwissenheit zu finden, da, wo es rabbinischem Wissen galt. Daß aber ein Mann, der so gerne jede Gelegenheit