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Der treue Zionswächter · 1845-07-17 · 3 (17.7.1845) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
3 (17.7.1845)
Date
1845-07-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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18 Geburt, sondern durch die Geburt des Menschen datirt sich diese allgemeine Religion, dieses Verhältniß, worin der Mensch zu Gott stehet, her. Von dieser allgemeinen Religion aller Menschen, unterscheiden wir die besondere, d. b. die Art, worin die verschiedenen Menschen, dieses ihr Verhältniß zu Gott verschiedenartig aufgefaßt und ausgedrückt haben, also die verschiedenen Religionsgenossevschaften, Religionsbekenntnisse. Unter den besonderen Religionen nimmt die jüdische den ersten Rang ein. Und zwar vornehmlich deshalb, weil die besondere Auffassung der allgemeinen Religion von Seiten der Juden, nicht von ihnen ausgegangen, ihrer Begriffsweise entsprungen, sondern von Gott selbst ausgesprochen, ihnen mitgetheilt wurde, also die Offenbarung. Daß Gott sich geoffenbaret, was Gott geoffenbaret, ist Glaubenssatz der jüdischen Re- Ugionslehre; nur die sind Glaubensgenossen, die vor Allem das glauben, was wir selbst. Ist aber eine Religion eine göttliche, so ist sie wie Gottes Wort, ewig, unveränderlich dieselbe, wie Gott selbst, erhaben über Zeit und Verhältnisse, nicht beschränkt durch irgend einen Raum. Eine göttliche Religion verändern, sie nach Zeit und Umständen umbilden wollen, hieße nicht minder vermessen und gottlos, als wollte der Staubgeborene cs wagen, der himmlischen Allmacht zu widerstehen, für Gottes Weisheit die eigene zu setzen. Eine göttliche Religion ist aber nicht nur an und für sich^selbst, sondern auch in allen ihren Folgerungen, ihren Conseqnenzen göttlich, d. h., Alles, was sich näher oder ferner auf diese Religion zurückführen, erwiesentlich in derselben wurzelt, aus derselben sich ableiten lässt, ist nicht minder göttlich, unveränderlich, gehört ebenfalls zu dem Bereich der Gesammt - Religion. Jede Autorität, in der geoffenbarten Religion begründet, jedes religiöse Gesetz, näher oder ferner in der Religion wurzelnd, hat für uns dieselbe bindende Kraft, wie die Religion selbst, kann von Menschen zuerst angewandt, ja ausgesprochen sein, ist von Gott selbst aber in seinem unwiderruflichen Willen zuerst bestimmt worden. Und dennoch will diese Partei das Judenthum fortbilden! Was heißt das? Nichts anders, als nach eigenen Ansichten und Begriffen, nach scheinbaren Anforderungen der Zeit und der Verhältnisse, eigenmächtig die besondere Religion abändern, deren Ansdrucksweise von Gott selbst den Juden mitgetheilr, also da Gottes Wort unveränderlich, für ewige Zeiten mitgetheilt ist; nicht für einmal abänderu, sondern sie überhaupt gleich stellen, preisgeben, dem Menschen - Sinne, den Tages-Verhältnissen, sie steten Schwankungen und Veränderungen unterwerfen, wo heute recht, was morgen unrecht, wo der folgende Tag unnütz wegwirft, ja verkennt, was der vorhergehende als vollkommen gepriesen, gesegnet hat. Und das entspräche einer göttlichen Religion? sei würdig der Mutter aller monotheistischen Religionen? Aber nicht die Religion selbst, sondern was fälschlich für dieselbe ausgegeben, Menschensatzungen, wie man zu sagen beliebt, die kann, ja die muß man abändern! Wir haben das Kriterium bereis angegeben. Jedes religiöse Gesetz, ausgegangen von wem es wolle, das nahe oder ferne in der Offenbarung wurzelt, ist so gewiß selbst ewig verbindlich für uns, wie der, der die Ursache zugiebt, die Folge nicht läugnen darf und kann. Das wahre orthodoxe Judenthum kennt keine Menschensatzungen, in dem gewöhnlich gebräuchlichen Sinne des Wortes, wie bereits erwähnt. Menschen haben allerdings ausgesprochen, was das Gesetz, bei seinem Entstehen angedeutet. Ja diese Aussprüche waren nicht überall hinzufügender, bestätigender, es kommen sogar Fälle abändernder Art vor. Aber auch da, abändernd nachdem Buchstaben des Gesetzes, nach den eigenen Vorschriften, die das Gesetz dafür gegeben und angedeutet, daher sogar die Abänderung eine gesetzliche, von jetzt an ebenso verbindende Kraft hat, als früher die etwa entgegengesetzte Bestimmung. So verhält es sich also, mit der Fortbildung des Judenthums. Was will demnach die Partei die diesen Wahlsprnch zu ihrem Panier erkoren? Wir wollen es in klaren Worten sagen. Ueberall hört man es aussprechen, und hundertfach wiederholen, das Judenthum mit seinen stritten Gesetzen und Observanzen sei mit den Anforderungen der Zeit nicht in Einklang zu bringen, könne sich keine treuen Anhänger bewahren, weil es fast Unmögliches, jetzt wenigstens Unmögliches, von seinen Bekenner» fordere. Wir wollen es hier nicht weiter untersuchen, ob denn wirklich Leben

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